Volltextsuche über das Angebot:

4 ° / -3 ° wolkig

Navigation:
Google+
Dirigent und Kapellmeister Kurt Masur ist tot

Mit 88 Jahren Dirigent und Kapellmeister Kurt Masur ist tot

Kurt Masur ist tot. Der Dirigent und langjährige Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses verstarb am Samstag. Das teilten die New York Times und die New Yorker Philharmoniker, bei welchen Masur von 1991 bis 2002 wirkte, übereinstimmend mit.

Kurt Masur bei der Verleihung der "Goldenen Henne" 2014 - bereits schwer gezeichnet von Krankheit und Verletzungen.

Quelle: dpa

Leipzig. Kurt Masur ist am Samstag in Greenwich, Conneticut (USA) verstorben. Das teilten die New Yorker Philharmoniker, bei denen er von 1991 an wirkte, mit. Seine Sprecherin bestätigte dies am Nachmittag. Der Dirigent und langjährige Kapellmeister des Leipziger Gewandhauses wurde 88 Jahre alt.

Kurt Masur wurde am 18. Juli 1927 in Brieg, Niederschlesien als Sohn eines Elektroningenieurs geboren. Mit zehn Jahren begann er das Klavierspiel, wegen eines Defekts am Finger musste er das Piano jedoch aufgeben und verschrieb sich fortan dem Dirigieren.

Nach seiner Rückkehr aus dem Zweiten Weltkrieg studierte er an der Leipziger Mendelsohn-Akademie, brach den Unterricht aber nach zwei Jahren ab. Ab 1948 zog es ihn zunächst nach Halle, dann nach Erfurt, bevor er 1953 Kapellmeister an den städtischen Theatern zu Leipzig wurde. Ab 1955 war er bei den Dresdner Philharmonikern engagiert, welche er nach Auslandsaufenthalten ab 1967 für fünf Jahre als Chefdirigent leiten sollte.

1970 begann seine Zeit am Gewandhaus Leipzig. Diesem stand er bis 1997 als Kapellmeister vor. Weitere Stationen in seinem späten Wirken waren das New York Philharmonic Orchestra, das London Philharmonic Orchestra und das Orchestre National de France.

„Keine Gewalt!“

Neben seinem musikalischen Schaffen engagierte sich Masur auch während der Friedlichen Revolution in Leipzig. Er und fünf weitere angesehene Persönlichkeiten der Stadt verfassten am 9. Oktober 1989, dem Tag der ersten Montagsdemonstration, den Aufruf: „Keine Gewalt!“. Dieser wurde über den Stadtfunk und Lautsprecher verbreitet und trug so zum friedlichen Ablauf der Demonstrationen bei.

Mit zunehmendem Alter verringerte Kurt Masur seine öffentlichen Auftritte. 2012 wurde bekannt, dass er unter der Parkinson’schen Krankheit litt. Diese Erkrankung, und die Folgen zweier Stürze in den Jahren 2012 und 2013 zwangen ihn dazu, im Rollstuhl zu dirigieren.

Masur hinterlässt seine dritte Ehefrau, die Sopranistin Tomoko Sakurai, ihren gemeinsamen Sohn, den Dirigenten Ken-David Masur sowie seine Tochter Carolin Masur, die als opernsängerin in Leipzig auf der Bühne steht. Wie es hieß, werden Trauerfeierlichkeiten und Beerdigung im engsten Familienkreis stattfinden.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr