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Die unordentliche Saison: Beim tjg dreht sich schon alles um den Umzug in die Stadtmitte

Die unordentliche Saison: Beim tjg dreht sich schon alles um den Umzug in die Stadtmitte

Der Umzug ist sicher, der Termin steht, die Zeit bis dahin erscheint noch ewig. Doch das ist sie nicht, im Gegenteil. Das wurde spätestens gestern klar, als der kommende Spielplan des Theaters Junge Generation (tjg) vorgestellt wurde.

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So soll das Kulturkraftwerk aussehen. Rechts von der Mitte der beleuchtete Eingang, im Zentrum des Bildes die Ecke des tjg-Studiotheaters.

Quelle: renderwerke GbR

Der Gang ins stadtmittige Kulturkraftwerk soll mit einer Eröffnung am ersten Dezemberwochenende 2016 mit mehreren Neuproduktionen erfolgen, blickte tjg-Intendantin Felicitas Loewe voraus. Doch schon ein halbes Jahr vorher, ab 1. Mai 2016, werde nicht mehr im angestammten Haus in Dresden-Cotta gespielt, um den Umzug vorzubereiten, der wiederum schon Anfang August 2016 beginnt. Die Lösung: mobiles Theater, und zwar nicht nur an den angestammten Orten wie Zoo oder Sonnenhäusl im Großen Garten. Im Sommer 2016 wagt sich das tjg sogar in acht Natur-Freibäder Dresdens. Lediglich Dölzschen wird nicht angesteuert, weil es ein reines FKK-Bad ist. Ein Flecken Textil beim Publikum scheint dann doch die Voraussetzung zu sein, um bei allen Beteiligten eventuelle Irritationen auf ein zumindest erträgliches Maß begrenzen zu können.

Bis dahin wird aber die letzte Saison am alten Platz in gewohnter Manier über die Bühne gebracht. 14 Premieren hat das tjg geplant. Eröffnet wird die Spielzeit mit dem 33. und zugleich letzten Theaterjahrmarkt am 29. August. Die erste Premiere ist am 3. Oktober geplant: "Am kürzeren Ende der Sonnenallee" nach Thomas Brussigs Erfolgsroman. Dann folgt allerdings eine lange Premieren-Pause, die bis Mitte Januar 2016 dauern wird. "Wir mussten das Programm eindampfen, um einen ausgeglichenen Haushalt vorzulegen", begründete Loewe. Etwa drei bis fünf Neuproduktionen würden daher nicht zustande kommen. Als "besonders schmerzhaft" bezeichnete sie es, dass es in diesem Jahr deshalb keine neue Weihnachtsinszenierung geben werde. Das tjg greift jedoch, sozusagen als Ersatz, auf die Erfolgsstücke der vergangenen Jahre zurück: In der Adventszeit werden jeweils zwei Wochen lang "Elfrid, Mila und das Wunschzettelwunder" sowie "Hilfe, die Herdmanns kommen!" zu sehen sein.

Sowohl die Theaterchefin als auch der ebenfalls im Podium sitzende Kulturbürgermeister Ralf Lunau (parteilos) ließen aber durchblicken, dass es im Umzugsjahr wieder bessere Gestaltungsspielräume geben soll. Das tjg habe dann 250 000 Euro mehr im Etat, sogenannte Inszenierungskosten, die als künstlerische Mehrkosten mit dem Umzug ins Kulturkraftwerk verknüpft seien, sagte Lunau. Damit solle sichergestellt werden, dass das tjg mit seinen drei Spielstätten (außer Großer Bühne noch Studiobühne und Puppentheater) "am neuen Standort präsentabel" arbeiten könne, fügte er an. Generell seien für das tjg als auch für die ebenfalls ins Kulturkraftwerk umziehende Staatsoperette drei Millionen Euro mehr für die Ausstattung bereitgestellt worden, die Summe liege damit bei insgesamt 9,3 Millionen Euro. "Es reicht, aber es bleiben auch Wünsche offen", sagte Lunau. Wie es reicht und was aus dem Geld gemacht wird, zeigt die Zeit. Wie es bereits eingesetzt worden ist, schlägt sich dagegen bereits nieder, und zwar auch in Zahlen. Für 2014 vermeldete das tjg eine Gesamtbesucherzahl von 93 000 und eine Auslastung von knapp 88 Prozent.

Trotz der finanziellen Beschränkungen ab Herbst zeigte sich Loewe aber durchweg optimistisch, was die nun kommende "unordentliche" Spielzeit betrifft. 34 Inszenierungen sind insgesamt im Programm. Neu ist eine Kooperation mit dem Staatlichen Jugendtheater Hanoi in Vietnam, deren Ergebnis im April 2016 bei der Premiere von "Der Fischer und seine Frau" in einer Fassung von Einar Schleef zu erleben ein wird. Dazu soll es auch ein umfangreiches Begleitprogramm geben, immerhin stellen Vietnamesen die zweitgrößte Gruppe von Ausländern in Dresden. Die nähere Zukunft hält ebenfalls noch einiges bereit. Anfang Mai ist das tjg Gastgeber des 5. Sächsischen Puppentheatertereffens, im September richtet es zusammen mit dem Staatsschauspiel das 31. Bundesfestival "Schultheater der Länder" aus.

Das Noch-Domizil des tjg in Cotta hat dagegen, kommunal gesehen, keine Nutzungszukunft. Es soll, nachdem es leergezogen worden ist, verkauft werden.

Premieren (Auswahl)

16. Januar 2016: fuchs & freund

12. März 2016: Die rote Zora

16. April 2016: Der Mondmann

28. Mai 2016: Alarm im Kasperletheater

www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 05.03.2015

Torsten Klaus

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