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Die neuen Mitglieder des Schauspielstudios Dresden mit Monologen im Kleinen Haus

Die neuen Mitglieder des Schauspielstudios Dresden mit Monologen im Kleinen Haus

Es ist wie ein Geschenk, wenn sie immer wieder "nachwachsen", sich durchboxen und zu unser aller Freude auf der hiesigen Bühne erscheinen. Wenn wir also davon profitieren, dass sie im steten Wechsel von zwei Spielzeiten bei uns sind, diese Tausendsassas vom Schauspielstudio Dresden der Hochschule für Musik und Theater "Felix Mendelssohn Bartholdy" Leipzig.

Dresden. Die sich am Staatsschauspiel bestens einbringen können und zuweilen auch ins Dresdner Engagement übernommen werden.

Eine abenteuerliche Abfolge von Texten

Nun haben sich die "Neuen" im Kleinen Haus nach dem "Studentenfutter"-Start Mitte September in ihrem 1. Studiovorspiel mit Monologen vorgestellt, erarbeitet in bewährter Weise gemeinsam mit Schauspielern des Ensembles. Zudem in einer abenteuerlichen Abfolge von Texten, die ihnen deutlich einiges an Persönlichkeit und Fähigkeiten abverlangen.

Ein solch reizvoller Kontrast entsteht beispielsweise, wenn Marius Ahrendt als sympathischer Wirrkopf in "Genannt Gospodin" von Philipp Löhle (Dozent: Holger Hübner) auf den Verlust seines von Greenpeace entführten Lamas heftig als Konsumverweigerer reagiert und kurioserweise meint, im Gefängnis - frei von Entscheidungen und Anforderungen - sein wahres Glück zu finden. Dazu spielt im Gegensatz Valentin Kleinschmidt in den "Aufzeichnungen aus dem Kellerloch" von Dostojewski einen Grübler, der alles und sich selbst in Frage stellt, seine Gedanken geradezu quälend langsam herauswürgt. Eine sehr berührende Szene, sensibel erarbeitet gemeinsam mit Nele Rosetz.

Die sperrigen und teils heftigen Theatertexte von Ewald Palmetshofer weiß man wohl längst auch in Dresden zu schätzen, spätestens seit der Uraufführung von "tier. man wird doch bitte unterschicht" vor einigen Jahren am Staatsschauspiel in der Regie von Simone Blattner. Außergewöhnlich und nicht minder verstörend in der Erzählweise ist ebenso sein Stück "Hamlet ist tot. keine Schwerkraft". Und Alexandra Weis versteht es als Dani (Dozent: Jan Maak), dafür beredt auch die Körpersprache einzusetzen, assoziiert grenzenlose Enttäuschung und Wut, wenn es beispielsweise um diesen besagten "feinstofflichen" Typ geht.

Eingeprägt hat sich ebenso, wie Christian Freund (Dozentin: Antje Trautmann) in "Schutt", einer Arbeit des britischen Autors Dennis Kelly, bemerkenswert die Verlorenheit von Michael assoziiert. Und er führt uns jene merkwürdige Kellerszene so intensiv vor Augen, dass man das Geschehen geradezu leiblich erspürt. Mit Leib und Seele dabei ist auch Lieke Hoppe als Salome von Oscar Wilde. Eine Bühnengestalt, die wohl jeder schon mehrfach erlebt hat. Lieke Hoppe spielt sie deutlich ernüchtert und zugleich angefacht, reduziert auf Wesentliches und in grenzenloser Haß-Liebe (Dozent: Christian Erdmann). Dafür hätte es in diesem Rahmen wohl auch kein "Haupt" gebraucht, wäre der zunächst assoziierte Ball im Eimer als Sinnbild vielleicht schon ausreichend gewesen.

Als eine Art Entertainer erscheint Jannik Hinsch in der Rolle von Judas im gleichnamigen Monolog von Lot Vekemans (Dozent Matthias Reichwald). Einer, der das Publikum quasi mit einbezieht in seine Überlegungen zu Glaube und Zweifel, sich für sein Handeln nicht rechtfertigt, sondern eher argumentiert. Und ganz zum Schluss gibt es in dieser Folge ein spielerisches Feuerwerk, entfacht von Henriette Hölzel als "Die blonde Sekretärin" in "Nach dem Regen" von Sergi Belbel. Hätte man es im Programmblatt nicht nachlesen können, wäre wohl vielleicht auch so zu ahnen gewesen, dass hier Philipp Lux mit der jungen Schauspielerin gearbeitet hat. Soviel Witz auch in der Bewegung und dabei der Verzicht auf bloße Überzeichnung - das macht schon Spaß.

Der Appetit auf mehr wird geweckt

Wie überhaupt das Ganze den Appetit auf mehr weckt. Und jeder sollte aufmerksam sein, um künftig keine der Aufführungen vom Schauspielstudio zu verpassen. Wo wir doch schon das Glück haben, diese stets nachwachsende Gruppe junger Darsteller bei uns zu haben. Übrigens mit Philipp Lux und Felicitas Zürcher als Studioleitung. Das klingt auch schon vielversprechend.

www.staatsschauspiel-dresden.de

Gabriele Gorgas

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