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Die kanadische Musikerin Melanie Dekker im Interview

Die kanadische Musikerin Melanie Dekker im Interview

Ohne jeden Zweifel ist sie einer der Tipps fürs Stadtfest - wenngleich ihr nicht die attraktivste Auftrittszeit reserviert wurde: Am Sonntagnachmittag wird vielen eher der Sinn nach Kaffee und Kuchen stehen als nach gehaltvoller Musik - oder sie verfolgen das Entenrennen, anstatt sich der Spannung von Melanie Dekkers Songs hinzugeben.

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Am Sonntag mit handgemachter Musik zu Gast in Dresden: die Kanadierin Melanie Dekker.

Quelle: Alan Hay

Versprochen sei aber an dieser Stelle: Wer seine Zeit beim Konzert der Songschreiberin verbringt, der dürfte nicht enttäuscht werden. Für die DNN unterhielt sich Beate Baum mit der Kanadierin, die zuvor auf dem Folkfestival im estnischen Tallinn war.

Frage: Melanie, wie war Tallinn?

Melanie Dekker: Es war sehr gut besucht. Es gab sechs oder sogar acht Bühnen; ich hatte im Vorfeld nicht gedacht, dass es solch ein riesiges Festival ist. Es war eine Stunde Fahrt außerhalb der Stadt, und eine Menge Leute haben dort übernachtet in Zelten. Eine schöne Atmosphäre.

In Deutschland bist Du dieses Mal nur für das Dresdner Stadtfest und einen Auftritt in einer Kneipe in Coburg?

Ja, es ist eine kurze Tour. Allerdings spiele ich heute Abend noch ein Hauskonzert in Dippoldiswalde (sie bricht sich an dem Wort schier die Zunge, lacht). Das wird eine schöne, intime Show für 50 Leute.

Dennoch ist es ein weiter Weg von Vancouver dafür. Du kommst aus dem Jetlag gar nicht heraus.

Ja, ich versuche, nicht darüber nachzudenken. Mein Auftritt in Tallinn war um Mitternacht, das hat ein wenig geholfen.

Was können die Leute von Deinem Auftritt am Sonntag erwarten? Geht es auf der großen Bühne bei den Menschenmassen eher in Richtung Rock?

Nein, es bleibt Singer/Songwriter, zwar häufig upbeat, auch spontane Dinge passieren immer. Aber Rock - nein.

Wer spielt in Deiner Band?

Am Sonntag werden es ausschließlich Deutsche sein; normalerweise habe ich immer mindestens einen Musiker aus Kanada dabei, aber bei solch einer kurzen Tour geht das nicht. Mit Stefan Rapp (Gitarre) aus Fulda ar-

beite ich schon seit 2003 zusammen, der Bassist Martin Rose kommt aus Berlin, mit ihm habe ich auch schon etwa 40 Konzerte gemeinsam gespielt. Und am Sonntag spielt noch Thomas Fuchs aus Ulm - wo auch mein deutsches Label sitzt - an den Keyboards.

Keine Drums?

Nein, keine Drums. Ich liebe es so. Viele meiner Konzerte und CDs sind ja auch akustisch; Singer/Songwriter eben. Das ist es, was ich will.

Kannst du uns etwas zu deiner Entwicklung sagen?

Ich habe jahrelang gutes Geld damit verdient, Coverversionen in Bars zu singen, sechs Abende in der Woche. Dann bekam ich Probleme mit meinen Stimmbändern und musste eine Pause einlegen - und in der Zeit habe ich mich gefragt, wie es weitergehen soll. Ich hatte immer schon mal Songs geschrieben, aber nur für mich. 1997 habe ich es dann ernsthaft begonnen und schnell gemerkt, dass es beim Publikum ankommt. Es sind Geschichten über Dinge, die ich erlebt habe, die Freunde erlebt haben, Eindrücke, die ich sammele.

Kritiker vergleichen Dich mit Sheryl Crow und Tracy Chapman. Wen würdest Du als Einfluss benennen?

Als Teenager habe ich ziemlich querbeet gehört: Die Beatles, Madonna, aber auch Emmylou Harris. Ich habe die Energie von Cindy Lauper geliebt und die Texte von Billy Joel. Die habe ich mitgeschrieben!

Mittlerweile gibt es vier Studio-CDs und ein Live-Album. Wann gehst Du wieder ins Studio?

Es sind eigentlich fünf Studio- und zwei Live-CDs, nicht alles ist mehr erhältlich. Ja, ich habe derzeit ungefähr die Hälfte der Stücke für ein neues Album geschrieben und mit den Aufnahmen begonnen. Im nächsten Jahr wird es erscheinen.

Wie oft warst Du jetzt schon in Dresden?

Dies ist das fünfte Mal. Ich liebe die Stadt. Jedes Mal, wenn ich hier bin, schaue ich mir die alten Postkarten an und denke: Dresden gab es nicht mehr. Und es ist wiederaufgebaut worden. Das ist so großartig!

Melanie Dekker spielt am Sonntag, 15 Uhr, auf dem Theaterplatz im Rahmen des Dresdner Stadtfestes

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 18.08.2012

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