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Die jüngste tjg-Premiere holt die Kleinsten auf die Bühne

Auf die Bühne, fertig, Boing! Die jüngste tjg-Premiere holt die Kleinsten auf die Bühne

Rumlaufen erwünscht, Fragen sollen gestellt werden, und wer Lust hat, darf selbst auf die Bühne. Mittlerweile hat das Theater Junge Generation (tjg) eine perfekte Übung darin, wie es sich auch kleinen Kindern nähert. Mit einer kleinen Geste, einem Blick oder einem knappen Satz werden alle Bedenken der Eltern beiseite geschoben, die vielleicht noch nicht ganz sicher sind, ob ihre Kinder eine ganze „Theatervorstellung“ durchhalten.

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Behelmt: Gregor Wolf, Moritz Stephan, Julian Trostorf (v.l.).

Quelle: Dorit Günter

Dresden. Rumlaufen erwünscht, Fragen sollen gestellt werden, und wer Lust hat, darf selbst auf die Bühne. Mittlerweile hat das Theater Junge Generation (tjg) eine perfekte Übung darin, wie es sich auch kleinen Kindern nähert. Mit einer kleinen Geste, einem Blick oder einem knappen Satz werden alle Bedenken der Eltern beiseite geschoben, die vielleicht noch nicht ganz sicher sind, ob ihre Kinder eine ganze „Theatervorstellung“ durchhalten. Denn ja, die Frage ist berechtigt. Ist es sinnvoll, die Eltern ins Theater zu locken mit einem Angebot für die Allerkleinsten? Kinder ab Zwei sollen hier die Scheu verlieren. Das signalisiert: Hier geht es nicht um eine klare Rollenzuweisung, hier steht nicht der Held im Vordergrund, es gibt kein Gut und kein Böse, sondern nach einer kleinen Ouvertüre funktioniert die Kommunikation zwischen dem jungen Publikum und den Spielern nonverbal.

Mit Maultrommeln an den Zähnen und knappen Worten holen die Schauspieler ihre Gäste an der Tür ab. Noch während jeder sich einen Platz sucht, wird schnell klar: Die tradierten Theaterregeln können hier nicht greifen. Wenn mit einigem Stolz jedes Kind seine Karte nach oben hält und herzlich den Weg gezeigt bekommt, dann müssen in wenigen Augenblicken alle Unsicherheiten bei den Kleinsten abgestellt werden, da müssen sie soviel Vertrauen gefasst haben, dass sie sich selbst ihren Platz in den ersten Reihen suchen, während die Eltern im Hintergrund bleiben – und das klappt!

Wenn das Licht ausgeht und die Darsteller vom Eingang auf die Bühne wechseln, sind dort Moritz, Julian und Gregor. Drei Bekannte, drei, die lustig sind und echt Böcke darauf haben, den Kindern etwas zu zeigen. Situationen, in denen sich die Kinder wiederfinden und deshalb ihre Aufmerksamkeit geschenkt bekommen. Genau darin besteht das Geheimnis. Die Kinder bleiben mit den Augen bei den Kugeln, die langsam über die Bahn geschickt werden, erkennen die Schauspieler, deren Namen längst in den Hintergrund getreten sind, sie lassen sich schlicht auf Rot, Grün und Blau reduzieren, und die Erwachsenen zeigen ihnen, dass sie probieren müssen, dass sie überrascht werden. Beispielsweise vom Klang dreier Bälle, die in wechselndem Rhythmus auf die drehbare Bühnenplatte geworfen werden und deren Klangfarbe erstaunlich variiert.

Mit viel Anstrengung bewegen sich Moritz Stephan, Julian Trostorf und Gregor Wolf über die Bühne, immer um verständliche Muster bemüht, mit Mimik und Blicken zu erzählen und in der Sprache verständlich zu bleiben. Denn was für Kinder die leichtesten Übungen sind, verlangt den Schauspielern allerhand akrobatisches Geschick ab – langsam steigern sie ihre Aktionen. Sie wagen Schritte auf und über die kleine Drehbühne. Sie entdecken den Klang, wenn ihre Helme aneinander kommen und lassen die Impulse deutlich werden, die sie ihren Körpern geben können.

Schnell wurde deutlich, dass der Idee von Barbara Fuchs ein eigenes Regelwerk innewohnt, das ohne strenge Ansagen und Interventionen auskommt, sondern für den Moment ein Achtungssignal genügt, mit der Aufmerksamkeit gespielt wird, die kaum einen anderen Raum lässt, wenn große Bühnenelemente schaukeln oder die Turnkünste der Schauspieler ordentlich Fahrt aufnehmen.

Deshalb: Es kann und darf nicht um die Frage gehen, ob es ein Theater für die Kleinsten geben sollte, sondern vielmehr, wie dieses Theater mit Leben gefüllt, die Fantasie beflügelt wird und sich Interesse wecken lässt, erst für das Kleine und später für komplexe gesellschaftliche Phänomene. Als die Ordnung wiedergefunden wurde, gingen die Schauspieler unter Applaus an die Seite und gaben ihren Spielplatz für die Gäste frei, die in der bekannten Kulisse selbst Bälle in Bewegung brachten, Schläuche schwangen und das Theaterlabor erfassten. Tatsächlich war „Boing!“ eine Premiere fürs Publikum, mit schönen und provozierten Berührungspunkten.

nächste Aufführungen: 6. und 7.2., jeweils 16 Uhr; 8. und 27.2., jeweils 10 Uhr

www.tjg-dresden.de

Von DNN

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