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"Die eisige Göttin": Ivo Pala schließt seine Elbenthal-Saga ab - Buchpremiere in Dresden

"Die eisige Göttin": Ivo Pala schließt seine Elbenthal-Saga ab - Buchpremiere in Dresden

Wenn man sich für Sprachen interessiert, gibt es nichts Schöneres, als selbst eine zu entwerfen! Man schiebt die Klänge im Mund umher, lässt diesen oder jenen Laut von der Zunge rollen", erklärte einmal Paul Frommer, seines Zeichens Linguist und Hollywoods erste Wahl, wenn es darum geht, Lautäußerungen, ja Sprachen zu kreieren.

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"Die eisige Göttin"

Quelle: Buchcover

Er entwickelte etwa die Sprache der Na'vi in James Camerons "Avatar".

Auch Ivo Pala hat es mit Sprachen. Das zeigt sich in seiner als Trilogie angelegten "Elbenthal-Saga", deren letzten Band "Die eisige Göttin" er jetzt in der Thalia-Buchhandlung am Dr.-Külz-Ring vorstellte, wobei vor allem die weibliche Fangemeinde recht groß war. Im neuen Werk wird die in einem Kampf ziemlich schwer verletzte Elbenprinzessin Svenya zum einen dadurch gerettet, dass ihr Laurin, der schwarze Prinz, aus dem Hals das Gift aussaugt, das ihr ein übler Mantikor mit einem Biss verabreicht hatte. Und zum anderen dadurch, dass Laurin murmelt: "Lyf-ja! Fella staela. Smidha skadhi ny!", was mit "Heile, zaubernde Kraft! Füge zusammen, was zusammengehört. Schmiede Beschädigtes neu!"

Drachen, Elben, Mantikore

Laurin war es auch, der den Mantikor getötet hatte, ein Wesen, so groß wie ein Wyrm, aber nicht nur seiner riesigen Krallen wegen noch um ein Vielfaches gefährlicher. So tapfer sich Svenya wehrt, der Stachel des Skorpionschwanzes des Mantikors erwischt sie am Hals. Das Gift strömt, aber zum Glück ist da Laurin, den Svenya kurz zuvor so töten versucht hatte, schien der doch ein Feind zu sein.

Einmal mehr entführt der in Berlin lebende Pala in die Welt Midgards (also die Welt der Menschen laut germanischer Mythologie) und natürlich nach Elbenthal, das Reich der Elben, das direkt unter Dresden liegt. Noch. Denn mal wieder droht Gefahr, liegt Krieg in der Luft, einer, der "nicht nur das Gesicht Dresdens für immer verändern würde, sondern in der Folge gleich der ganzen Welt", wie zu lesen ist. Hübsch, wie für Uneingeweihte verwirrend, ist die Vielzahl an Wesen und Gestalten, die sich in "Die eisige Göttin" begegnen und beharken. An Drachen, Elben, Mannwölfen ist kein Mangel.

Völlig der eigenen Fantasie entsprungen sind Ungeheuer wie die Mantikore oder auch der ebenfalls bereits erwähnte Wyrm. Was Tolkien konnte, Kreaturen wie Wargs und Necromancer zu schaffen, das vermag auch Pala. Und es mangelt auch nicht an Helden. Man ahnt, wie die Kritikerzunft aufjault, hat man hierzulande doch, bedingt durch das katastrophische 20. Jahrhundert, ein tiefes Misstrauen gegen Heldentum entwickelt. Heldische Fantastik voller Aragorns und Legolasse, voller Svenyas und Laurins kann ihre Zustimmung nicht finden. Nun mögen Abenteuer in Büchern ja ein billiger Ersatz für real erlebte sein, das wissen auch bauchige, gemütlichkeitsversessene Wohlständler, aber missen möchte man sie keinesfalls.

Ferne Welten und geheimnisvolle Reiche

Gewidmet ist das Buch Ivo Palas allen, "die noch nicht vergessen haben, dass Zauberwelten oft nur einen Schritt entfernt sind!" Man könnte natürlich spötteln, aber wer das Fantasy-Genre in Bausch und Bogen verdammt, der übersieht, wie sehr Berichte über ferne Welten und geheimnisvolle Reiche seit Jahrhunderten die Fantasie der Menschen entflammen und wirkliche Taten herbeigeführt haben. Die Zahl der Publikationen über Atlantis liegt im siebenstelligen Bereich. Die Spanier schenken dem Märchen von Eldorado, der Stadt aus Gold, Gehör, und ihre Erwartungen werden in Peru und Mexiko vollauf befriedigt.

Ivo Pala: Die eisige Göttin. Sauerländer Verlag, 464 Seiten, 19,99 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.03.2014

Christian Ruf

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