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Die diesjährige Matinee der Palucca-Schule ist etwas ausgeufert - die jungen Tänzer aber sind sehenswert

Die diesjährige Matinee der Palucca-Schule ist etwas ausgeufert - die jungen Tänzer aber sind sehenswert

Es gibt immer mal wieder Jahrgänge, wo die Matinee der Palucca Hochschule für Tanz Dresden deutlich etwas zu lang ausfällt. Und natürlich hat man dann auch ein Einsehen, wenn der Rektor davon spricht, dass möglichst alle Tanzstudierenden von der Orientierungsstufe bis zu den Absolventen des Bachelor-Studienganges mit auftreten sollen.

Von denen man ja eh nicht genug bekommen kann - es sind fast durchweg gute bis sehr gute junge Tänzer und auch bestens motiviert, ernsthaft und engagiert bei der Sache. Wie viele einbezogen sind, ist aber nicht die Frage. Eher, womit sie auftreten. Und ob die Matinee als Ganzes ein Gefüge ist, das ebenso das Publikum inspirieren kann. Dafür werden die Tänzer ja schließlich ausgebildet, dass sie in der Öffentlichkeit künstlerische Impulse geben.

Nun ja - die Matinee 2014 in der Semperoper hat wie gesagt nichts an tänzerischer Qualität vermissen lassen. Aber eine gewisse choreografische Tristesse hat sich in der diesjährigen Auswahl deutlich breit gemacht. Die Alternative wäre vielleicht: kurz und knackig. Weil viel eben auch nicht unbedingt viel bringt. Doch nun haben es die geduldigen Zuschauer erfolgreich durchgesessen, und die vielen stolzen Verwandten und Bekannten unter den Besuchern werden sich gewiss nicht beschweren. Müssen sie ja auch nicht. Der Part ihrer Favoriten ist nicht anzuzweifeln.

Den schönsten Beitrag hat es in der Pause gegeben. Da leistet sich die Hochschule einen genehmigten "Link" zu "Bella Figura" vom Semperoper Ballett, wo dem verbliebenen Publikum im verlassenen Zuschauersaal ein sympathischer Pausenfüller vor dem geschlossenen Bühnenvorhang geboten wird - zur Premiere mit Jiri Bubenicek, später auch mit Jon Vallejo und vielleicht noch anderen. Daraus ist ein Improvisations-Projekt der Tanzstudierenden entstanden, und einige Auserwählte haben es damit auf die Bühne geschafft. Wohlgemerkt: in der Pause. Aber immerhin! Denn der erste hat mit seiner Aktion dafür gesorgt, dass sich der Vorhang öffnet, und weitere haben die große Bühne dann für sich zu nutzen gewusst.

Was die mächtig-gewaltige "Scotch Symphony" zum Auftakt betrifft (zur "Schottischen" von Felix Mendelssohn Bartholdy), so ist das zwar eine vom Balanchine-Trust genehmigte und hochprofessionell einstudierte Choreografie des Meisters, aber nicht zwingend auch ein meisterliches Werk. Wobei sich das nie so genau sagen lässt bei George Balanchine - seine Arbeiten verlangen eine gekonnte, gewitzte Leichtigkeit, die selbst an großen Häusern schwer zu machen ist. Trotzdem macht es Spaß, sich in der Besetzung speziell unter den Männern einige Sehenswerte "herauszufischen", und bei den Damen lohnt es auch.

Das Stück von Gundula Peuthert "Wie man's macht" könnte sicher in der Geschichte funktionieren und verrät mit dem Titel auch die Pointe, aber auf den Punkt gebracht ist es beileibe nicht. Was ja noch nicht heißt, dass es falsch ist. Aber eben auch nicht "knackig", und da wären wir wieder am Anfang. Weil in der Folge kaum mal eine Arbeit herausragt aus den zu wenig markanten Choreografien. Oder es ist ein schon längst bekanntes Stück, wie das von Ohad Naharin - gut ist es allerdings schon!

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.07.2014

Gabriele Gorgas

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