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Die Toten Hosen in Dresden - ein bisschen Punk ist noch da

Die Toten Hosen in Dresden - ein bisschen Punk ist noch da

das ist doch Deutschrock: so oder so ähnlich reagieren viele, die auf die Düsseldorfer Band angesprochen werden. Ja früher, da war noch richtiger Punk.

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Die Toten Hosen haben einmal mehr das Elbufer gerockt.

Quelle: Dominik Brüggemann

Die Toten Hosen. Da war Eisgekühlter Bommerlunder, da war Opel Gang, da war durchfeiern und Party. Aber heute?

Am Donnerstag und Freitag haben die Toten Hosen gezeigt, dass noch immer ein Stückchen Punk in ihnen steckt. Das Konzert am Donnerstag ist von Anfang an feurig. die Band legt los wie ehedem. Campino gibt alles, springt von einem Ende der Bühne zum anderen, reißt sein Publikum mit. Das Repertoire reicht vom aktuellen "Balast der Republik" über "Auswärtsspiel" bis zu "Bonny und Clyde". In 30 Jahren haben sich genug Hits angesammelt.

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Die Toten Hosen am Elbufer in Dresden: Zwei Abende spielt die Düsseldorfer Band in Dresden.

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Trotzdem wagt die Band auch den Blick über den Tellerrand, spielt ein Stück von Hannes Wader, Slades "far far away" sowie vielumjubelt ein Lied einer "kleinen talentierten Nachwuchsband" - es ist "Schrei nach Liebe" von den Ärzten. Zudem zeigen sich die Toten Hosen einmal mehr von ihrer politischen Seite. "Europa" widmen sie den Hilfsorganisationen wie "Pro Asyl" oder "Oxfam", für die sie werben, bei "Pushed Again" brennt das Königsufer im Schein von zig bengalischen Feuern, "Sascha" wird von Dresden mit einem kräftigen "Nazis raus" beantwortet.

Sicher, die Band ist keine 20 mehr. Heute gehen die Musiker meist zeitig schlafen, Campino macht Stimmtraining. Die Hosen übernachten im Hotel-Einzelzimmer statt irgendwie auf dem Sofa. Das alles ist zwar kein Punk mehr - ohne die eingekehrte Professionalität wären energiegeladene Auftritte wie in Dresden jedoch längst nicht mehr drin. Auch wenn Campino heute nicht mehr aufs Bühnendach steigt, wie noch vor gut 10 Jahren. Auf die seitlichen Anbauten zu klettern und einen Bengalo zu zünden - das ist noch immer guter Ton bei den Düsseldorfern. Campino wagt weiter das Bad in der Menge, sprüht auch nach 30 Jahren noch vor Energie. Am Freitag mischte er sich zum Beweis seiner unbändigen Energie in die Menge und klettterte auf die hölzerne Empore. Gehalten von Sicherheitskräften fordert er vom Publikum "Gib mir mehr" und zündet eine rauchende Magnesiumfackel.

Spätestens seit dem tragischen Todesfalls eines Fans vor einigen Jahren geht ein Blick aber auch immer in die Menge. Als am Donnerstag plötzlich viele am Boden liegen, unterbricht Campino gar kurz. Immer wieder sind er und seine Mitmusiker Breiti, Andi und Kuddel im Bühnengraben und ganz nah bei ihren Anhängern. Ein kleiner Junge darf zum Schluss sogar kurz mit auf die Bühne.

Mehrmals betont die Band, wie gern sie am Königsufer spielen. Zum fünften Mal sind sie bereits vor Ort und genießen den Auftritt. "Steh auf, wenn du am Boden bist" widmen sie gar den aktuell leidgeplagten Fans von Dynamo Dresden. Lediglich die Tatsache, dass die Stadt von einer Frau regiert wird, ist der Band offenbar entgangen. Aber was nicht ist, kann ja noch werden. Und das wurde bereits am zweiten Konzertabend. "Ich habe die Wahlen hier irgendwie nicht verfolgt", entschuldigte sich Campino bei Bürgermeisterin Helma Orosz.

sl/dbr

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