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Die Tanzwoche Dresden überbietet sich selbst mit einem gelungenen Festabend und hervorragenden Gästen

Die Tanzwoche Dresden überbietet sich selbst mit einem gelungenen Festabend und hervorragenden Gästen

Für eine Gala muss man etwas Zeit einplanen - mindestens drei bis vier Stunden. Denn eine kurze Gala gibt es nicht, schon gar nicht zur Tanzwoche Dresden. Boris-Michael Gruhl, der mit erheblichem Aufwand den immer wieder gefragten Festival-Glanzpunkt mit Liebe, Entdeckerlust und Sorgfalt vorbereitet hat, ist es auch 2013 gelungen, das erfreulich aufgemischte Publikum im ausverkauften Kleinen Haus vom Staatsschauspiel spürbar zu überraschen.

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Das Ballett des Staatstheaters am Gärtnerplatz München war mit der Choreografie "Ambaradan", u.a. zu Tiroler Blasmusik, Überraschungsgast zur Gala.

Quelle: Ian Whalen

Galant hat er dafür gesorgt, dass tatsächlich für jeden etwas dabei ist. Auch der weiblich verlockende orientalische Bauchtanz von Gejaria - man gönnt sich ja sonst nichts.

Gleich zum Auftakt - Boris-Michael Gruhl hat die Gala diesmal gemeinsam mit Eileen Mägel moderiert - bietet das erstmals in Dresden gastierende Ballett Rossa von der Oper Halle mit der Eingangsszene aus Strawinskys "Le sacre du Printemps" ein Entree, das sich sehen lassen kann. Sowohl in Hinblick auf die unmittelbar mit dem Publikum konfrontierte Präsenz der Tänzer wie auch auf die Choreografie von Ralf Rossa. Da ist Appetit auf mehr geweckt worden, und das auch mit der Kostprobe aus "Schlafes Bruder".

Nicht minder konnten die beiden Tänzerinnen Magdalena Pawelec und Irene Lopez Ros vom Ballett des Theaters Nordhausen in der Choreografie "-traces-too" von Ballettchefin Jutta Ebnother auf sich und ihr Ensemble aufmerksam machen.

Die Tanzcompany des Gerhart Hauptmann Theaters Görlitz-Zittau ist zwar näher dran, aber wer weiß, ob die Dresdner zu den Produktionen von Dan Pelleg und Marko E. Weigert fahren? Zur Gala hat sich die kleine, feine Company mit "Verheddert" aus ihrem Bach-Abend vorgestellt, getanzt von Laura Keil und Marko E. Weigert. Und mit dem Sextett aus "Quattro Balli" von Pelleg/Weigert. Es lohnt sich immer, nach Görlitz zu fahren.

Mit der etwas kürzeren Fassung der "Wesendonck-Lieder" in der Choreografie von Silvana Schröder aus dem gerade herausgebrachten neuen Abend "Ein Liebestraum" vom Ballett Leipzig zeigt sich einmal mehr, wie sehr sich Eindrücke verändern können, wenn Auftrittsorte und -bedingungen variieren. Hier hat sich im Vergleich zur Premiere in Leipzig bei der Gala alles zum Guten gefügt. Und Fang Yi Liu und Oliver Preiß haben die Lieder so nah und intensiv getanzt (zur Einspielung mit Jessye Norman), dass es ein berührendes Erlebnis auch im Tanz ist.

Die Überraschungsgäste der diesjährigen Tanzwochen-Gala haben sich als weitgereiste Tänzer aus München vom Staatstheater am Gärtnerplatz entpuppt. Ihr Trio (Karl Alfred Schreiner) mit zwei kuriosen Plattlern und einer Aufsässigen zeigt Witz wie auch Biss. Und ein klein wenig mehr Esprit hätte man ebenso der "Dornröschen"-Choreografie aus dem Repertoire vom Semperoper Ballett gegönnt, aber immerhin zeigt das sächsische Flaggschiff mit großer Verlässlichkeit, dass es sehr gute Tänzer auf allen Ebenen hat.

Aus der Reihe Junge Choreografen war zudem von Johannes Schmidt das Solo "Ich das Neue, Du das Dunkle" zu sehen. Ein konsequentes Stück, getanzt von Cindy Hammer. Das zuvor in der Gläsernen Manufaktur aber einfach mehr Raum hatte für die bewusst sperrige, keinesfalls belanglose Choreografie. Da ist das Kleine Haus zu klein für die in Weite und Verlorenheit erzählte Geschichte. Möglicherweise hat sich die Bühne auch etwas einengend auf die hervorragende Choreografie "Vertigo Maze" von Stijn Celis ausgewirkt, doch die Studierenden der Palucca Hochschule für Tanz Dresden sind so beseelt dabei, dass es eine Freude ist. Und die wahrhaft gut anzuschauenden Gäste von der Staatlichen Ballettschule Berlin haben es nicht eben einfach, um mit dem leicht angejahrten Trio aus "Le Corsaire" von Petipa zu punkten. Aber die Dresdner Fans vom Klassischen Tanz wissen es dennoch zu schätzen.

Und auch sie erkennen absolut, dass die Tänzerin Nao Matzushita vom Mecklenburgischen Staatstheater Schwerin in der Bolero-Choreografie von Paul Julius absolut bemerkenswert ist.

Zum Finale waren in diesem Jahr die Tänzer der Landesbühnen Sachsen mit Szenen aus der neuen Choreografie von Reiner Feistel zu erleben: "Carmina Burana". Und wer sich diese erfolgreiche Produktion noch ganz und gar und mit gleicher Freude anschauen möchte, der sollte sich schon bald Karten reservieren.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2013

Gabriele Gorgas

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