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Die Tanzbühne der JugendKunstschule Dresden hat "Momo und die Zeitdiebe" in der Staatsoperette gespielt

Die Tanzbühne der JugendKunstschule Dresden hat "Momo und die Zeitdiebe" in der Staatsoperette gespielt

Wie kostbar Zeit ist, weiß man erst, wenn man keine hat. Oder viel zu spät begreift, dass man sie hätte besser nutzen können. Was bei Michael Ende und seinen abenteuerlichen Gestalten in dem vor 40 Jahren erschienenen Roman "Momo" ganz gewiss nicht besagt, jeder hätte da noch viel strebsamer, disziplinierter, organisierter, erfolgsorientierter sein müssen.

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"Momo und die Zeitdiebe" boten Kinder der JugendKunstschule Dresden als Tanzstück in der Staatsoperette dar.

Quelle: Katrin Silbermann

Der bekannte Autor plädierte auf schönste Weise dafür, dass man das eigene Zeitgefühl finden und leben sollte. Und viel, viel Zeit für all das zu nutzen weiß, was es nicht zu kaufen, aber zu genießen gilt.

Dazu gehört natürlich auch der Tanz. Das können die Kinder und Jugendlichen, die zur Tanzbühne Kaleidoskop der JugendKunstschule Dresden gehören und dieser oft über viele Jahre treu bleiben, bestens beurteilen. Und so ist es auch naheliegend, dass sie von sich und anderen erzählen, wenn es in ihrem aktuellen Projekt um "Momo und die Zeitdiebe" geht. Zwei Aufführungen hat es davon der Staatsoperette gegeben. Mit jeweils um die 50 Mitwirkenden der Gruppen 4 bis 7 der Tanzbühne. Die Choreografien für "Momo" stammen von Annett Lohr und Antje Kaufmann, und diese haben mit den Kindern und Jugendlichen die bekannte Geschichte so erzählt, dass alle deutlich ihren Spaß daran hatten.

Das spürt man bei den sieben- bis 18-jährigen Tänzerinnen ebenso wie bei den Zuschauern. Und viele andere haben mitgewirkt an der fantasievollen Ausstattung, wo es weniger um Perfektion, mehr um praktikable Lösungen und schlüssige Szenenbilder geht, die Raum lassen für den Tanz. Allein schon die neue "Bude" von Momo ist sehenswert, ein Zimmer auf Rädern, mit beschriebenen Tafeln, Ofenrohr und buntem Regenschirm. Und damit ziehen Momo und die drollig ausgestattete Schildkröte Kassiopeia kreuz und quer durchs Land, um die Zeitdiebe aufzuhalten, die da alles und jeden kontrollieren wollen.

Die Jüngsten im Publikum fürchten sich hörbar vor diesen grauen "Automatenmenschen", und alle atmen auf, als die Zeitsparkasse mit der Stundenblume endlich geknackt und die "Erweckten" fröhlichst wieder beieinander sind. Für das Geschehen haben die beiden Tanzpädagoginnen und Choreografinnen stimmige Bilder gefunden, nutzen bei einem Freudenfest zum Abschluss auf sympathische Weise auch Folklore-Elemente. Besonders glücklich aber nach allen Abenteuern ist die zauberhaft natürliche Darstellerin von Momo, ein Mädchen, der man ansehen kann, dass sie beim Tanzen mit Leib und Seele dabei ist und ihre Zeit garantiert fantasievoll zu nutzen weiß.

Rollen gibt es in dieser Inszenierung zu Genüge, und natürlich sind auf der Bühne auch der weise Meister Hora oder Beppo der Straßenfeger dabei. Und die Show mit kleinen aufstrebenden Ballerinen, herausgeputzten Barbiepuppen oder erfolgsbesessenen Sportlerinnen dürfte bei den Zuschauern bekannte TV-Bilder wachgerufen haben. Aber es gibt auch eher ungewohnte Metaphern von Haben, Sein und Schein, zum Beispiel dann, wenn es um den Pappkarton geht, mit dem einige auf der Bühne gespielt nichts anzufangen wissen, derweil Momo daraus ein Boot macht und sich mit ihrer Fantasie darin gut einzunisten versteht.

Heike Heinze, die Leiterin der JugendKunstschule, hatte vor der Aufführung nachdrücklich auch den Familien der an der Aufführung Beteiligten gedankt. Dafür, dass sie die jungen Tanzwilligen oft entbehrt, mit Ausdauer immer wieder zu den Proben gebracht und überhaupt das Projekt auf vielfältige Weise unterstützt haben. Übrigens gab es in den Winterferienwerkstätten der JugendKunstschule auch spezielle Angebote zu "Momo und die Zeitdiebe", haben sich Kinder und Jugendliche auf die Spuren von Momo & Co begeben, Materialcollagen gestaltet, nach eigenen Ideen ihre Stundenblume entworfen oder das Thema Zeit mit den Möglichkeiten des Figurentheaters erkundet.

Entstanden ist ebenso eine spezielle "Momo"-Installation in der Kinder- und Jugendgalerie Einhorn an der Königstrasse 15, an der allein schon 158 junge Künstler beteiligt waren. Und am kommenden Wochenende gibt es für alle gemeinsam ein Fest nach langen Wochen mit Proben, Choreografieren und Malen, in denen das Bühnenbild entworfen und gebaut sowie die Musik geschnitten und diverse andere Aufgaben erledigt werden mussten. Also rundum bestens genutzte Zeit.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 26.02.2013

Gabriele Gorgas

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