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Die Tänzerin Katja Erfurth hat im Societaetstheater Dresden ein Wunderland-Tanzstück herausgebracht

Die Tänzerin Katja Erfurth hat im Societaetstheater Dresden ein Wunderland-Tanzstück herausgebracht

Sie erscheint mit Tutu und Spitzenschuhen auf der kleinen Bühne im Societaetstheater, zeigt den Kindern und natürlich auch Erwachsenen, dass sie auf Spitze bestens drauf ist.

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Große und kleine Verwechselspiele präsentiert Katja Erfurth bei "Käthy im Wunderland".

Quelle: Max Messer

Und was sie sonst noch alles kann. An Ideen und Spiellust hat es Katja Erfurth noch nie gemangelt. Und schon gar nicht, wenn es nun um "Käthy im Wunderland" geht, ein Tanztheaterstück frei nach den Alice-Geschichten von Lewis Carroll. Dass sie das fantasievolle Unternehmen justament ihren eigenen Kindern Margareta, Alba und Heinrich gewidmet hat, ist ihr erfrischend gutes Recht. Und zur Premiere war es offensichtlich, dass daran Zuschauer jeglichen Alters viel Freude finden können.

Von den Spitzenschuhen - eine Art Markenzeichen für das Ballett - hat sich die Tänzerin schon bald befreit, sitzt leger und etwas schläfrig am Küchentisch, als aus der verdeckten Schublade neugierig ein Käthy-Puppenpendant herauslugt und schon bald auf dem Tisch Platz nimmt. Ein drolliges Geschöpf im Mini-Tutu, ausgestattet mit beweglichen Armen und Beinen, geschaffen von der Puppengestalterin und -spielerin Sabine Köhler. Schon bald kommen aus diversen Verstecken weitere Details zum Vorschein, gibt es einen Tisch-Winzling und entsprechende Stühle, eine kleine Lampe auf hohem Podest und es wird aus zierlichen Tassen getrunken und von Tellerchen genascht.

Keine Frage, da finden sich jede Menge Anspielungen auf Alice und ihre Abenteuer, aber auch jene, die das Buch oder die Filme noch nicht kennen, haben ihren Spaß an der fantasievoll variierten Erzählweise. Zumal vom Familiendachboden ganz zauberhafte Dinge zum Vorschein gekommen sind - selbst eine kleine alte Blech-Milchkanne muss da noch als Schüttelobjekt herhalten. Mit Witz und Freude an der Bewegung weiß Katja-Käthy allerlei Geschichten zu erzählen und zu entdecken. Und höchst erfindungsreich hat sich mit seinen Percussion-Ideen auch Sascha Mock als Dritter im Bunde eingefunden. Die Kinder staunen nur so, was da alles aufgeboten ist für die Geräuschkulisse - rundum ein Vergnügen zum Hören und Sehen.

Wie Alice begegnet Käthy in ihrem Wunderland mächtig kuriosen Gestalten, verwandelt sich in Windeseile in allerlei Figuren, lässt ihre Finger irritierend vervielfacht über einen zylinderförmigen Spiegel mit Zottelmütze tanzen, bevor sich die Mini-Käthy darin selbst noch als mehrfaches Ebenbild bewundern kann. Und besonders überrascht sind die Besucher, wenn aus dem alten Koffer zwei blaue Geschöpfe auftauchen, die sich schon bald als überlange Handschuhe entpuppen, um schließlich mitsamt der Trägerin in einer eleganten blauen Raupe zu verschwinden, die gekonnt über den Bühnenboden dahinrobbt.

Als welch zartes, beflügeltes Geschöpf sich diese schließlich noch entpuppen wird, kann jeder selbst herausfinden, und als solches rückt es dann auch gleich in den Mittelpunkt einer Schattenszenerie - beste Gelegenheit für die Zuschauenden, herauszufinden, was sich damit so alles anfangen lässt. Da braucht es nur eine Lichtquelle und diverse Objekte, und schon ist das schönste Figurentheater zu Gange, kann man miteinander und füreinander Geschichten erzählen. Überhaupt erweist sich diese "Käthy im Wunderland" als ein sprudelnder Fantasiequell für alles, was sich mit ganz normalen oder auch ungewöhnlichen Dingen in Spiel und Verwandlung hervorzaubern lässt. Gänzlich ohne komplizierte Aufbauten oder technische Anlagen.

So ziemlich zum Schluss mit quasi ablaufender Spieluhr wirbelt ein aufgehängtes Säckchen rote Sandkörner auf eine spiegelnde Fläche, und das ist wahrlich zauberhaft anzuschauen. Offenbar auch ein Produkt der Marke Eigenbau - alle staunen und wundern sich. Und die Beschenkten sind glücklich, wenn Käthy am Ende rote Blütenblätter an die Kinder verteilt. Wobei ein kleines Mädchen, das auf ihrem Platz nichts abbekommen hat, blitzschnell noch die Gelegenheit nutzt, um sich weiter vorn zu platzieren.

Insgesamt eine sympathische Aufführung mit vielen Anregungen und szenischen Ideen, eine Entdeckungsreise für alle, die sich Fantasie und Lust am Spiel bewahrt haben. Da sollte man das neue Tanztheaterstück von Katja Erfurth getrost in den Spielplan aufnehmen - bis April scheinen zunächst aber keine weiteren Termine angekündigt zu sein. Oder sie muss damit auf Reisen gehen. Möglichst als Kurzstrecke, damit die kleinen Fans auch noch hinterherkommen können.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.02.2013

Gabriele Gorgas

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