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Die Staatsoperette Dresden und ihre ersten Premieren in der neuen Spielstätte

Auftakt Die Staatsoperette Dresden und ihre ersten Premieren in der neuen Spielstätte

Im Dezember 2016 soll es soweit sein: Die Staatsoperette Dresden bezieht ihren neuen Theaterbau im Kraftwerk Mitte. Als erste Premiere kündigt sie dafür Jacques Offenbachs Werk „Orpheus in der Unterwelt“ an. Nicht nur die Götter, auch das Publikum darf sich dann auf spritzige Musik und satirische Pointen freuen.

Intendant Wolfgang Schaller (2.v.l.) und die Dirigenten Peter Christian Feigel, Andreas Schüller und Christian Garbosnik (v.l.).
 

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden. Was wird das für ein Moment zum Feiern sein, laut sollen die Sektkorken knallen: Wenn die gelangweilten Götter vom Olymp hinab in den Hades steigen, um sich zu amüsieren, wenn der berühmte Höllen-Cancan erklingt und die Tänzerinnen juchzend die Szenerie erobern, wenn feurige Melodien mitreißen und die Doppelmoral der besseren Gesellschaft aufs Korn genommen wird. Wenn mit Licht, Technik und Raffinesse eine Bühnenwelt entsteht, in der Sänger und Chor brillieren können und der Orchesterklang farbenreich aufblüht! Dann, ja, kann man sagen, wird die Dresdner Staatsoperette in ihrem neuen Haus im Zentrum der Stadt angekommen sein und das Publikum mit ihr. Mit der 1858 uraufgeführten klassischen Operette von Jacques Offenbach „Orpheus in der Unterwelt“ will das bis dato in Leuben ansässige Ensemble seine neue Spielstätte in Besitz nehmen und bietet dafür einen der beliebtesten und spritzigsten Publikumsrenner als Auftaktinszenierung.

Nach jetzigem Stand der Arbeiten in und am Kraftwerk Mitte, wo die Stadt in alten Industriegemäuern zwei neue Theaterbauten – neben der Operette das Theater Junge Generation – mit einer Gesamtinvestition von 90 Millionen Euro errichten lässt, wird sich am 17. Dezember 2016 der Vorhang zur ersten Premiere heben. Am Pult steht bei diesem „Debüt“ in der neuen Umgebung Chefdirigent Andreas Schüller, die Inszenierung besorgt Hausregisseur Arne Böge, und Ballettdirektor Radek Stopka wird es garantiert eine besondere Freude sein, mit seinen Tänzern und Tänzerinnen endlich genug Platz zu haben für fantasievolle und raumgreifende Choreografien.

„Wir befinden uns im Endspurt“

„Wir befinden uns im Endspurt“, sagte Kulturbürgermeisterin Annekatrin Klepsch (LINKE) gestern bei der Vorstellung des ersten Spielplans für das künftige Haus. Sie sei sehr „froh, dass es trotz aller Schwierigkeiten gelungen ist, das Projekt für beide Theater zu realisieren“, und hoffe auf künstlerische Synergien zwischen den beiden Bühnen.

Auch Wolfgang Schaller, der noch einmal daran erinnerte, dass er ja 2002 als der Intendant ins Amt eingeführt worden ist, der das Ensemble an seine neue Spielstätte führen sollte, erwartet von dem Neubau die einem noch breiteren Programmspektrum dienlichen Bedingungen. Das treue Publikum will er bei der Stange halten, zugleich aber auch neues hinzugewinnen. 700 Besucher passen in den Saal, das sind etwa 100 mehr als an der alten Stätte in Leuben.

Alle Leonard-Bernstein-Fans dürfen sich auf den 22. Dezember freuen, dann gibt es die Begegnung mit einem frühen Werk des Amerikaners: „Wonderful Town“, eine Hommage an New York aus dem Jahr 1953, wird von Matthias Davids in Szene gesetzt, das Bühnenbild stammt von Mathias Fischer-Dieskau, einem Sohn des berühmten Sängers. Den Taktstock dazu hebt Peter Christian Feigel. Jeder Dirigent freue sich, wenn er Bernstein musizieren könne, betonte der 2. Kapellmeister an der Staatsoperette und verwies darauf, dass das Haus besonders bestrebt sei, verschiedenste Stilistiken zu bedienen.

„Eröffnungs-Gala“

Am 30. Dezember 2016 folgt mit einer „Eröffnungs-Gala“ unter Leitung des 1. Kapellmeisters Christian Garbosnik ein Abend, bei dem sich das Haus mit all seinen Facetten präsentieren will: Hundert Künstlerinnen und Künstler sind dann auf der Bühne zu erleben, vom Solisten, Chorsänger bis zum Tänzer. Für erfahrene Opern- und Operettengänger gibt es zudem ein Wiedersehen mit Kammersänger Axel Köhler, der durchs Programm führen und außerdem als Regisseur und Sänger mit der neuen Spielzeit zum festen Ensemblemitglied der Staatsoperette werden wird.

Jene, die seine Regiehandschrift z.B. bereits aus der Semperoper kennen, dürften mit Spannung seiner Lesart von Mozarts „Die Hochzeit des Figaro“ entgegensehen, die er am 13. Mai 2017 präsentieren wird. Damit setzt die Operette ihr Ansinnen fort, sich auch weiter verstärkt der Oper zuzuwenden. Die musikalische Leitung dieser Neuinszenierung übernimmt Andreas Schüller. Es sei für jedes Musiktheaterensemble wichtig, Mozart zu spielen, unterstrich der Chefdirigent.

Den Reigen der Premieren komplettiert ein dann erfüllter Herzenswunsch von Intendant Schaller: „María de Buenos Aires“ zur Musik von Astor Piazzolla ist eine Tango-Oper, in der der Tanz eine ganz besondere Rolle spielen dürfte. Es verwundert also nicht, dass Ballettdirektor Radek Stopka hier für Regie und Choreografie gleichermaßen zuständig sein wird. Der Vorhang soll sich am 23. Juni 2017 heben.

„Bin nur ein Jonny ...“

Zuvor, am 10. und 11. Juni 2017, sind zwei Aufführungen „Bin nur ein Jonny...“ angekündigt, die von Götz Alsmann präsentiert werden. „Das nicht geschriebene deutsche Musical“ soll u.a. daran erinnern, dass viele der erfolgreichen Komponisten und Interpreten der 1930er Jahre jüdischer Herkunft waren und allein aus diesem Grund nicht mehr aufgeführt, ins Exil gezwungen oder ermordet wurden. Das Konzert werde aufzeigen, so Wolfgang Schaller, welch großartige Entwicklung gestoppt wurde, als die Nationalsozialisten die Macht in Deutschland übernommen hatten.

Im Sommer 2017 geht die Staatsoperette zunächst in die Spielpause – auch weil dann, wie Schaller sagte, sicher so manches am Haus noch zu verändern, verbessern, erneuern sein wird. Für die anschließende Saison 2017/18 aber ist bereits jetzt eine Uraufführung angekündigt: „Zzaun!“ ist der eigentümliche Titel ein „Nachbarschaftsmusicals“, Buch: Tilmann von Blomberg, Musik und Songtexte: Alexander Kuchinka. Das Werk hat im Oktober 2015 bei „Creators“, dem ersten Wettbewerb für neue deutschsprachige Musicals, einen ersten Preis erhalten. Es zeichne sich, heißt es, „musikalisch durch einen satirisch-kulinarischen Musical-Stil-Mix mit Spaß an der Verwandlung und Parodie“ aus und befasse sich auf „boshafte Art und Weise mit dem weitverbreiteten Irrglauben, die Menschheit könnte in Harmonie miteinander leben“. Inszenieren wird Andreas Gergen, es dirigiert Peter Christian Feigel.

„Wiederaufnahmepremieren“

Die Staatsoperette wird natürlich neben den Neuinszenierungen auch „Wiederaufnahmepremieren“ bieten: Zu den dann peu à peu wiederzufindenden Stücken gehören laut Schaller „Catch Me If You Can“, „La Cage aux Folles“ (Ein Käfig voller Narren), „Im Weißen Rößl“, „Zar Saltan“, „Die Fledermaus“, „Die lustige Witwe“, „Die Zauberflöte“, „Candide“ und „Hänsel und Gretel“.

Bessere Spielbedingungen ermöglichen auch attraktive Gastspiele: So können die Dresdner u.a. „Fledermaus zu dritt“ und „Zu dritt im Weißen Rößl“ mit der Fliegenden Volksbühne Frankfurt Rhein-Main (13. Januar und u.a. 25. Februar 2017), „Eine Frau, die weiß, was sie will“ mit der Komischen Oper (22. und 23. Januar 2017) und das Ballett „KeimZeit“ von Silvana Schröder mit dem Thüringer Staatsballett (16./17. März 2017) auf den neuen Bühnenbrettern sehen.

Der Vorverkauf für die Vorstellungen von Januar bis Juli 2017 startet am 19. Mai 2016 in der Theaterkasse in Leuben. Ab eben diesem Tag auch hofft Wolfgang Schaller, eine Interims-Theaterkasse in einem Container am Wettiner Platz öffnen zu können. Der Vorverkaufstermin für die Vorstellungen im Eröffnungs-Dezember 2016 wird mit Verweis auf die noch andauernden Vorbereitungsarbeiten im Kraftwerk zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben.

Bis in den Oktober 2016 hinein soll übrigens im alten Haus auch noch gespielt werden, eine Sparvariante mit besonderen Programmpunkten.

Kartentel. 0351/2079999

www.staatsoperette.de

Von Kerstin Leiße

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