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Die Saison 2016/2017 im 800. Jubiläumsjahr der Dresdner Kreuzkirche

Sommer mit Orgelklang Die Saison 2016/2017 im 800. Jubiläumsjahr der Dresdner Kreuzkirche

Sommerzeit ist Orgelzeit in der evangelischen Dresdner Kreuzkirche. Die Kreuzchorvespern pausieren in diesen Wochen; erst am 13. August beginnen sie wieder. Dafür ist das 1963 von der Firma Jehmlich gebaute monumentale Instrument - mit 80 Registern Dresdens größte Kirchenorgel - häufiger zu hören.

Die Dresdner Kreuzkirche.

Quelle: Sebastian Kahnert

Dresden. Sommerzeit ist Orgelzeit in der evangelischen Dresdner Kreuzkirche. Die Kreuzchorvespern pausieren in diesen Wochen; erst am 13. August beginnen sie wieder. Dafür ist das 1963 von der Firma Jehmlich gebaute monumentale Instrument - mit 80 Registern Dresdens größte Kirchenorgel - häufiger zu hören, wie Kreuzorganist Holger Gehring am Dienstag vor Journalisten sagte. „Bis zu vier Veranstaltern pro Woche wird es geben.“ Das sind immer mittwochs, 20 Uhr, die Internationalen Dresdner Orgelwochen im Rahmen des Dresdner Orgelzyklus, jeden Sonnabend, 15 Uhr die Reihe „Orgelsommer“, dienstags und donnerstags 15 Uhr gibt es eine Viertelstunde „Orgel Punkt Drei“, hinzu kommt noch ein weiteres Konzert. Holger Gehring erwartet dazu wie auch in den Jahren zuvor bis zu tausend Besucher in einer Woche.

Die Jehmlich-Orgel verfügt über reiche Klangmöglichkeiten. Diese Variantenbreite wollen Organisten aus ganz Europa vorführen. „Sie bringen auch Musik aus ihren Heimatländern mit“, so Gehring. Den krönenden Abschluss der Internationalen Dresdner Orgelwochen bildet ein besonders klangprächtiges Sonderkonzert für Orgel und Orchester am 14. September. Gehring: „Das ist ein Highlight zum 800. Jubiläum von Kirche, Chor und Gymnasium.“ Erklingen soll ein opulentes romantisches Programm mit Werken von Franz Liszt - in großer Besetzung. An Tasten und Pedal ist Holger Gehring zu erleben, begleitet von der Dresdner Philharmonie unter Martin Haselböck (Wien). Karten für die Konzertsaison 2016/2017 bekommt man vom 2. Juli an.

Im Herbst veranstaltet die Neue Bachgesellschaft ihr 91. Bachfest in Dresden. Zum Michaelisfest am 24. September erklingt zum Beispiel Bachs besonders virtuose Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“. Am Tag darauf folgt seine berühmte h-Moll-Messe mit Kreuzchor und Akademie für Alte Musik Berlin. Mammut-Programme sind an zwei Abenden geplant: am 28. September erst das Konzert „Bach und die Sophienkirche“, anschließend die „Lange Bachnacht“; am 2. Oktober zunächst „Bachs Lutherische Messe und ihre Ursprungskantaten“, an die sich „Bach zur Nacht“ anschließt.

Aus dem Programm

30. Juni: 19 Uhr, Chorempore, Vortrag mit Lesung und Musik über die Kreuzkantoren Oskar Wermann und Otto Richter zwischen 1876 und 1930

3. Juli: 9.30 Uhr, Themensonntag zu den Zehn Geboten mit Vortrag von Olivier Dantine (Salzburg) zu „1731 - Salzburger Exulanten - Flüchtlinge heute“ im Gottesdienst; weitere Themensonntage bis 7. August

24. September: 17 Uhr, Vesper zum Michaelisfest im Rahmen des Bachfestes, Kantate „Jauchzet Gott in allen Landen“ (BWV 51) von Johann Sebastian Bach, auch am 25. September im Gottesdienst 9.30 Uhr

25. September: 17 Uhr, Messe in h-Moll (BWV 232) von Johann Sebastian Bach mit Kreuzchor und Akademie für Alte Musik (Berlin)

28. September: 19 Uhr, Bach und die Sophienkirche; 20.30 Uhr Lange Bachnacht

2. Oktober: 18 Uhr, Bachs Lutherische Messe und ihre Ursprungskantaten;

21 Uhr „Bach zur Nacht“

10. November und 26. März: 20 Uhr, „Ich, Judas - Einer unter euch wird mich verraten“ mit Ben Becker und Domorganist Andreas Sieling (Berlin)

30. November: 20 Uhr, Weihnachtliches Orgelkonzert, Salve Regina - Magnificat - Passion und Auferstehung - Zehn Gebote, zu Bildern aus der Kreuzkirche aus fünf Jahrhunderten

19. Januar 2017: 20 Uhr, „Feidman Plays Beatles and More“ mit Giora Feidman & Rastrelli Cello Quartett

11. Februar 2017: 17 Uhr, Gedenkkonzert zur Erinnerung an den 13.

Februar 1945, „Wie liegt die Stadt so wüst“ von Rudolf Mauersberger und Oratorium „In terra pax“ von Frank Martin, Kreuzchor, Vocal Concert Dresden, Orchester

Eine ungewöhnliche Veranstaltung kündigte Holger Gehring für den Spätherbst an: ein vorweihnachtliches Orgelkonzert am 30. November, bei dem Musik Bilder aus fünf Jahrhunderten interpretiert, die einmal in der Kreuzkirche gehangen haben. So zum Beispiel das Gnadenbild „Maria Hilf“ von Lucas Cranach dem Älteren, das sich heute im Dom St. Jakob in Innsbruck befindet, die „Zehn-Gebote-Tafeln“ von Hans dem Maler, mittlerweile im Dresdner Stadtmuseum, oder der Renaissance-Altar von Hans Walther, der die Kirche St. Johannis in Bad Schandau schmückt. Die Zuhörer werden sie zum Konzert per Projektion auf einer großen Leinwand vor Augen haben.

Zum Gedenken an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 erklingt am 11. Februar 2017 ein Stück, das nicht so häufig zu hören ist: Frank Martins „In terra pax“ von 1945. Gleich zwei Mal zu Gast ist der bekannte Schauspieler und Sänger Ben Becker, zuerst am 10. November, dann am 26. März. Er kommt gemeinsam mit dem Berliner Domorganisten Andreas Sieling und führt das von ihm selbst inszenierte „Ich, Judas - Einer unter euch wird mich verraten“ auf. Da sind Texte aus dem Matthäusevangelium zu hören, Passagen aus dem Roman „Judas“ von Amos Oz und aus dem Monolog „Ich, ein Jud“ von Walter Jens. In Berlin haben die Zuschauer Ben Becker dafür im vergangenen Jahr groß bejubelt.

Auch der wohl berühmteste Klezmer-Klarinettist Giora Feidman, im Frühjahr 80 geworden, kommt in die Kreuzkirche, am 19. Januar, gemeinsam mit dem Rastrelli Cello Quartett. Damit die Zuhörer sicher zu den Emporen gelangen, werden die Treppenhäuser weiter saniert. Spenden dafür sammelt der Förderverein vor allem, indem er gegen 500 Euro eine Patenschaft für eine Treppenstufe vergibt und dann den Namen des Spenders daneben schreibt. Fast alle Stufen in Aufgang B sind auf diese Weise vergeben worden, wie Pfarrer Holger Milkau sagte. Für 5000 Euro kann man ein Podest spenden. Das haben unter anderem Gerhard Schöne und seine Freunde getan. Nach Ostern 2017 können die Bauarbeiten beginnen.

Die sechs „Bürgerversammlungen“ als Reaktion auf Pegida und Gegendemonstrationen im zurückliegenden halben Jahr betrachtet Superintendent Christian Behr grundsätzlich als etwas Positives, wenngleich er das Echo an Bedenken dazu nicht überhört hat. „Da haben sich Fragen wiederholt, haben wir manche Unmutsäußerungen fünf Mal gehört, musste sich Ministerpräsident Stanislaw Tillich Beschimpfungen gefallen lassen. Aber einige Hundert mussten in der Kirche anderen zuhören, was sie sonst nicht tun. Die Referenten, der Oberbürgermeister und ich sind mit vielen Menschen in Kontakt gekommen.“

der Kartenvorverkauf startet am 1. Juli, Konzertkasse: Haus an der Kreuzkirche, An der Kreuzkirche 6; geöffnet Mo.-Fr. 10-18 Uhr, Sa. 10-14 Uhr; Tel. 0351 / 4393939; E-Mail konzertkasse@kreuzkirche-dresden.de

www.kreuzkirche-dresden.de

Von Tomas Gärtner

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