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Die Sängerknaben aus Dresden und Leipzig sind im Weihnachtsstress

Die Sängerknaben aus Dresden und Leipzig sind im Weihnachtsstress

Manchmal nervt es, wenn am ersten Weihnachtsfeiertag morgens um vier der Wecker klingelt. Dann heißt es im Alumnat des Dresdner Kreuzchores: Raus aus den Federn.

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Der Dresdner Kreuzchor hat eine reichlich 700-jährige Tradition.

Quelle: Dietrich Flechtner

Denn um sechs Uhr steht die traditionelle Christmette in der Kreuzkirche an. Nicht immer leicht für die 150 Jungen im Alter zwischen 9 und 18 Jahren. „Aber man hat ja ein wichtiges Amt", sagt der 14 Jahre alte Kruzianer Richard mit Blick auf die reichlich 700-jährige Tradition des Knabenchors. „Es macht trotzdem Spaß, schließlich machen wir die Leute glücklich."

Die Christmette ist nur einer von vielen Terminen in der Weihnachtszeit, in der die Sängerknaben einen wahren Konzertmarathon absolvieren: Weihnachtsoratorium, Liederabende, Tourneen und Gottesdienste stehen auf dem Programm - bis zu 20 Veranstaltungen sind es allein im Dezember. Hinzu kommen tägliche Proben. „Für die Jungs ist das harte Arbeit", sagt Kreuzchor-Sprecher Christian Schmidt. Auch am Heiligabend, wenn Gleichaltrige schon längst ihre Geschenke auspacken, singen sie in der Kirche.

Erst spät am Abend bleibt Zeit für Besinnliches: Im Alumnat gibt es ein festliches Weihnachtsessen und Bescherung, später werden alle Lichter ausgeschaltet. „Dann laufen die Jungs mit Kerzen durch die Schule und singen Weihnachtslieder - da sind sie ganz bei sich und für sich", erzählt Schmidt. Weihnachten ist für die Sängerknaben zwar eine stressige Zeit. „Aber auch schön und intensiv", findet ein 16 Jahre alter Kruzianer.

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Der Thomanerchor beim Auftritt mir dem Weihnachtsoratorium im Jahr 2009.

Quelle: Wolfgang Zeyen

Auch die Sängerknaben des Thomanerchores in Leipzig eilen in der Weihnachtszeit von Auftritt zu Auftritt - rund 15 Veranstaltungen stehen an, für die täglich geprobt werden muss. „Das ist eine wirklich intensive Zeit", sagte Chorsprecherin Uta-Maria Thiele. Ebenso wie die Kruzianer sind die Thomaner am Heiligabend nicht in ihren Familien, sondern stehen in der Kirche. „Die Jungen beschenken sich aber abends aber im Internat und bekommen Präsente von der Chorleitung", so Thiele.

Der zwischen 1723 und 1750 von Johann Sebastian Bach geleitete Knabenchor gilt als einer der ältesten und besten der Welt. Vor allem die Aufführungen des Weihnachtsoratoriums von Bach mit dem Gewandhausorchester zählen zu den musikalischen Höhepunkten im Konzertjahr der Thomaner. „Für viele Leipziger gehört ein Besuch einfach zur Weihnachtszeit dazu", erklärt Thiele. Bereits viele Wochen vorher seien die Konzerte ausverkauft.

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Sehr engagiert dabei: der Dirigent und Kreuzkantor Roderich Kreile.

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Zum Ausgleich für ihren stressigen Alltag toben sich die Jungen gern auf dem Fußballplatz aus, fahren Fahrrad, spielen Tischtennis und hören Musik. Dann steht allerdings nicht nur Klassik auf dem Programm, sondern auch Hip-Hop oder Rockmusik. „Ganz normale Jungs eben", sagt Thiele. Seit 1212 werden an der Thomaskirche und in der zugehörigen Schule Knaben ausgebildet. Im nächsten Jahr begeht der Thomanerchor sein 800-jähriges Jubiläum. Gefeiert wird mit fünf Festmusiken, im März gibt es eine Festwoche zum Thomaner-Geburtstag - unter anderem auch mit einem internationalen Knabenchortreffen.

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Thomanerchor und Gewandhausorchester führen Johann Sebastian Bachs Weihnachtsoratorium BWV 248 (Kantaten 1-6) in der Thomaskirche auf. Das traditionelle Konzert findet immer in der Adventszeit statt.

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Auch bei den Dresdner Kruzianern stehen im kommenden Jahr wieder zahlreiche Gastspiele, Konzerte und unter anderem eine Tournee nach Japan an. Bevor das neue Jahr beginnt, heißt es für die jungen Sänger allerdings erst einmal durchatmen: Denn am Nachmittag des ersten Weihnachtsfeiertages geht es nach Hause zu den Familien - Geschenke auspacken und entspannen unterm Tannenbaum.

Christiane Raatz, dpa

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