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Die Sächsische Akademie der Künste sieht ihre ungewisse Zukunft in Dresden mit Optimismus

Die Sächsische Akademie der Künste sieht ihre ungewisse Zukunft in Dresden mit Optimismus

Kunst und Kultur auf der Baustelle. Die Sächsische Akademie der Künste empfing gestern erstmals in ihren neuen Räumen am Dresdner Palaisplatz / Ecke Königstraße, nachdem ihr bisheriges Domizil geräumt werden musste.

Der Stellvertretende Akademiepräsident Wilfried Krätzschmar war sichtlich bemüht, dem, wie er hofft, nur vorübergehenden Auszug aus dem Blockhaus etwas Positives abzugewinnen. Umgeben von Handwerkern, die in der künftigen Bleibe malern, elektrische Leitungen verlegen und Fußböden bearbeiten, klang das durchaus nach einer Perspektive.

Dennoch schien die Verärgerung groß. Das Blockhaus war im Juni 2013 geflutet worden, was schon mal ein Grund für den Auszug war. Dann sollte es renoviert werden, ein zweiter Grund, dann sollte es nicht renoviert werden, ein dritter Grund. Klingt paradox? Der Freistaat hülle sich in "beredtes Schweigen", meinte Krätzschmar dazu, man sei ausschließlich auf Vermutungen angewiesen, was die Zukunft des als Ort von Kunst und Kultur anerkannten Hauses an der Augustusbrücke betreffe. "Wir waren dort öffentlich wahrnehmbar, deswegen wollen wir unbedingt dorthin zurück." Als Veranstaltungsstätte wurde das Haus nicht nur von der Akademie genutzt, sondern stand mietfrei weiteren Einrichtungen des Freistaats offen. Während jedoch keine Entscheidungen kommuniziert wurden, sei die Akademie "in der Burg ausgehungert worden", so Krätzschmar, "vor Weihnachten sind uns die Medien gekappt worden, wir hatten kein Wasser und heizten mit privaten Geräten."

Die im Moment "außergewöhnliche Situation" der Akademie will der Dresdner Komponist aber nicht als Beschwerde formulieren, vielmehr bringe die neue Adresse gleichzeitig die Chance, neue Veranstaltungsformen zu etablieren und neue Potentiale zu wecken. Froh sei er über dreißig neue Mitglieder, die zu einer deutlichen Verjüngung der 1996 gegründeten Akademie beitrügen. Vor allem die Generation der etwa Fünfzigjährigen sorge für frischen Wind, dazu zählten u.a. neue Mitglieder wie Peter Geist, Robert Koall, Rebecca Saunders und Jan Vogler. Aber auch Hellerau-Chef Dieter Jaenicke und Ekkehard Klemm als Rektor der Musikhochschule dürften künftig eine noch engere Vernetzung diverser Institutionen bewirken. Beispielsweise sei zum bevorstehenden 80. Geburtstag des Akademiepräsidenten Peter Gülke ein Kolloquium mit der Hochschule im Gespräch.

Andere Veranstaltungen müssten dem neuen Ort angepasst oder aber mit Partnern in deren Einrichtungen durchgeführt werden. Zum Gedenken an den Beginn des 1. Weltkrieges werde es bspw. im März ein Produktionsgespräch mit Regisseur Wolfgang Engel im Schauspielhaus geben. Auch die schon länger geplante Ausstellung mit den Preisträgern des Gottfried-Semper-Architekturpreises im Lichthof des Finanzministeriums werde stattfinden.

Im Hinblick auf das bevorstehende zwanzigjährige Bestehen der Sächsischen Akademie der Künste sei derzeit vieles offen. Gegenwärtig würden die Gründung einer neuen Klasse für Film und Medientechnik, die stärkere Einbeziehung von Zeitzeugen sowie ein ordentliches Archiv, das auch Nachlässen offenstehen soll, diskutiert. Von Kultursenat wurde darüber hinaus ein Ausblick auf die Jahre 2020 bis 2030 angeregt, um die Zukunftsfähigkeit und Zeitgenossenschaft der jetzt 172 Mitglieder umfassenden Akademie zu untermauern. Das gehe mit einer Erweiterung auf den mitteldeutschen Raum sowie mit Brückenschlägen zu den osteuropäischen Nachbarländern einher.

Bereits im Sommer stehen die Wahlen des Akademiepräsidenten sowie der Sekretäre der einzelnen Akademieklassen an. Bis dahin soll das Domizil am Palaisplatz 3 komplett arbeitsfähig sein, einschließlich eines Veranstaltungsraumes, der immerhin rund 60 Besuchern Platz bieten wird, und eines für Sommerkonzerte gut nutzbaren Innenhofs. Auf etwa fünf Jahre Interim sei die Akademie jetzt eingestellt. Von ihrer Forderung, ins Blockhaus zurückzukehren, weiche sie aber nicht ab, hieß es inmitten von Malern und Bauleuten.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2014

Michael Ernst

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