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Die Sächsische Akademie der Künste lädt im Herbst zum Meinungsstreit ein

Die Sächsische Akademie der Künste lädt im Herbst zum Meinungsstreit ein

Repräsentation war einmal. Heute will die Sächsische Akademie der Künste (SAK) vor allem Diskussionsforum sein, wie Präsidialsekretär Klaus Michael im Gespräch sagt.

Wie entstanden Bücher zu DDR-Zeiten? Wie verändern sich Kunst und Kultur im Freistaat? Greifen Künste in die Gesellschaft ein? Was macht zeitgenössische Architektur unverwechselbar? Mit Fragen wie diesen will die Akademie sich im Herbst beschäftigen. Bis Ende November sind zehn Veranstaltungen geplant - Lesungen, Gespräche, Vorträge, Kolloquien, Werkstattsymposien und Konzerte.

Ihren Sitz, das Dresdner Blockhaus, kann die Akademie als Veranstaltungsort jedoch nicht nutzen, wie Klaus Michael sagt. Derzeit werden die Schäden repariert, die das Hochwasser vom Juni hinterlassen hat. "Wann wir dort wieder Veranstaltungen anbieten können, ist offen." Die Akademie nutzt deshalb Räume ihrer Kooperationspartner. Für die erste Veranstaltung am 5. September, 19 Uhr, zum Beispiel den Festsaal des Marcolini-Palais im Krankenhaus Dresden-Friedrichstadt. Die Schriftsteller Friedrich Dieckmann, Thomas Rosenlöcher und Ingo Zimmermann führen ihre Zuhörer ins Jahr 1813 und zeigen Johann Wolfgang von Goethe und E.T.A. Hoffmann anhand von deren Tagebüchern und Briefen als zwei "Dichter zwischen den Fronten" des Napoleonischen Krieges in Sachsen.

Strukturwandel von Kunst und Kultur im Freistaat

Bei einem Gespräch in Leipzig, im Haus des Buches, geht es am 23. September um die Entstehung der Antho-logie "Molotow-Cocktail auf fremder Bettkante" mit Lyrik in der DDR. Aufgenommen wurden darin auch Dichter, die offiziell nicht publizieren durften.Mit dem Strukturwandel von Kunst und Kultur im Freistaat beschäftigt sich eine Werkstatt am 22. Oktober in Hellerau. Drei Präsidenten - Peter Gülke (SAK), Ulf Großmann (Kulturstiftung) und Christian Schramm (Kultursenat) - wollen Bilanz ziehen. Gemeinsam hatten diese drei Institutionen unter der Überschrift "Ressource Kultur" in den vergangen Jahren über Auswirkungen des demografischen Wandels diskutiert. Darüber, was an Kultur auf dem Lande und mit welchen Akteuren möglich ist, ob die Ressourcen reichen, über Kooperationen und Netzwerke. Die Ergebnisse sollen auch als Vorarbeit für die anstehende Evaluierung des sächsischen Kulturraumgesetzes dienen, wie Klaus Michael sagt. "Wir erwarten, dass dort auch Empfehlungen ausgesprochen werden."

Ihre Mitgliederversammlung vom 25. bis 27. Oktober in Wittenberg will die Akademie mit einem Städtebaukolloquium und einer Diskussion kombinieren. Veranstaltungsort ist die Sachsen-anhaltinische Stadt deswegen, weil sie bis 2017, dem 500. Reformationsjubiläum, im Zentrum der Luther-Dekade steht. Debattieren wollen die Teilnehmer vor diesem Hintergrund über Architektur und Stadtplanung zwischen Geschichte, Traditionspflege und heutigen Bedürfnissen, Wünschen und kommerziellen Interessen.

Über "Künste als Medien gesellschaftlicher Veränderungen" soll in Wittenberg auf einer Abendveranstaltung am 26. Oktober diskutiert werden. In der Reformationszeit hatte der Buchdruck eine neue Öffentlichkeit geschaffen. Aber wie steht es heute mit Internet, Facebook, Flashmob, mit Straßenkunst, Guerillagärtnern, Sprayern? Sind sie die neue Avantgarde? Wie wirken sie in den öffentlichen Raum hinein?

Subversive Performance- und Aktionskunst der Siebziger und Achtziger Jahre in der DDR steht im Mittelpunkt eines Werkstattsymposiums am 4. November in der Dresdner Hochschule für Bildende Künste. Rein ästhetischer Protest oder auch politischer? "Wir wollen nicht nur fragen: Was war?", betont Klaus Michael. "Sondern auch: Was hat heute noch Gültigkeit?" Vor allem um den ästhetischen Wert soll es gehen. "Nicht immer adelt eine politische Verfolgungsgeschichte schon das Werk." Mit ausgegrenzten Kunstrichtungen wie diesen habe sich bislang kein größeres Projekt beschäftigt. "Es stellt sich die Frage der Kanonisierung: Welche Werke repräsentieren die Kunst in der DDR?"

Wie eine unverwechselbare Handschrift in der Architektur heute aussieht, darum geht es bei zwei Veranstaltungen im November in der Dresdner Kunsthochschule. Die beiden Architekten Alexander Schwarz (Berlin) und Muck Petzet (München) sprechen über ihre Gestaltungsmöglichkeiten und Strategien. Drei Jahre lang haben international renommierte Landschaftsarchitekten in Dresden Anregungen gegeben, wie Stadtentwicklung neu gedacht werden kann. Diese erscheinen jetzt unter dem Titel "Landschaftsarchitektur - neue Positionen" als Buch. Vorgestellt wird es am 26. November im Stadtmuseum.

Auf der Mitgliederversammlung am 26. Oktober sollen neue Mitglieder gewählt werden. Der 1996 gegründeten Sächsischen Akademie der Künste gehören 146 Mitglieder oder korrespondierende Mitglieder an. Organisiert sind sie in fünf Klassen: Baukunst, Bildende Kunst, Darstellende Kunst und Film, Literatur und Sprachpflege sowie Musik. Besonders stark vertreten seien Mitglieder zwischen 55 und 75 Jahren, so Klaus Michael. Die zwischen 40 und 45 hingegen seien unterrepräsentiert.

www.sadk.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 27.08.2013

Tomas Gärtner

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