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Die Ostrale hat bis 2022 ein festes Quartier auf der Ostrainsel - und große Pläne

Die Ostrale hat bis 2022 ein festes Quartier auf der Ostrainsel - und große Pläne

Mit den Visionen ist das ja bekanntlich so eine Sache, nicht erst seit Helmut Schmidts berühmt gewordener Empfehlung eines Arztbesuches. Das liegt in unseren Tagen auch daran, dass in gefühlt jeder zweiten Pressemitteilung irgendwelche kleinen Neuigkeiten als große Visionen gefeiert werden.

Die Freude über zurückhaltendes Understatement ist vor allem deshalb immer wieder groß, weil es immer seltener gepflegt wird.

Nach diesem semiglobal-kritischen Einstieg sei sofort angefügt: Es gibt auch Orte, wo Pläne durch Geduld erst zu Fassbarem werden - und dann Visionen entstehen, denen zwei wichtige Aspekte innewohnen: erstens, dass sie umgesetzt werden; zweitens, dass diese Umsetzung auch einen Effekt, eine Ausstrahlung weit über den Ort hinaus entfaltet, an dem sie geschieht. Und damit wären wir bei der Ostrale, jenem eigenwillig-mutigen, seit 2007 laufenden Projekt, das der Stadt einen festen Ort für zeitgenössische Kunst beigeben will.

Nun stehen die Zeichen für eine neue Dauerhaftigkeit der Ostrale besser denn je. Bereits am 20. Januar sei ein Mietvertrag mit einer Laufzeit von zehn Jahren unterzeichnet worden, sagte die Ostrale-Direktorin Andrea Hilger. Drei Parteien sind involviert: die Ostrale selbst, der Ostrale-Förderverein und die Gesellschaft für Immobilienwirtschaft Dresden mbH. Damit ist das bisherige Hangeln von einem Jahr zum nächsten für einen absehbaren Zeitraum Geschichte.

Erstmals sei nun eine langfristige Planung möglich, sagte Hilgers Kollege Martin Müller. Wobei er ausdrücklich die neuen Chancen öffentlicher Förderung wie beispielsweise für die Sanierung der Futterställe hervorhob. Die Ställe sollen so umgebaut werden, dass sie künftig eine ganzjährige Arbeit als Kunstort ermöglichen. Beim gestrigen Pressetermin ließ allein die Tatsache, dass es im Gebäude noch kälter war als draußen, ahnen, wie viel Aufwand bei der Sanierung betrieben werden muss. Vom Denkmalschutz ganz zu schweigen. Hilger bezifferte die Umbausumme für die rund 8000 Quadratmeter umfassenden Räumlichkeiten der Futterställe auf etwa 4,5 Millionen Euro - "und da wäre noch nicht mal alles gemacht".

Den Optimismus einer raschen Umsetzung der Pläne dämpfte Bernd Kugelberg vom Förderverein jedoch umgehend. "Jetzt ist es erst mal ein Blick in die leere Tasche", sagte er. Um Fördergeld zu bekommen, müssten zudem Eigenanteile bereitgestellt werden. Also heißt es: Sponsoren suchen. Doch auch wenn der Umbau eines Tages vollzogen sein wird - "der Festivalcharakter der Ostrale wird bleiben", versprach Müller.

Für die diesjährige Ausgabe, die am 13. Juli unter dem Titel "homegrown" beginnt, sind ähnliche Größenordnungen zu erwarten wie 2011. Von rund 500 sich bewerbenden Künstlern seien 100 ausgewählt worden, weitere 50 kommen auf ausdrückliche Ostrale-Einladung. Die Zahl der Bewerbungen sei damit geringer als im Vorjahr, "aber qualitativ besser", sagte Hilger. Die Gesamtausstellungsfläche soll sich nicht ändern: rund 15 000 Quadratmeter. Auch die Internationalität bleibt bestehen, die Teilnehmer kommen aus etwa 25 Ländern.

Die Ostrale-Macher setzen außerdem auf verstärkte Kooperation wie mit der Hochschule für Bildende Künste (HfBK) und dem Sächsischen Künstlerbund. Da die Ostrale'012 und die HfBK-Diplomausstellung im Oktogon am selben Tag eröffnen, soll unter anderem ein Shuttle-Service eingerichtet werden, damit das Publikum nichts verpasst. Torsten Klaus

www.ostrale.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 17.02.2012

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