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Die Natur als Formvorgabe - Malerei und Druckgrafik von Karlheinz Georgi in der Galerie K Westend

Die Natur als Formvorgabe - Malerei und Druckgrafik von Karlheinz Georgi in der Galerie K Westend

Die Natur ist für den Dresdner Maler und Grafiker Karlheinz Georgi in seinen Bildern Formenvorgabe für die Suche nach dem imaginären Raum. Dabei stellt er die Plastizität der Landschaft, aber auch der Architektur in den Mittelpunkt und provoziert Assoziationen.

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Karlheinz Georgi: Stele. 2014, Montagedruck.

Quelle: Repro: Galerie

Der Betrachter wird in ein Formen- und Strukturgefüge verwickelt, dem die Illusion des Raumes zugrunde liegt. Transportmittel für die Wirkung seiner Bilder ist die Sinnlichkeit des Materials, die Verarbeitung von Sanden, der pastose Farbauftag und Öllavuren in der Malerei sowie die Einbeziehung von flexiblen Versatzdruckstücken (gefundenes Holz, Pappen und Papier) in der Grafik, ihre collageartige Integration in den Druck.

In der Grafik verändert sich der jeweilige Farbcharakter bei Beibehaltung der stereotypen Komposition. In ihr verarbeitet er Stimmungen und setzt sie in unterschiedlichen Farbtönen um. Sinnlichkeit und Stoizismus gehen Hand in Hand. Landschaftliches ist immer im Kalkül. So sucht Karlheinz Georgi im Bild immer die Horizontale, eine durchgehende Zäsur, die zur Wichtung und Identifikation des Pseudolandschaftlichen als Naturassoziation beiträgt. Im freien Spiel mit den Bildelementen montiert er meist dunkle Fixpunkte und solitäre Restflächen; die Struktur des Druckmaterials dagegen bildet den schwingenden, lebendigen, atmenden Bildhintergrund. Einmal sind es die besondere Farbigkeit, sind es die Valeurs, andererseits die durch die Druckform vermittelte Symbolik und Zeichenhaftigkeit, die ins Seelische übertragen wird. Dabei arbeitet er mit der Naturform des Holzes, seiner Maserung und Struktur. Es herrscht eine feine Tektonik im Aufbau von landschaftlichen und architektonischen Elementen. Symmetrie wird befragt. Stelenförmiges streckt sich nach oben. Helles Leuchten des "Himmels" wie zur Zeit der Dämmerung. So spürt man immer eine spielerische Übertragung von Empfindungen ins Bildliche. Zum Beispiel feiert er in einer Arbeit das "Geburtstagsfest der Geometrie" mit ineinander greifenden Rechtecken von Wänden und Flächen. Symbolisiert werden dabei Leere und Fülle, Aufsteigen und Herabfallen. Plötzlich erscheint ein Riss mitten in einer bergartigen Form, breitet sich die Weite des Meeres aus, scheint die Schönheit der Fundstücke auf, der Abdruck von zerbrochenen Hölzern, der filigrane Strukturen erzeugt.

Die Malerei lebt zum großen Teil von der Grafik. Die Formate sind mittelgroß und ähnlich dimensioniert. Meist in Acryl arbeitend, löst er es mit Wasser bis zum aquarellartigen Zustand, bezieht Sande und Öllavuren ein. Dabei bewähren sich die großzügigen Gliederungsvorzüge in der Fläche, die Kommunikation der Formen zu weiten, meist strengen "Sehnsuchtsbildern", die den geistigen Innenraum durch die Fantasie des Künstler spiegeln. Unter den hervorstechendsten Bildern rangiert eine Arbeit, die ein geöffnetes Fenster mit Blick auf eine fernen Gebirgszug assoziiert. Zwei Bilder widmen sich der Quadratform, die Georgi als "Etüden" charakterisiert. Die feste, ruhige Form des Quadrates, das er geschickt in seine Bilder "einbaut", verleiht ihnen einen Hauch von Geometrie, die sachlich und stoisch mit dem lebendig fließenden, perlenden und schlierenden Farbauftrag korrespondiert.

Der studierte Architekt, der bei Prof. Georg Nerlich an der Fakultät Architektur der TH (später TU) zunächst als Assistent für Malerei arbeitete, erhielt nach dessen Weggang den Lehrauftrag und nach der Wende die Professur für Darstellungslehre. Seit dem Jahr 2000 ist er als freier Maler und Grafiker in Dresden tätig.

Bis 30. Juni. Galerie K Westend, Westendstraße 21, geöffnet Fr 15-18, Sa 14-17 Uhr und nach Vereinbarung unter Tel. 0351/401 49 45.

www.doctor-kahlerts.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2014

Heinz Weißflog

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