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Die Lust der Körpersprache: Werke von Peter Zaumseil in der Galerie art+form

Die Lust der Körpersprache: Werke von Peter Zaumseil in der Galerie art+form

In diesem Sommer begeht der in Elsterberg (Vogtland) lebende Holzschneider und Maler Peter Zaumseil seinen 60. Geburtstag. Aus diesem Anlass stellt die Galerie art+form Auszüge aus seinem Lebenswerk vor, darunter besonders Arbeiten aus jüngster Zeit.

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Peter Zaumseil: Herbst im Park, Farbholzschnitt, 2011.

Quelle: Repro: Künstler/Galerie

Seit mehr als 15 Jahren begleitet die Galerie das künstlerische Œuvre Zaumseils. Der über die Landesgrenzen hinaus bekannte Künstler brilliert besonders im Holzschnitt, Acrylbilder und Ölkreidezeichnungen ergänzen die Schau, dazu Holzskulpturen und Plastiken aus jüngster Zeit..

Die alte Technik des Holzschnittes aus dem Spätmittelalter erlebte am Anfang des 20. Jahrhunderts einen neuen Höhepunkt, besonders in der expressionistischen Kunst. Auch Peter Zaumseils Arbeiten sind im gewissen Sinne expressiv. Beim Figürlichen hat er die Körperformen auf Bewegungsabläufe reduziert und ihren Ausdruck stark überhöht. Dabei nutzt er beim Farbholzschnitt die Technik der "verlorenen Form". Ein und derselbe Druckstock wurde von Farbe zu Farbe heruntergeschnitten. So ist jeder Handabzug ein Unikat. Zaumseils Drucke sind voller Kontraste und leuchten von innen heraus, wobei "die lebendige Oberfläche des Holzes bewahrt wird", wie er selbst es ausdrückt. Dieser sinnliche Eindruck wird durch Streckung der Körperproportionen verstärkt.

Erotisch sind fast alle Motive. Zwischen Konturen und Flächen entsteht eine innere Spannung. Über das Kürzel des Körperlichen werden Empfindungen transportiert: Bewegungen wie bei Tanz und Tango demonstrieren das Ringen zwischen Mann und Frau. Die Anmut der Körper strahlt voller Lebensfreude, die aus dem Künstler kommt, der ein ausgeglichener und froher Mensch ist, manchmal voller Andeutungen, Witz, aber auch ein bisschen frech. Seine Lebensfreude nimmt von Jahr zu Jahr zu. Neben den "Tänzerinnen", die herzhaft-anmutig wie im Ballettsaal agieren und in verschiedenen Posen dargestellt werden, gibt es in der Ausstellung eine Reihe von Farbholzschnitten mit strahlend klaren Landschaften vom Nil und zu Hause - ein Höhepunkt der Ausstellung. Die Feinheit des Schnittes und die Frische der Farben frappieren.

Neben den grafischen Blättern gibt es auch Ölkreidezeichnungen, Miniaturen von einem Aufenthalt in Südfrankreich, die über die reine Skizze hinausgehen, aber wie schnell und sicher hingeworfene Notate wirken, sowie einige Acrylbilder über die peruanische Berglandschaft mit ihrem weiten Himmel. Den grafischen Blättern sind in der Ausstellung benutzte Druckstöcke ("Großes Paar", 2008, in der verlorenen Form) beigegeben, die von Zaumseil bemalt und demonstrativ als Negativform neben sie platziert wurden. Den kleinen Raum am Schaufenster bevölkern mehrere Holzplastiken (Akazie, 2011), die, ebenfalls überschlank und miteinander kommunizierend, durch ihre expressive Gestik auffallen. Sie wirken wie dreidimensional umgesetzte Holzschnitte des Künstlers. Die kleinen Torsi sind bemalte Gips- oder Rakufiguren, die wie Bronzen anmuten. Ein großes Ölbild im Verkaufsraum zeigt einen schlafenden weiblichen Akt (Lampion, 2014), bei dem Zaumseil fast monumental die Expressivität des Holzschnittes verinnerlicht und in Malerei umgesetzt hat.

bis 16. Juli. Galerie art+form, Bautzner Straße 11, geöffnet Mo-Fr 10-20, Sa 10-18 Uhr, Kontakt: Tel. 0351 803 13 22

www.artundform.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.07.2015

Heinz Weißflog

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