Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 8 ° Regen

Navigation:
Google+
Die Londoner Australierin Emily Barker kommt in den Beatpol

Brücke-Künstlerin Die Londoner Australierin Emily Barker kommt in den Beatpol

Wäre Emily Barker nicht früh aus Bridgetown, Westaustralien weggegangen, hätte die Londoner Times wohl kaum über sie schreiben können, sie würde den "Spalt zwischen Folk, Country und Fleetwood Mac" überbrücken. 22 Jahre jung war sie damals.

Dresden. Zu begreifen, dass sich weder Westaustralien noch die reichlich 200 Kilometer von Perth entfernte Heimatstadt als besonders karrierefördernd würde erweisen können, brauchte es nicht viel. Dann lieber London! Vielleicht könnte sie dort "swingen".

Und wirklich: Emily Barker fasste 2002 Mut und Fuß. Kleckerei war ihre Sache nicht. Als sie den Kollegen Rob Jackson fand, brachten sie schon ein Jahr später ihre erste Platte heraus. Nach der zweiten CD, "The Dark Road", erwiesen sich die australischen Landsleute als faire Verlierer und feierten die Liedersammlung. Emily war noch eine von ihnen. Für Vereinnahmung aber ist sie einfach zu umtriebig.

Wieder in London suchte Mrs. Barker weibliche Begleiter für eine Band im größeren Kontext und stieß für The Red Clay Helo auf Anna Jenkins (Violine, Viola, Gesang), Gill Sandell, (Akkordion, Piano, Flöte Gesang) und Jo Silverston (Cello, Bass, Banjo, Gesang), die sich mit Barkers weicher Stimme und ihrem virtuosen Spiel auf Mundharmonika, Gitarre und Banjo bestens ergänzten. Vier Alben gibt es bis heute vom Quartett. Auf dem bislang letzten von 2013 - "Dear River" - sehen die jungen Frauen aus wie die Musen im Wasser aus dem Coen-Brothers-Film "O Brother, Where Art Thou?" Stilistisch hätten sie dort ebenso hineingepasst, denn Gilian Welch, die wirklich dabei war, ist in unmittelbarer Hörweite. Oder Alison Krauss.

Apropos Film: Für ein ordentliches Andocken hält die Künstlerin schon im ersten Absatz ihrer Web-Biografie den Hinweis auf Lager, dass sie es sei, die im Krimi-Fernsehfilm "Wallander" mit Kenneth Brannagh den Titelsong beisteuert. Wissend, auch in Deutschland wird die Serie nicht gesehen, sondern gefressen. Weitere Filmarbeiten richten sich zunächst an Briten unter uns oder die Cineasten: "Anywhere Away" ist das Titelstück für Jake Gavins Drama "Hec McAdam" mit Peter Mullan in der Hauptrolle, wobei Emily Barker hier auch den Rest der Musik geschrieben hat. "The Shadow Line" ist ein TV-Drama der BBC, dem ein Barker-Song genauso stand wie "The Keeping Room" von Daniel Barber. Man nennt das dann wohl Fuß-in-der-Tür.

Doch Emily Barker ruht sich nicht aus. Auf den Bühnen weltweit steht sie entweder solo, mit ihren Frauen von The Red Clay Helo oder als Part der auch schon in Dresden gefeierten "Revival Tour", die Einzelkonzerte u.a. von Rocky Votolato (wieder am 22. Februar 2016, diesmal mit Von Brücken) und Chuck Ragan vorbereitet hatte. Aktuell ist keine Bandplatte von Emily Barker erschienen, sondern das Solo-Stück "The Toerag Sessions", für die sie wie so viele Musiker und Musikerinnen vor ihr alte Tugenden wiederentdeckt hat: analoge Aufnahmetechniken, keine Overdubs, nur akustische Gitarre und Mundharmonika, Gesang. Ihre eigenen älteren Lieder hat sie dabei gleich mit entdeckt - neu.

Emily Barker solo, Vorband: The Dead Lovers, morgen, 21 Uhr, Beatpol

Andreas Körner

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr

  • Semperopernball
    Semperopernball

    Alle Infos, alle Highlights, die schönsten Bilder - der Semperopernball in Dresden. mehr

  • 13. Februar

    Ob Gedenken, Täterspuren oder Menschenkette: Alle Infos finden sie in unserem Special zum 13. Februar in Dresden mehr

  • Onlineabo

    "DNN-Exklusiv" heißt das Online-Premiumangebot der Dresdner Neuesten Nachrichten, dass Sie überall und rund um die Uhr nutzen können - zu... mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die DNN in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten DNN das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr