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Die Kultband BAP überzeugte mit einer Zeitreise in der Jungen Garde

Starker Rock im Grünen Die Kultband BAP überzeugte mit einer Zeitreise in der Jungen Garde

Kaum hatten die Kölner Domglocken das Konzert eingeleitet, erhoben sich die rund 2000 Zuhörer in der Dresdner Garde und empfingen die kultige Kölschrockband klatschend im Takt. Wolfgang Niedecken, der mit BAP in diesem Jahr 40-Jähriges feiert, bot „eine Art beste Lieder-Mix“.

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Die Kultband BAP mit Wolfgang Niedecken in der Garde.

Quelle: Sebastian Burkhardt

Dresden. „Oh Hoppla. Hier ist es aber schön grün!“ – man mag es kaum glauben, doch selbst Wolfgang Niedecken scheint nach 40 Jahren und hunderten Konzerten mit seiner Band BAP noch nicht alle Spielstätten zu kennen. Und so kam es, dass sich der 65-Jährige beim Betreten der Bühne in der Jungen Garde überrascht über die so „schöne grüne Kulisse“ zeigte – Grund genug, gleich Vollgas zu geben.

Kaum hatten die Kölner Domglocken das Konzert eingeleitet, erhoben sich die rund 2000 Zuhörer in der bei weitem nicht ausverkauften Garde und empfingen die kultige Kölschrockband klatschend im Takt. Der Freibereich vor der Bühne verwandelte sich spontan in eine gut gefüllte Stehfläche, bei der es die Ordner dann auch beließen.

Niedecken, der mit BAP in diesem Jahr 40-Jähriges feiert und mit 17 Studioalben im Gepäck derzeit mit seiner Band durch die Republik tourt, kündigte „eine Art beste Lieder-Mix“ an, vermied aber dringlich die Worte „Best of“. Los ging es mit „Frau, ich freu mich“, bekannte und beliebte Hits wie „Ne schöne Jrooss“ und „Fortsetzung folgt“ schlossen sich an. Der Abend entwickelte sich, wie sollte es nach langer Bandgeschichte auch anders sein, zu einer wilden Zeitreise, kreuz und quer durch das Schaffen der Musiker.

Zwischendurch gab es neben launig-lustigen Ansprachen von Niedecken und einigen Anekdoten aus seiner Schaffenszeit auch ernstere Themen, beispielsweise seine Eindrücke vom „Bürgerkriegskontinent“ Afrika, die zur Entstehung des Titels „Vision vun Europa“ auf der aktuellen Platte „Lebenslänglich“ führten. Und das Spielen jenes Songs hob auch gleichzeitig die Laune des Publikums nach gut einer Stunde abermals auf eine neue Stufe und sorgte dafür, dass auch der letzte Zuhörer vom BAP-Fieber wieder endgültig angesteckt wurde – die Garde rockte im Takt.

Letztendlich lebte die Stimmung von der Unterschiedlichkeit der Lieder – mal erhob sich das Publikum, schwang die Hüften, klatschte frenetisch, mal wurde es etwas ruhig, wobei sich sicherlich der ein oder andere Fan auf den Sitzplätzen selbst dabei erwischte, wie er in persönliche Erinnerungen aus den letzten Jahrzehnten abglitt, bei denen die Songs von BAP zweifellos eine Rolle gespielt haben müssen.

Mit zunehmender Dunkelheit und steigender Effektivität der Bühnenbeleuchtung zog die Stimmung auf der Freilichtbühne noch einmal richtig an. Hochklassige Soli von Schlagzeuger Sönke Reich und Gitarrist Ulrich Rode sorgten für ein hellwaches und begeistertes Publikum. Selbst dass sich in die mittlerweile gereifte BAP-Fangemeinde etliche junge Leute mischten, stand der Textsicherheit des Publikums nicht im Wege.

Und ob nun eingefleischter BAP-Fan oder nicht, das Konzert der Kölschrocker hielt, was es versprach. Fast dreieinhalb Stunden hochklassige Rockmusik ohne Pause, satte und leidenschaftliche Töne, ein gutes Dutzend Nummer-eins-Hits und einen grandios aufspielenden Wolfgang Niedecken, der von der ersten bis zur letzten Minute mit seiner charismatischen Stimme – ohne dass ein Unterschied zwischen dem ersten oder letzten Lied wahrzunehmen gewesen wäre – den Beweis dafür erbrachte, dass man mit 65 Jahren und selbst einem Schlaganfall im Gepäck noch zur Rock-Elite gehören kann. BAP glänzte mit einfach richtig gut gespielter Musik. Der nahezu perfekt abgestimmte Sound würdigte die herrliche Akustik der Freilichtbühne.

Aufgrund der Konzertlänge und den Lärmbestimmungen der Jungen Garde verzichtete Niedecken auf das typische Zuhörer- und Band-Katz-und-Maus-Spiel über Zugaben und Co. Nach zwei kleinen Trinkpausen rockte die Kultband den letzten Liedblock mit „Dä Herrjott meint et joot met mir“ und „Rita, mir zwei“ und verabschiedete sich unter tobendem Beifall nach – unglaublichen – 29 gespielten Titeln stilecht mit „Et letzte Leed“.

Von Sebastian Burkhardt

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