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Die Kritik am Libeskind-Keil scheint verstummt - Militärhistorisches Museum Ende 2010 fertig

Die Kritik am Libeskind-Keil scheint verstummt - Militärhistorisches Museum Ende 2010 fertig

Nach fast sechseinhalb Jahren soll das Militärhistorische Museum Ende des Jahres baulich fertiggestellt sein. Der Stararchitekt Daniel Libeskind entwarf den außergewöhnlichen und 52,8 Millionen Euro teuren Umbau, indem ein Metall-Keil integriert wurde.

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Das Militärhistorische Museum Dresden.

Quelle: dpa

 Eine Drei-Zentimeter-Fuge trennt ihn vom umgebenden Altbau. Von der luftigen Keilspitze aus wird den Besuchern der Blick auf das Stadtzentrum Dresdens geboten.

Die Aussicht von Libeskinds Keil ist grandios. Die Stadt liegt weit ausgebreitet in der Tiefe, der Himmel samt Sonnenuntergang wird zum beeindruckenden Schauspiel. Ende 2011, wenn das neue Militärhistorische Museum der Bundeswehr eröffnet ist, können sich Besucher aus aller Welt davon überzeugen. Der Ausblick dürfte auch diejenigen etwas versöhnen, die den Eingriff in historisch Gewachsenes, den Bruch durch die bombastische Fassade ablehnen. Schenkt man Jörg Scholich, Gruppenleiter Militärischer Bundesbau in der Niederlassung Dresden II, des Sächsischen Immobilien- und Baumanagements (SIB), Glauben, sind die Gegner des Keils sehr in der Minderheit. Beim Tag der offenen Albertstadt seien 90 Prozent der Schaulustigen begeistert gewesen, sagt er. Und auch sonst würde man kaum Kritik vernehmen.

Am Beginn der Projektplanung 2003 und während der ersten Bauphase 2004/05 war das noch anders. Inzwischen gehört der eingerüstete Keil schon zum gewohnten Bild. Die lange Bauzeit hat vielleicht so etwas wie Gewöhnung an etwas Ungewöhnliches mit sich gebracht. Nach fast sechseinhalb Jahren soll das Werk nun zum Jahresende baulich fertiggestellt sein, damit genügend Zeit für die aufwändige und inhaltlich anspruchsvolle Ausstellungsgestaltung bleibt. Nicht nur das Restaurant wurde in der Vergangenheit umgeplant, auch die Vollklimatisierung des gesamten Hauses machte Änderungen erforderlich. Und Lehrgeld war auch bei der Statik des eingeschobenen Keils zu zahlen.

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Diese Pickelhaube ist eines von 10.500 Exponaten in der Dauerausstellung des Militärhistorischen Museums.

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So sah das sich im Umbau befindliche Militärmuseum im September 2010 aus.

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Eine Drei-Zentimeter-Fuge trennt ihn vom umgebenden Altbau. 10.000 Kubikmeter Altsubstanz mussten allerdings weichen, um den schrägen Wänden Platz zu machen, die ganz dicht an Säulen und Kreuzgewölbe des 1876 fertiggestellten Arsenalgebäudes herangerückt sind. Stararchitekt Daniel Libeskind fordert den künftigen Besuchern einiges an Selbstüberwindung und Durchhaltevermögen ab. Vertikale Vitrinen ohne Halt gebende rechte Winkel im Raum und ein um drei Grad geneigter Fußboden können leicht Schwindelgefühle auslösen. Sie wären nicht ganz unbeabsichtigt. Die Architektur antwortet auf das inhaltliche Thema Darstellung der „Kulturgeschichte der Gewalt". Darin stellt der metallverkleidete, halbtransparente Keil ein Stück Dresdner Geschichte dar. Er symbolisiert die Fliegerstaffel, die der Stadt den Untergang brachte. Die Spitze - sie wird zu betreten sein -zeigt zum Ostragehege, wo 1945 die erste Bombe fiel.

Das Bundesverteidigungsministerium investiert 52,8 Millionen Euro in sein Leitmuseum und nochmals 4,1 Millionen Euro in die Außenanlagen. Auch ohne die neuartige Präsentation von Militärgeschichte im Kontext mit der jeweiligen Epoche und ohne den Neubau hätte das Gebäude brandschutztechnisch saniert werden müssen, betont Scholich. Im alten Zustand wäre es museal nicht nutzbar gewesen.

Genia Bleier

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