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Die "Kreativraumagentur" verknüpft in Dresden Kreativ- mit Immobilienwirtschaft

Die "Kreativraumagentur" verknüpft in Dresden Kreativ- mit Immobilienwirtschaft

Das Bürogebäude am Jagdweg 1 liegt etwas abseits in einer wenig attraktiven Gewerbeecke zwischen Freiberger Straße und Bahngleisgewimmel, direkt neben einem ehemaligen Chemiewerk.

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Torsten Rommel im Atelier der Künstlerinnen Anna Schapiro und Friederike Otte auf dem Jagdweg in Dresden.

Quelle: Amac Garbe

Bis vor gut zwei Jahren wurden die Büros von einem Bildungsträger genutzt, danach standen sie leer. Der neue Eigentümer suchte nach Mietern. An die Kreativszene dachte er dabei nicht. Hier kam die "Kreativraumagentur" ins Spiel. 2013 wurde sie von Torsten Rommel und Verena Andreas als Dienstleistungs-Plattform gegründet, die sich der sinnvollen und qualitativen Vermittlung zwischen Kultur- und Kreativwirtschaft und Immobilienwirtschaft widmet. Der Wirtschaftsmathematiker und die Kulturwissenschaftlerin betreiben bereits seit 2011 die "galerie module GbR", mit der sie Ausstellungen an wechselnden Orten organisieren und Interimslösungen für Sanierungsgebäude finden, die den Kreativen der Stadt zumindest temporär möglichst freie Entfaltungsmöglichkeiten bieten und zugleich den Eigentümern öffentliche Wahrnehmung bringen. 2012 wurden die "galerie module"-Initiatoren dafür vom Bund als Kultur-Kreativpiloten ausgezeichnet.

Aus diesem stetig wachsenden Netzwerk speist sich ihr erstaunlich erfolgreiches Vermittlungsportfolio. "Wir sprechen beide Sprachen", erklärt Torsten Rommel in Bezug auf ihre eigenen Kompetenzen, aber auch bezogen auf ihre Vermittlerrolle zwischen den zunächst oft schwer zusammenzubringenden Interessen der Immobilienverwalter und der Künstler oder Kulturschaffenden. Dabei reicht die Arbeit der Kreativraumagentur von der Immobilienakquise über Eigentümerverhandlungen bis hin zur Entwicklung von Nutzungs- und Mietszenarien. Jüngstes Erfolgsobjekt ihrer Verhandlungskoordination ist jenes unscheinbare Bürogebäude am Jagdweg.

Seit Ende 2014 beherbergt das zweistöckige Gebäude im Obergeschoss nun ein gutes Dutzend Ateliers unterschiedlicher Größe, langfristig vermietet an bildende Künstler, Grafikgestalter und andere Akteure. Zu den Mietern gehört auch der Dresdner Künstler Tobias Stengel, dessen an die verheerende Elbeflut gemahnende Installation "Die Woge" am Scheitelpunkt der Augustusbrücke, allen Dresdnern bekannt sein dürfte. Er sieht in Torsten Rommel und der Kreativraumagentur ein wunderbares Bindeglied zwischen den verschiedenen Interessen. "Manche Eigentümer haben ja auch Angst vor Künstlern, wir werden oft sehr komisch dargestellt in der Öffentlichkeit", meint Stengel.

Mittlerweile wird all das auch vom Dresdner Kulturamt wahrgenommen. Seit dem Sommer 2014 läuft eine einjährige vertragliche Kooperation mit der Stadt. Manfred Wiemer, Leiter des Amtes für Kultur und Denkmalschutz, bezeichnet die freie Kooperationsvereinbarung, zu der auch eine finanzielle Unterstützung von 10 000 Euro gehört, als Pilotprojekt und sieht einer Fortsetzung nach dem Sommer dieses Jahres zuversichtlich entgegen. Die perspektivisch weiter steigenden Mietpreise gehen leider - gerade in der Kreativwirtschaft - nicht unbedingt mit steigenden Einkommen einher. Nachdem es in den 1990er schon einmal den Versuch einer Vernetzung seitens der Stadt gegeben habe, sieht Wiemer die Kreativraumförderung jetzt lieber in den Händen der Kreativraumagentur. "Aufgabe der Stadt muss es sein, schnell und unkompliziert zu fördern, was die, die sich auskennen, anstoßen."

Für die Betreibung der Vermittlungsplattform sowie der praktischen Akquise- und Vermittlungstätigkeit ist die Finanzierung natürlich zunächst "eher ein politisches Symbol", meint Torsten Rommel. Viel wichtiger sei jedoch die Kooperationsvereinbarung mit der Stadt und die damit einhergehende Einigung über gemeinsame Ziele.

www.kreativraumagentur.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 31.01.2015

Susanne Magister

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