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Die Kabarettisten Manfred Breschke und Thomas Schuch zeigen Dresden in ganz neuem Licht

Die Kabarettisten Manfred Breschke und Thomas Schuch zeigen Dresden in ganz neuem Licht

Erfahrungsgemäß verläuft bei den meisten Menschen der Urlaub im Sande, egal ob sie die angeblich schönste Zeit des Jahres nun zwischen Sanddorn am Strand von Hiddensee oder der Copacabana ansiedeln.

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Manfred Breschke (re.) und Thomas Schuch legen sich ins Zeug, um Urlaubsfreuden zu verbreiten.

Quelle: PR

Aber das hält kaum jemanden davon ab, den Urlaub bei aller sonst an den Tag gelegten Heimatliebe möglichst außerhalb der eigenen Stadt zu verbringen, mag auch Jacques Tati einst gespöttelt haben: "Urlaub ist der Versuch, dem Nachbarn zu entgehen, obwohl man ziemlich sicher sein kann, dass man ihn im Strandkorb nebenan trifft."

"Zwei Stunden Urlaub" versprechen die beiden Kabarettisten Manfred Breschke und Thomas Schuch all denjenigen, die eine Karte kaufen. Spielzeitpause gab es in dem Kabarett ja noch nie, wer dem kulturellen Sommerloch entfliehen wollte, kam hier schon immer auf seine Kosten. Aber nun hat man eigens für die Sommerzeit ein Programm konzipiert.

Darin führen u.a. zwei Stadtführer die Gäste auf ihrer ganz persönliche Weise durch ein Dresden, wie es selbst mancher Ur-Elbflorenzler kaum kennen dürfte. Der eine, Ernst Fröhlich (Breschke), fühlt sich ganz dem barocken Erbe verpflichtet und bringt den Touristen u.a. Augusts Mätressen näher, der andere, Klaus Maria Dinkel (Schuch), karrt mit seinem Reiseklub ÖKWERTNAUMTURS (das Kürzel steht für ökologisch wertvolles, nachhaltig umweltverträgliches Tourismuserlebnis) Touristen durch durch eine Stadt, in der - das Leben kann ja so was von kompliziert sein - die Oper auf dem Theaterplatz steht und das Theater am Postplatz.

Das Programm ist ein bisschen anders als sonst. Dem Polit-Kabarett schwört man nicht ganz ab, versichert Breschke, aber aufgebrochen wird diese Form durchaus. Da im Sommer erfahrungsgemäß der Anteil an Touristen in einer Vorstellung beim Publikum schon mal 50 Prozent beträgt, wird das Programm so gestrickt, dass die Bezüge und Anspielungen auch Nicht-Dresdnern verständlich sind. Eine Sternendeuterin soll bedeutende Ereignisse entsprechend bedeutungsvoll herauslesen und eine Last-Minute-Reise zum Mond anbieten. Wer bis dato den Weltuntergang verpasst hat, kann an einer Weltuntergangsführung teilnehmen.

A propos Katastrophe: Angekündigt sind auch Herr und Frau Mömmerich, absolute Kultfiguren des Duos. Am 10. August jährt es sich zum zehnten Mal, dass dem Paar wie so manchem anderen Dresdner die Laube weggeschwommen ist. Gefragt wird von Breschke und Schuch explizit auch, "warum die Menschen an Katastrophen hängen". Um dem Frischluftbedürfnis der Leute im Sommer nach- und den Anfragen nach Vorstellungen im lauschigen Innenhof entgegenzukommen, wird es kurz vor der Pause in den Garten des Kabaretts gehen, wo zu einer Grottenführung mit Olm und Molch gebeten wird, danach gäbe es, flachst Schuch, die "grottigsten Witze". Man werde sehen, ob der Wechsel von drinnen nach draußen so klappt, wie man sich das vorstellt.

Die Texte sind in der Regel eine absolute Koproduktion von Breschke und Schuch, die bei aller Freundschaft schon mal vehement darüber diskutieren, ob diese oder jene Pointe gut genug ist, um ins Programm aufgenommen zu werden. Breschke brütet oft schon frühmorgens über Ideen. Das frühe Aufstehen ist etwas, was ihm von seinem "früheren Arbeiterleben" geblieben ist.

Aufgebaut ist schon die Sommerbestuhlung. "Das kostet uns zwar 60 Plätze", räumt Schuch ein, aber voll wie bei der beliebten Striezelmarktwirtschaft in den Wintermonaten ist das Haus im Sommer ohnehin nicht. Dass gleichzeitig in Polen und der Ukraine eine Fußball-EM ausgerichtet wird, "schreckt nicht", beteuert das Duo, das in bewährter Manier wider den Stachel löcken will - und vermutlich alles daran setzen wird, dass auch von diesem Urlaub keiner so zurückkommt, wie er weggefahren ist. Christian Ruf

"Zwei Stunden Urlaub" hat am 22. Juni Premiere.

Karten Tel. 0351/490 40 09

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 21.06.2012

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