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Die Galerie art+form widmet sich den Miniaturen von Stefan Plenkers

Begegnungen und Zeichen Die Galerie art+form widmet sich den Miniaturen von Stefan Plenkers

Die Galerie art+form hat eine kleine, feine Ausstellung mit Arbeiten des Dresdner Künstlers Stefan Plenkers präsent. Dabei handelt es sich in der Mehrzahl um Miniaturen, Zeichnungen auf Notizzetteln, Kneipenrechnungen und Bierdeckeln. Dabei gibt er mehr, als nur seine Persönlichkeit preis.

Stefan Plenkers. Basken.

Quelle: art+form

Dresden. Die Galerie art+form hat eine kleine, feine Ausstellung mit Arbeiten des Dresdner Künstlers Stefan Plenkers präsent. Die schiere Anzahl der Arbeiten scheint dem zu widersprechen, doch handelt es sich in der Mehrzahl um Miniaturen, Zeichnungen auf Notizzetteln, Kneipenrechnungen, in letzter Zeit bevorzugt Bierdeckeln, mit denen der mittlerweile 71-Jährige Begegnungen in sowie An- und Aussichten von Dresdner Restaurants festhält, die er später zu Hause farbig mit Tusche übermalt, in seiner unnachahmlich expressiven, treffsicheren Art, so dass sie oftmals wie Entwürfe von Gemälden anmuten. Auch als Ideenarchiv von leicht tragischer Doppelbödigkeit. Es erscheint schon fast ironisch, wenn Plenkers jetzt noch einmal eine große Leinwand auf die Staffelei gestellt hat – für den überdimensionalen Entwurf eines Ausstellungsplakats, der nun im Schaufenster der Galerie zu sehen ist.

Auf „Verborgene Zeichen“ weist da der Künstler hin und schickt den Betrachter also auf die Suche. Mag sein, dass der sich als Finder fühlt, wenn er im Maßwerk eines Fensters chinesische Schriftzeichen entdeckt (7.7.2012), die er, handelte es sich nicht gerade um das wie ein abstraktes Urtier anmutende Plenkers-Zeichen, freilich nicht deuten könnte. Im Unterschied zu einem Posthorn, das sich als Bonmot oder Rechtfertigung auf einem gelben Strandkorb findet (Heringsdorf 22.9.1992). Doch was lässt sich schon damit anfangen?

So gesehen hat die Aufforderung auch etwas Paradoxes oder (Selbst-)Ironisches, denn das grundsätzlich Zeichenhafte zumal der Plenkersschen Gemälde springt ja geradezu ins Auge – in diesem Fall, wenn man sich die freilich lohnende Mühe macht, sich die in den verschiedenen Räumen verstreute kleine Kollektion zusammenzupuzzeln – auch das sind zumeist Tagebuch-Bilder, vorwiegend flächige Kompositionen aus sparsam treffsicheren, sehr breiten Pinselzügen und feinen Binnenzeichnungen, die fast immer das – bis zum Piktogramm reduzierte – ewig Weibliche umspielen.

Doch das ist nur die halbe Wahrheit, denn die bis heute vom Erleben gespeiste Motivwelt des Künstlers ist tatsächlich bedeutend reicher und vielfältiger. Er nimmt sie auf mit Heiterkeit und Offenheit, sieht das Geheimnisvolle und Rätselhafte als essentiell und unverzichtbar, müht sich weder verbissen um intellektuell tiefsinnige noch um vermeintlich einfache Wahrheiten.

So entsteht einerseits aus einer zufälligen Begegnung Gültiges, andererseits aus einer im Grunde ebenso zufälligen, aus dem Ertrag von vier Dezennien gespeisten Auswahl etwas weitgehend Geschlossenes, logische Zusammenhänge Offenbarendes. Neben den zum Teil farbig übertuschten, oft auch bühnenhaft inszenierten Landschaften überraschen in diesem Kontext einige Gruppen ausschließlich mit sibirischer Kohle gearbeiteter großformatiger Zeichnungen, die nicht zuletzt als Hommage an Plenkers’ Ahnen in der klassischen Moderne zu verstehen sind, zumal etliche Akte, sparsam im Strich, dabei nervig, kantig, ohne jede Tendenz zur Glätte, die man einfach im Originalformat gesehen haben muss, weil, merkwürdig, in der Verkleinerung die Perspektive irgendwie übertrieben erscheint.

Bei den sehr charakteristischen Porträtköpfen darf man sich nebenbei ein bisschen wundern, dass sie fast wie Lithos daherkommen, weil Plenkers’ Vorliebe zum Kalligraphischen sich eben gern auch in Spiegelschrift auslässt. Da kann er sich manchmal auch selbst genügen, um dann vielleicht doch noch einmal ganz direkt auf eine so umwerfende Persönlichkeit wie die „Prekrasnaja russkaja Dewuschka“ zu reagieren, die ihm am 7. April 2005 begegnete.

Galerie art+form, Bautzner Str. 11, bis 14. Juli, mo-fr 10-20, sa 10 bis 18 Uhr.
Tel. 0351 8031322

Von Tomas Petzold

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