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Die Flüchtlingskrise und die Debatte darüber ist das Thema der diesjährigen Dresdner Striezelmarktwirtschaft

Die Flüchtlingskrise und die Debatte darüber ist das Thema der diesjährigen Dresdner Striezelmarktwirtschaft

Nein, Thomas Schuch hat partout keine Lust mehr, auf „Mutti“ zu machen, mit herabhängenden Mundwinkeln die derzeit so schweigsame Sphinx im Kanzleramt zu geben. Es muss auch mal ohne Merkel gehen.

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Quelle: Archiv

Dresden. Nein, Thomas Schuch hat partout keine Lust mehr, auf „Mutti“ zu machen, mit herabhängenden Mundwinkeln die derzeit so schweigsame Sphinx im Kanzleramt zu geben. Es muss auch mal ohne Merkel gehen. Dafür ist „Er“ da. Der Mann mit dem berühmt-berüchtigten Oberlippenbärtchen, der nun durch ein Land stolpert, das nicht mehr seines ist. „,Er‘ war ja nie so richtig weg, lag in jedem deutschen Haushalt als Leiche im Keller“, meint der Kabarettist Manfred Breschke, der mit seinem Bühnenkollegen Thomas Schuch zur traditionellen Striezelmarktwirtschaft einlädt. Am Dienstag ist im Kabarett Breschke & Schuch Premiere, 53 Vorstellungen sind bis 16. Januar angesetzt.
Großes, wohl unvermeidliche Thema der Jahresendabrechnung, die hier in „Same-procedure-as-last-year“-Manier präsentiert wird, sind die omnipräsente Flüchtlingskrise und die damit verbundenen Verwerfungen in der Gesellschaft. Manfred Breschke und Thomas Schuch sind allerdings so frei, der Situation heitere wie auch skurrile Momente abgewinnen zu wollen. „Man kann ein politisches Kabarett machen und trotzdem die Leute zum Lachen bringen“, beteuert Breschke. Er macht auch bei aller Ablehnung von Pegida keinen Hehl daraus, dass er immer dagegen gewesen sei, diese Protestbewegung pauschal zu verurteilen und die Demonstranten gleich samt und sonders in die rechte Ecke zu drücken. Auch stößt es ihm auf, dass Pegida alle Aufmerksamkeit geschenkt wird, während aus seiner Sicht völlig untergeht, dass weit über 150 000 Leute in Berlin gegen das Freihandelsabkommen TTIP demonstrierten. Absicht?
In bewährter Manier spielen der eingestandenermaßen „kurz vor dem offiziellen Rentenalter“ stehende Breschke und der sein etwas jüngerer Bühnenpartner Schuch, der schon mal die unangenehme Erfahrung machen musste, als „Volksverräter“ beschimpft zu werden, Amadeus Oben vom Weißen Hirsch und Walter Unten aus Prohlis, die auf ihre Weise verarbeiten müssen, dass Flüchtlinge in einer Marktwirtschaft eine durchaus profitable Sache sein können. Auch als Sigmar Gabriel und Gerhard Schröder stehen die beiden Mimen auf der Bühne, lassen den SPD-Parteivorsitzenden bzw. Bundeskanzler a.D. sich am Glühweinstand über VW oder die Frage der Kanzlerkandidatur austauschen.
Einheizen wird definitiv die Kultband Schrammstein, die sich laut Schuch als rein sächsische Band outet, sich klar abgrenzt von diesen Softies von Rammstein. Das Programm ist komplett neu, es gibt keine Nummern, die aus anderen Programmen des Hauses übernommen werden. Gut ein Viertel der Texte steuerte übrigens Philipp Schaller bei. Musikalisch begleitet werden Breschke und Schuch von dem ungarischen Musiker Daniel Vedres, der eigens ein völlig neues Instrument gebaut hat, eine Art Hybrid aus Tuba und Trompete, „allerdings nicht zweistimmig zu spielen“.
Die „Striezelmarktwirtschaft“ ist mehr als nur ein Aushängeschild des Hauses, sie ist auch wirtschaftlich wichtig. Der Zuspruch ist erfahrungsgemäß hoch, die Einnahmen müssen (ein bisschen) ausgleichen, dass die Besucherzahlen in letzter Zeit etwas gesunken sind. Dass derzeit nicht mehr ganz so viele Touristen den Weg nach Dresden finden, wohl nicht zuletzt wegen des Imageschadens durch Pegida, spürt man an der Kasse mittlerweile durchaus. Der Mietvertrag für das Haus läuft noch bis 2018, ein Jahr davor müssen Breschke und Schuch sich entscheiden, ob sie ihn verlängern wollen und können.
Tickets à 20 Euro Tel. 0351/4904009
www.kabarett-breschke-schuch.de

Christian Ruf

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