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Die Dresdner Tanzwoche mit bestens wie zuweilen spärlich besuchten Aufführungen

Die Dresdner Tanzwoche mit bestens wie zuweilen spärlich besuchten Aufführungen

Bekanntlich ist es nicht so schwer, zur Gala der jährlich stattfindenden Tanzwoche Dresden das gar nicht so Kleine Haus vom Staatsschauspiel Dresden mit neugierigem Publikum zu füllen.

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Da lohnt die Neugier: Freitag und Sonnabend gastiert im Projekttheater, Beginn 19 Uhr, das temporäre theater Berlin mit Choreografien von Alexey Kononov.

Quelle: PR

Und das ist auch 2014 wieder gelungen. Sächsische Tanzvielfalt wie ebenso Gäste zum Beispiel aus Koblenz, Berlin, Halle, Gera, Poznan und Dessau sind offenbar etwas Verlockendes. Was aber noch nichts über die Qualität des Gezeigten aussagt. Das Gute wie auch Gefährliche der Mixtur ist, dass solche Kostproben sowohl den Appetit zu wecken vermögen wie sie diesen auch gründlich verderben können. Und da muss man standhaft sein, um weiter dranzubleiben.

Die erfreuliche Nachricht zur diesjährigen Eröffnungsgala: Es waren fast durchweg kurze Formate zu sehen. Was bei rund 20 Beiträgen auch dringend erforderlich ist. Nun möchte man aber nicht maulen und meinen, es hätten eben weniger sein sollen. Der tänzerische und choreografische Qualitätsmaßstab aber, egal ob nun bei Ensembles oder freien Gruppen und trotz angesagter Demokratie, niemanden und nichts auszulassen, könnte durchaus höher angelegt werden. Weil ja auch die Zuschauer letztlich nur das Beste verdienen.

Auffällig immerhin ist, dass unter den Beiträgen aus Dresden und Umgebung einige recht sehenswert sind. Dazu gehörten speziell auch Duette von Carlos Matos, dem neuen Chef der Tanzcompany der Landesbühnen Sachsen. Und die beiden Tanzdarsteller Clementine Herveux sowie Patrick Finger haben gezeigt, dass Berührendes, Eindringliches immer auch möglich ist, wenn der Tanz überhaupt etwas zu sagen hat. Bei Massimo Gerardi/subsTANZ Dresden, der seine Choreografie "SINERGY" gemeinsam mit Maria Nitsche vorstellte, schien solches zunächst kaum ablesbar. Doch letztlich bestimmte hier die Form, die Energie, der Wechsel das überraschende Geschehen, und es war deutlich, wie das Publikum dieses auch zu honorieren wusste.

Johanna Roggan/the guts company Dresden war es spürbar nur für einen Moment gelungen, die Neugier der Zuschauer zu wecken, und das zu Beginn ihrer "variations_on Monsters", wo geheimnisvolle Schatten Anlass zum Fabulieren geben. Dann aber passierte so gut wie nichts mehr. Zumindest nichts, was irgendwie von Interesse sein könnte. Ganz gruselig aber wurde es, als sich der Leipziger Choreograf Paul Julius an einem so prominenten Stück wie dem Solo des Opfers aus "Le sacre du printemps" versucht. Da hilft es beileibe auch nicht, dass er mit einer guten Tänzerin vom Ballett des Teatr Wielki Poznan zusammenarbeitet. Er vergeigt es einfach. Dabei müsste er sich doch wenigstens von der Musik inspirieren lassen. Allein schon die Vorstellung, er könnte auch noch das Ganze emporstemmen wollen, verdirbt einem den Appetit.

Da beginnt man wieder, die Klassiker zu lieben. Und empfindet sie selbst noch in der choreografischen Abwandlung nach Petipa als beruhigend und vertraut. So brachten speziell Svetlana Gileva gemeinsam mit Denis Veginy vom Semperoper Ballett Dresden mit dem Pas de deux "Weißer Schwan" aus "Schwanensee" etwas Glanz in die Gala. Worauf sich ein kleiner Junge im Publikum ganz besonders gefreut hatte. Doch dann war er, als es endlich, endlich so weit war, leider eingeschlafen. Und er beschwerte sich bitterlich. Während die bestens besuchte Gala für manchen wohl etwas enttäuschend blieb, hatte sich am folgenden Abend im wahrhaft nicht übergroßen Projekttheater das Publikum eher rar gemacht. Und verpasste so eine bemerkenswerte Gelegenheit, eigene Arbeiten von zwei Studenten der Schule von Anton Adassinsky (Derevo) zu erleben. Beide gehörten auch zu den Mitwirkenden bei "Infernal Ball" im Festspielhaus Hellerau. Und sie konnten nun mit ihren Soli und ganz aus der Nähe beweisen, welch besondere Bühnenpräsenz sie besitzen, hatten zudem mit Igor Fomin einen guten Lichtgestalter dabei.

Pavel Alekhin ist in seinem Mono-Spektakel ein "Pierrot" von unglaublicher Sensibilität. Und er zeigte, dass es ein besonderes Gespür für das Mögliche, Unmögliche braucht, damit sich Spannung und Staunen einstellen können - man ist von ihm schlichtweg verzaubert. Makhina Dzhuraeva nennt ihr Tanzstück "INOUTSIDE". Und sie erfindet dafür irre Sinnbilder, startete durch Bilderrahmen, assoziierte Metamorphosen. Zwei wunderbar Begabte vom Derevo-Baum, der immer wieder neue Triebe hervorbringt.

iwww.tanzwoche.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.04.2014

Gabriele Gorgas

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