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Die Dresdner Tänzerin Edith Löffler wird 80

Die Dresdner Tänzerin Edith Löffler wird 80

Glänzende Augen bei Gesprächspartnern sind, wenn Tschaikowskis Schwanensee-Odette in Dresden erwähnt wird, nicht selten. Aber deren bürgerlichen Namen muss man selten nennen: Edith Löffler.

Heute wird die langjährige Erste Ballettsolistin der Staatsoper Dresden 80. Kein hohes Alter für eine Prima Ballerina? Zumindest ist man davon überzeugt, wenn sie die Pas-de-Deux-Tanzhaltung zeigt, die sie jeden Tag übt. Und wenn man die geistige Frische genießt, die die Unterhaltung mit ihr belebt.

Nicht alles, woran sie sich erinnert, ist eine freudige Erinnerung: Der Mann mit den bösen Augen in der ersten Reihe, vor dem sie in den Messehallen als kleine Solistin des Kinderballetts tanzte, war Adolf Hitler. Oder der Bombenangriff auf Dresden, der zu jahrelangen Sprachstörungen des Mädchens führte.

Dann aber die berufliche Entwicklung zur Bühnentänzerin, erst in einem Kinderballett, dann im Opernstudio der Staatsoper Dresden, zuletzt bei Tatjana Gsovsky in Westberlin. Namhafte Persönlichkeiten, die ihren Weg begleiteten: die erwähnte berühmte russische Ballettmeisterin, Tanzpädagogin Mary Wigman als Prüfungsmeisterin bei ihrer Abschlussprüfung, Gret Palucca natürlich, ihre Partner Jack Theis und Karlheinz Rosemann, nicht zuletzt aber Tom Schilling, einer ihrer Lehrer, namhafter Choreograph und enger Partner in lebenslanger Künstlerfreundschaft, noch heute oft Besucher in ihrer jetzigen Wohnung am Großen Garten in Dresden. Wo sie, in ihre geliebte Heimatstadt zurückgekehrt, lebt, nach mehrjährigem gesundheitsbedingtem Aufenthalt in Berlin-Buch.

Edith Löffler verreist nicht mehr, aber man findet sie im nahegelegenen Cafe, und da oder dort trifft sie sich mit ihren Freunden, ehemaligen Kollegen, oft besucht von ihrer Tochter Daniela, die mit ihrer Familie in Berlin lebt und nach dem frühen Tod ihres Vaters und Ediths Ehemanns Horst Wiedner, Solofagottist der Staatskapelle Dresden, Helferin in allen Lebenslagen ist.

Und wenn man bewundernd nach den ungezählten Auftritten Edith Löfflers in Dresden, an der Komischen Oper in Berlin, aber auch in Paris, Helsinki, Kopenhagen, ihrer Lehrtätigkeit an der Palucca Schule und letztlich ihrer Arbeit als Choreographin bekanntgewordener Dresdner Eiskunstläufer fragt und detaillierte Antworten erwartet, dann hört man von ihr einen Satz, der ihr lebenslanges Streben nach Vollkommenheit, ihre Disziplin, ihr hohes schöpferisches Künstlerbewusstsein am besten beschreibt: "Ich konnte immer Dinge tun, die mich erfüllt und andere Menschen erfreut haben". Und ergänzend: "Auch 2011 müssen wir Menschen für uns Menschen hoffen!"

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.11.2011

Frank R. Müller

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