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Die Dresdner Philharmonie hat ihre Kinderkonzerte neu aufgestellt

Rückblick und Ausblick Die Dresdner Philharmonie hat ihre Kinderkonzerte neu aufgestellt

Den philharmonischen Ohrwurm gibt es neuerdings in Plüsch – ein Muss für die Kinderkonzert-Fans des Orchesters. Für die gab es in der vergangenen Spielzeit einige Veränderungen; die Neuaufstellung des Nachwuchs-Angebots der Dresdner Philharmonie zählte zu den ersten Amtshandlungen Frauke Roths als Intendantin.

Malte Arkona lässt sich und dem Publikum von Magdalena Bäz die Piccoloflöte erklären.

Quelle: Jörg Simanowski

Dresden. Grünes Getier hat sich in den heimischen Plüschtierzoo im Kinderzimmer geschlichen. Zwischen Eule, Schaf, Fuchs, Koala & Co. prangen keck zwei riesige Ohren. Ottos Ohren. Den philharmonischen Ohrwurm selbigen Namens gibt es neuerdings in Plüsch – ein Muss für die Kinderkonzert-Fans des Orchesters. Für die gab es in der vergangenen Spielzeit einige Veränderungen; die Neuaufstellung des Nachwuchs-Angebots der Philharmonie zählte zu den ersten Amtshandlungen nach dem Antritt Frauke Roths als Intendantin.

Der beliebte Ohrwurm blieb den jungen Hörern erhalten, allerdings zog er um aus dem großen Alten Schlachthof ins Hygiene-Museum, wo die Kinder natürlich viel näher dran sind am Orchester. Otto flitzt nun auch nicht mehr vorlaut dazwischenschwatzend über eine Leinwand – er wirkt jetzt als stumme Figur mit, auf dass die jungen Hörer sich besser auf Musik und Musiker konzentrieren. Die ihnen jetzt nahegebracht wird von Sarah Willis. Die Britin, ihres Zeichens Hornistin bei den Berliner Philharmonikern, ist überaus erfahren als Musikvermittlerin, konzipiert und moderiert seit langem Familienprogramme auf der Bühne, im digitalen Netz und im Radio. Drei Mal nun lud sie die Dresdner Kinder ein – zu Beethovens 6. Sinfonie, einem schmissigen Strauß-Programm samt Walzertanz und Polka kurz nach dem Jahreswechsel und zu einem dem Cello gewidmeten Nachmittag. Bei dem hatten – ein schöner Schachzug – neben Jan Vogler und dem Solocellisten der Philharmonie Ulf Prelle auch sechs Eleven vom Sächsischen Landesgymnasium für Musik Carl Maria von Weber Dresden an der Präsentation des Instruments Anteil.

Nur eine Woche später ging es im Schauspielhaus noch einmal um das Cello – zwar hier eher als Randnotiz, aber doch ein wenig als Doppelung empfunden von Kindern, die beide Konzerte besuchten. Ebenso wie das Applaus-Üben… Im Schauspielhaus bot die Philharmonie, ebenfalls drei Mal, ein neues Format für Kinder an: „phil. zu entdecken“, eine mittägliche Dreiviertelstunde, bei der die jungen Hörer Gast der Generalprobe für die abendlichen Konzerte für die Großen sind. Schuberts Große C-Dur-Sinfonie, Ravels G-Dur-Klavierkonzert sowie Franz Liszts „Wanderer-Phantasie“ waren hier Gegenstand der Betrachtung durch Malte Arkona. Der ist einem Großteil des jungen Publikums als Moderator im Kinderfernsehen bestens bekannt und ebenfalls höchst engagiert in Sachen Musikvermittlung, wofür er u.a. drei Mal mit einem Klassik Echo geehrt wurde.

Mit beiden – Sarah Willis wie Malte Arkona – hat die Philharmonie also nun sehr prominente Moderatoren an Bord ihres Familienprogramms. Beide verfügen über enorme Bühnenpräsenz und jene Art von frischer Wirbeligkeit, die Kinder sofort fasziniert. Das ist ein tolles Pfund, mit dem sich wuchern lässt, zugleich birgt es aber auch eine gewisse Gefahr, nämlich dass der Blick eben doch nicht so sehr auf das Orchester gelenkt wird, wie intendiert. Vor allem bei „phil. zu entdecken“ besteht ein wenig die Gefahr, dass die witzige Schlagfertigkeit des Moderators bei den jungen Hörern eher in der Erinnerung bleibt, als das, was musikalisch vermittelt werden sollte.

Jeweils drei Mal finden sich beide Formate auch in der kommenden Spielzeit auf dem Plan, zunächst auch am bisherigen Ort. Otto entdeckt im Hygiene-Museum am 25. September das Horn für sich und hat am 29. Januar 2017 gleich den ganzen Philharmonischen Kinderchor zu Gast. Bei „phil. zu entdecken“ im Schauspielhaus steht am 19. November Schostakowitschs 5. Sinfonie im Mittelpunkt, am 14. Januar 2017 Bartóks Musik für Saiteninstrumente, Schlagzeug und Celesta.

Aus dem dann anstehenden Umzug in den Kulturpalast folgt noch einmal eine ganz neue Herausforderung: die Übertragung der Konzepte auf den deutlich größeren Raum. Am 28. Mai kommenden Jahres steht Malte Arkona erstmals auf der Bühne des neuen Konzertsaals und entdeckt mit den Kindern Mozarts Klavierkonzert d-Moll KV 466. Am 11. Juni folgen Sarah Willis und der Ohrwurm, die Avi Avital und seiner Mandoline begegnen werden. Ein abwechslungsreiches Programm also, das die Dresdner Philharmonie ihren jungen Hörern bietet. Man darf gespannt sein.

www.dresdnerphilharmonie.de

Von Sybille Graf

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