Volltextsuche über das Angebot:

19 ° / 11 ° wolkig

Navigation:
Google+
Die Dresdner Meisterkurse Musik verbinden Unterricht und Diskurs - ein Blick hinter die Kulissen

Die Dresdner Meisterkurse Musik verbinden Unterricht und Diskurs - ein Blick hinter die Kulissen

Robert Schumanns "Requiem" ist alles anderes als ein leichtes Stück. Es ist eines von drei Liedern, die der amerikanische Gesangsstudent David Seay mit seinem Professor in den USA den halben Sommer lang für die Meisterkurse an der Dresdner Hochschule für Musik Carl Maria von Weber (HfM) einstudiert hat.

Voriger Artikel
Prüfer: MDR bei Tochterunternehmen auf Kollisionskurs mit EU-Regeln
Nächster Artikel
Phillipp Poisel spielt am Samstag vor ausverkauftem Rund an der Elbe

Der amerikanische Gesangsstudent David Seay wird unterrichtet von Professor Olaf Bär, am Klavier begleitet von Hiroto Saigusa.

Quelle: Ronny Waleska

Er gehört zu den 71 aktiven Teilnehmern, die hier vom 18. bis zum 29. August in neun Meisterkursen von 20 namhaften Dozenten unterrichtet werden. Bei Kursen, Vorträgen, Diskussionen und interdisziplinären Angeboten unter dem bewusst doppeldeutigen Motto "Macht Musik" geben sie Musikstudierenden, Berufsanfängern und hochbegabten Schülern aus 21 Ländern - und natürlich auch interessierten Dresdnern - in diesen 14 Tagen nicht nur musikalische Techniken, sondern auch wissenschaftliche Impulse mit auf den Weg.

David Seay hat sich für den Meisterkurs Gesang bei Prof. Olaf Bär eingeschrieben. Er ist über das Internet auf die Dresdner Meisterkurse aufmerksam geworden, hat sich beworben und wurde auch sofort angenommen. "Ich bin sehr dankbar, von einem so bekannten Professor lernen zu dürfen", sagt er vor der zweiten von insgesamt vier Unterrichtstunden, die er im Rahmen der Meisterkurse bei Olaf Bär nimmt. Im Kleinen Saal der Hochschule muss der junge Tenor dabei ein hartes Programm absolvieren. Fünf- bis sechsmal singt er die ersten Takte von Schumanns "Requiem" allein in der ersten viertel Stunde der Musikstunde an. Immer wieder gibt Bär seinem Schüler wichtige Hinweise. Rhythmus, Sprache, Punktierungen, vor dem Einsatz erst mal richtig einatmen - die Liste der Dinge, die der Professor kritisiert, ist ebenso groß wie Davids Bereitschaft, Schumanns Lied noch besser, schöner, authentischer interpretieren zu können.

"Gestern habe ich mit Prof. Bär an einem Lied von Brahms gearbeitet. Ich wusste schon so ungefähr, was es bedeutet und wofür es steht, aber er hat mir sehr geholfen, es noch besser zu verstehen", erzählt David Seay. Er studiert derzeit an der Brigham Young University in Utah im dritten Semester Musikerziehung und Gesang. Die Liebe zu Deutschland entdeckte der 23-Jährige jedoch bei einem zweijährigen Missionsdienst in Frankfurt/Main von 2010 bis 2012. "Ich liebe die Musik, die Kultur und besonders die Menschen hier. Ich habe Deutschland schon nach meiner Rückkehr in die USA sehr schnell vermisst und habe mir vorgenommen, wenigstens einmal im Jahr zurückzukehren", sagt der Meisterkursteilnehmer. Weil es ihm so gut hier gefällt, möchte er sein Masterstudium in Deutschland beginnen - und liebäugelt sogar mit der Dresdner Musikhoch- schule.

"Es gibt gar nicht so viele Universitäten, die einen Master in Konzertgesang anbieten, das geht nur in Dresden, in Leipzig, vielleicht wäre auch Wien eine gute Möglichkeit", erzählt er. Die Teilnahme an den Meisterkursen in Dresden sieht er daher auch als gute Gelegenheit, um mit Professoren und Studenten aus Deutschland in Kontakt zu kommen. "Diese vielen Bekanntschaften, die man hier schließt, das ist vielleicht sogar das Allerbeste an den beiden Wochen", schwärmt der junge Mann. Für den zweiwöchigen Aufenthalt in Dresden wohnt David Seay - wie die anderen Teilnehmer auch - bei einer Gastfamilie in der Stadt. Neben dem Musikunterricht können die Meisterkursschüler bei interdisziplinären Angeboten wie einer Führung in der Galerie Alte Meister die Stadt kennenlernen.

Es ist das zweite Mal, dass - von den DNN präsentiert - Meisterkurse in dieser Form an der Dresdner Hochschule stattfinden. Sie sind eine Weiterentwicklung früherer Klavier- und Alumni-Akademien nach Weimarer Vorbild, wo die Meisterkurse schon eine Institution sind. "Gerade für eine Musikstadt wie Dresden muss es zu einer Selbstverständlichkeit werden, dass so etwas hier jährlich stattfindet", sagte der Rektor der HfM, Professor Ekkehard Klemm, zur Eröffnung am Montag. Für den zweiten Jahrgang habe man verstärkt auf Qualität, denn auf Quantität gesetzt - doch auch für die kommenden Jahrgänge gibt es schon neue Ideen. So wird es beispielsweise 2015 in Dresden erstmals auch einen Meisterkurs Dirigieren geben. Zunächst steht jedoch noch eine ganze Meisterkurshalbzeit in 2014 bevor - mit noch genau vier Konzerten, in denen ausgewählte Kursteilnehmer musizieren dürfen.

heute, 20 Uhr, Meisterkurskonzert II in der Schlosskapelle Dresden (ausverkauft)

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 22.08.2014

Nicole Czerwinka

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Kultur News

Entwirren Sie mit schnellem Auge und flinkem Geist den Buchstabensalat des Rätselspiels! Hier kostenlos im Spieleportal von DNN.de spielen! mehr