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Die Dresdner Band Claim. brachte vor zehn Jahren ihre erste EP heraus, nun erscheint mit "constant" eine neue

Die Dresdner Band Claim. brachte vor zehn Jahren ihre erste EP heraus, nun erscheint mit "constant" eine neue

Eine schlichte schwarze Hülle mit einem Loch in der Mitte, das die Sicht frei gibt auf das ebenso schwarze Vinyl. Auf dem weißen Etikett der Schriftzug: "claim.

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Eine Konstante in der Dresdner Musiklandschaft: Michael Schmatz, Karsten Pretschner, Ronny Wunderwald und Kai Lehmann (v.l.) sind Claim.

Quelle: PR

constant". Es ist ein seltenes Ereignis: Die Dresdner Band Claim. hat eine neue EP herausgebracht, zehn Jahre nach ihrem letzten Output. Drei der vier Musiker hatten zwischenzeitlich viel mit ihrer anderen Band, Garda, zu tun, die sich nicht nur in Dresden einen Namen machte - der Ursprung von Garda ist jedoch in der Bandgründung von Claim. zu finden. Und die liegt schon lange zurück, stolze 14 Jahre Bandgeschichte hat Claim. auf dem Buckel. Angefangen hat alles mit einem Zufall.

Die Bandmitglieder stammen aus dem Umfeld von Chemnitz, das entscheidende Treffen fand aber 1999 in einem Freiberger Studentenklub statt. Obwohl die Möglichkeit, sich zu treffen, "bei Null lag", lief Gitarrist Michael Schmatz dem damaligen Nicht-Musiker Kai Lehmann über den Weg und fragte ihn, ob er in seiner Band singen wolle. Singen in der Badewanne, das kannte Kai Lehmann. Aber Singen in einer Band war eine völlig neue Erfahrung. Er sagte zu, es funktionierte gut. Lehmann hat bis heute nicht aufgehört mit dem Singen.

Recht schnell waren damals Songs beisammen, 2003 brachte man schließlich die erste EP heraus. Es sollte zehn Jahre bis zur nächsten dauern. Warum so lange? Ronny Wunderwald, Schlagzeuger und Grafiker der Band, erklärt, dass man einfach gespielt, sich keinen Druck gemacht habe, geschweige denn einen Plan hatte: "Wir sind immer eine Band ohne Konzept gewesen, es ging nur darum, gemeinsam Musik zu machen." Bei Claim. heißt das, einen Nenner zu finden, auf den sich alle Mitglieder einigen können; den Durchschnitt von vier Menschen unterschiedlicher musikalischer Herkunft zu finden. Ein Song wird erst fest in das Repertoire aufgenommen, wenn ausnahmslos alle mit ihm zufrieden sind. Dabei werden die Stücke auch gemeinsam komponiert, wie Kai Lehmann, erläutert: "Jemand hat ein Fragment, dann kommt irgendwann das nächste Fragment. Aus diesen puzzeln wir dann die Songs zusammen." Und ähnlich wie bei einem Puzzle dauert es einige Zeit, die passenden Teile zu finden und sie an der richtigen Stelle einzusetzen. Bei Claim. waren das zehn Jahre, in denen die Band jedoch nie weg war; es wurde regelmäßig geprobt, und mindestens einmal im Jahr ein Live-Auftritt gespielt. Das mühselige Puzzlen hat sich gelohnt, das Ergebnis kann sich sehen lassen: Vier Tracks sind es geworden, allesamt schnell, tanzbar, fernab von klassischen Song-Strukturen und schwer einzuordnen. Die Songtitel unterstreichen das: x, xx, xxy und xxyy.

Im Vergleich zur letzten EP hat sich technisch und künstlerisch einiges getan. Nicht nur, dass die Band jetzt ihre Instrumente beherrsche, wie Ronny Wunderwald scherzt, auch die Produktion unterscheidet sich ganz fundamental von der ersten EP. Wurde diese noch sehr sauber, mit vielen Overdubs und tickendem Metronom im Ohr aufgenommen, wählte die Band bei "constant" den entgegengesetzten Weg: In einem zum Studio umfunktionierten Proberaum eines Freundes nahm man Schlagzeug, Bass und zwei Gitarren komplett live auf, es wurden bis auf den Gesang keine zusätzlichen Spuren auf die Aufnahme gespielt. ",constant' soll so klingen, wie wir live spielen: Lebendig, rau - es darf auch mal scheppern", erklärt Lehmann. Und das tut es, zum Wohle der Songs.

Die Veröffentlichung der EP wird mit einer Party in der Groovestation gefeiert, eine rare Möglichkeit, die Band live zu erleben. Für den Zuschauer bedeutet es ein Eintauchen in das Claim.-Universum, ein Einblick in die enge Freundschaft der vier Musiker.

Und was kommt nach dem Release, was plant Claim. für die Zukunft? Stille. "Keine Ahnung", sagt Ronny Wunderwald. Anders gefragt: Wo sieht sich die Band in weiteren 14 Jahren? Die einzige Prognose: Mindestens eine neue EP sollte bis dahin entstanden sein. Ansonsten hat diese Band nunmal kein Konzept. Und das ist gut so. Aber eines ist sicher: Sie bleibt. "Es steht nicht zur Frage, dass wir uns auflösen", sagt Kai Lehmann. "Egal was passiert oder nicht passiert. Wir sind immer da."

Claim. Release-Konzert zur EP "constant", heute 20 Uhr, Groovestation, Support: The friendliness is going happy

www.facebook.com/claimmusic

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 19.03.2013

Falk Ulshöfer

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