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Die Comödie blickt zurück auf eine erfolgreiche Saison

„Wer schön sein will, muss lachen“ Die Comödie blickt zurück auf eine erfolgreiche Saison

„Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat“, verkündete einmal der französische Dramatiker Nicolas Chamfort. Wer also einen Tag retten will, der nicht so gut lief, sollte vielleicht in die Comödie Dresden gehen, wird doch dort ein Genre gepflegt, das es sich auf die Fahne geschrieben hat, die Leute zum Lachen zu bringen.

„Unsere Frauen“ mit Mathias Herrmann, Ingolf Lück und Jochen Horst (v.l.) von Eric Assous feiert im März Premiere in der Comödie
 

Quelle: Chris Gonz

Dresden.  „Der verlorenste aller Tage ist der, an dem man nicht gelacht hat“, verkündete einmal der französische Dramatiker Nicolas Chamfort. Wer also einen Tag retten will, der nicht so gut lief, sollte vielleicht in die Comödie Dresden gehen, wird doch dort ein Genre gepflegt, das es sich auf die Fahne geschrieben hat, die Leute zum Lachen zu bringen, getreu der Erkenntnis des Dichters Christian Morgenstern, der wusste: „Lachen und Lächeln sind Tor und Pforte, durch die viel Gutes in den Menschen hineinhuschen kann.“

Bis dato kamen in diesem Jahr 125 000 Leute, damit Gutes in sie hineinhuschen möge. Wenn es gut läuft, in der Regel ist der Monat Dezember ein besonders umsatzstarker, dann wird man 2016 auf 135 000 Besucher plus x kommen. Die Entwicklung der Besucherzahlen der Comödie in den letzten fünf Jahren ist eine Erfolgsstory. Zählte man 2011 rund 50 000 Besucher, konnte man seither jedes Jahr ordentlich zulegen. Die durchschnittliche Auslastung in Sachsens größtem Privattheater mit seinen 643 Plätzen liegt bei 65 Prozent. Das reicht, um wie schon im Vorjahr schwarze Zahlen schreiben zu können, wie Geschäftsführer Olaf Maatz gestern gegenüber den DNN erklärte. Die Auslastung beim Sommertheater im Innenhof des Hotels Elbflorenz, wo man das Stück „Scharfe Brise“ spielte, lag sogar bei 80 Prozent, die Steigerung der Besucherzahl (6100) gegenüber dem Vorjahr lag in diesem Fall sogar bei fast 50 Prozent.

Die Comödie (vorher Komödie) hat mittlerweile 20 Jahre auf dem Buckel, die Jubiläumsspielzeit 2016 wartete mit sieben Neuproduktionen auf. Als letzte Premiere in diesem Jahr hebt sich am Freitag der Vorhang für das Stück „Der Nanny“ frei nach gleichnamigen Kinofilm mit Matthias Schweighöfer. Der Zuschauer wird Zeuge, wie ein Mann eine Stelle als Kindermädchen genau bei dem Mann annimmt, der seiner Ansicht nach schuld daran ist, dass er aus der Wohnung flog. Aber er hat die Rechnung ohne die Kinder des Immobilienhais gemacht. Er hätte sich vorher bei Eltern sachkundig machen sollen, denn die wissen: Mit Terroristen verhandelt man nicht.

Weitere Neuerungen, darunter eine Schönheitskur für das Theaterfoyer und eine neue Website, rundeten die 20. Spielzeit der Comödie ab. Auch im kommenden Jahr wird investiert: 70 000 Euro fließen laut Maatz in eine verbesserte EDV sowie neue Technik, außerdem soll peu à peu die Bestuhlung zwar nicht ersetzt, aber generalüberholt werden.

Wie zu erfahren war, gibt es Pläne, eine Dependance in Leipzig oder Chemnitz zu eröffnen. Laut Maatz scheiterte die Sache bislang lediglich daran, dass es bis dato nicht gelang, eine geeignete Location zu finden. Eine feste Bank in der Betriebsbilanz sind die Auswärtsgastspiele, bei der die hauseigenen Produktionen andernorts gezeigt werden, ob nun im Theater an der Kö in Düsseldorf oder im Parktheater in Iserlohn. „Rubbeldiekatz“ kam gar auf 48 Vorstellungen deutschlandweit. Mit dem praktisch um die Ecke liegenden Boulevardtheater pflegt man laut Maatz ein „gutes Verhältnis“, „es belebt den Standort, wenn wir zusammenarbeiten“. So kommt man schon mal in den Genuss, „den großzügigen Probenraum“ des Boulevardtheaters nutzen zu dürfen.

Die 21. Spielzeit, die mit Beginn des Kalenderjahres startet, steht unter dem Motto „Wer schön sein will, muss lachen“. Geplant sind laut Comödie-Intendant Christian Kühn sieben Premieren, zudem werden drei Wiederaufnahmen („Landeier“, „Machos auf Eis“, „Kalender Girls“), die sich das Publikum aus mehreren Vorschlägen zurückwünschen konnte, den Spielplan bereichern. Überhaupt übt man sich in bisschen in „Basisdemokratie“. Es steht 2017 also nicht nur die Wahl darüber an, ob es wieder Angela Merkel oder doch mal ein anderer Kanzler, und sei es womöglich Sahra Wagenknechts Gnaden, richten soll. Aus fünf Komödien darf man seinen Favoriten auswählen, für den sich dann im Mai der Vorhang hebt. Die Bandbreite reicht von der schon im Kino so erfolgreich gelaufenen Alzheimer-Tragikkomödie „Honig im Kopf“ über den Multikulti-Boulevardhit „Achtung deutsch!“ bis hin zur Gentrifizierungsfarce „3 Morde, Küche, Bad“. Abgestimmt werden kann noch bis 15. Januar 2017.

 Was neue Stücke angeht, sind Kühn wie Maatz viel auf Reisen, ziehen sich aber auch DVDs rein. Einmal im Jahr jettet Kühn sogar über den Großen Teich, um in New York diverse Broadway-Stücke in Augenschein zu nehmen. Der Blick über den Tellerrand hat noch nie geschadet. Es ist der Comödie sogar gelungen, neue Publikumsschichten über die Stammklientel hinaus zu erschließen. Ein Stück wie „Tussipark“ zieht dann sogar schon mal ein „sehr junges Publikum“ an, wie Maatz wissen ließ.

Der Vorverkauf für alle Termine der Spielzeit 2017 startet am kommenden Montag – mit einem Nikolaus-Special. (Fast) Alle Tickets für alle Eigenproduktionen sind an diesem Tag für nur 15 Euro zu erhalten. Sparen kann man auch bei der „Ladies Night“, die neu eingeführt wird. Jeden Donnerstag erhalten Frauen nicht nur fünf Euro Rabatt, sondern zusätzlich ein Begrüßungsgetränk.

Von Christian Ruf

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