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Die Chemie muss stimmen: Zehn Jahre Kunstgalerie am Weißen Hirsch

Die Chemie muss stimmen: Zehn Jahre Kunstgalerie am Weißen Hirsch

Ein charmanter weißer Kubus schließt sich an das Grundstück Luboldtstraße 12, Ecke Stangestraße an. Helles Licht flutet in den schlichten Hauptraum, gut geeignet besonders für großformatige Malerei und Plastik in gemeinsamer Präsentation.

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Blick in die Ausstellung zum Zehnjährigen der Galerie am Weißen Hirsch.

Quelle: Galerie

2004 von der Familie Petrov geschaffen, hielt die Kunstgalerie am Weißen Hirsch in ihm Einzug. Inzwischen feiern Veronika Petrov und ihr Freundeskreis das Zehnjährige. Die gelernte OP-Schwester hat sich mit Verve in die Galeriearbeit geworfen und dabei praktische Erfahrungen und Kenntnisse im Kaufmännischen sowie in der zeitgenössischen Kunst erworben. Die Künstler sind ihre besten Lehrmeister. Um aber eine Ausstellung bei ihr ausrichten zu dürfen, muss die Chemie zwischen ihr und ihnen stimmen.

Seitdem haben hier über 25 Künstler aus Dresden, Sachsen, Bulgarien, Österreich und den USA ausgestellt. Der durch seine besondere Ausstrahlung bei Künstlern beliebte Ort zieht Interessierte und Freunde nicht nur aus der Umgebung des Weißen Hirsch, sondern auch von weither an. In der Jubiläumsausstellung sind Arbeiten von 25 Künstler zu sehen, die schon einmal oder mehrmals hier ausgestellt haben. Zehn von ihnen sollen hier näher vorgestellt werden, stellvertretend für jedes Jahr.

Katrin Süss (sie studierte an der HfBK Dresden und an der Hochschule für Gestaltung Berlin-Oberschöneweide) eröffnete die Ausstellungsserie im Jahr 2004 mit objektartigen Papierarbeiten, in denen sie sich mit Kreis und Quadrat in ihrem konstruktiven Zusammenhang auseinandersetzt. Stefan Kulev stammt aus Bulgarien. Er studierte bis zum Jahr 2000 an der Universität Veliko Tarnovo. Im Jahr 2005 stellte Veronika Petrov seine Mischtechniken aus. Oft ist es nur ein stark strukturiertes Viereck, das durch seine Tiefe und Farbigkeit beeindruckt, wie das leuchtende Ölbild "Verträumter Sommer". Mehrmals präsentiert hat die Galeristin auch die Dresdner Malerin Franziska Leischker, die 2003 bis 2012 an der HfBK Dresden studierte. Unter ihrem Pseudonym "Fides Linien" pflegt sie eine betont weibliche Ästhetik. Die Frau ist Mittelpunkt ihres Schaffens. Die Papierarbeit im zweiten Raum der Galerie ist ein eigenwilliges Konstrukt aus Körper und Hülle.

Matthias Schroller zeigte 2007 Malerei. Ein Jahr später machte er am gleichen Ort mit seinen "Tür- und Fensterbildern" auf sich aufmerksam. Die formelhafte und strenge Auffassung der gegliederten Architektur von Fenster und Tür, im malerischen Prozess realisiert und grafisch vorbereitet, stellt sich als pure Malerei dar, bei der es ihm auf die malerische Sensation ankam. Im geometrisch-konstruktiven Holzschnitt "Monaco" geht er eigene Wege. 2008 stellte Michele Cyranka bei Frau Petrov aus: Ihre vernis mou "Engelin I" demonstriert gut die starke Poesiehaltigkeit ihrer Arbeiten. Neben ihrer expressiv-farbigen, dem körperlichen Gestus der Figur verpflichteten Malweise stellt die Grafik durchaus etwas Eigenständiges dar. Temperamentvolle Strichführung und träumerische Extase gehen dabei Hand in Hand. Vor fünf Jahren stellte sich Doris Granz dem Publikum der Galerie mit auffallend stark reduzierten, fast "leeren" Bildern vor. Nur auf ein bis zwei Grundfarben beschränkt, spielt sie in ihrer Malerei mit Flächen, Tupfern und Halbkreisformen; Farbe und Form schwingen in großer Stille in einer vielfachen Schichtung mit großer Transparenz.

Der Quohrener Fotograf Michael Lange, der 2010 bei Frau Petrov ausstellte, versteht sich als einer, der "mit dem Licht zeichnet". Seine Fundstücke baut er zu Stillleben um, inszeniert und fotografiert sie. Die dabei entstehenden Botschaften wenden sich an das emotionale Erleben der natürlichen, verdämmernden Schönheit der Dinge. Der Maler René Weigel präsentierte sich 2011: Vorwiegend malt er Porträts und Figuren im schnelleren Acryl. Sein Themen sind der Mensch, das Gesicht, der Kopf - die Physiognomie, die er auf Streifzügen durch die Stadt entdeckt.

Im darauffolgenden Jahr wurde eine Ausstellung zum Gedächtnis der 2011 verstorbenen Malerin Christiane Just ausgerichtet: Das Ölbild "Windsbraut" spricht vom Lebensgefühl der Künstlerin und ihrer tiefen Spiritualität, ihren Träumen und ihrer Zuversicht, die ihr in schwerer Zeit Flügel verliehen. Andreas Hegewald leistet als Bildhauer Besonderes im Stein. Neben antik-philosophischen Themen umschreiben seine Skulpturen auch andere Mythen, wie die beiden sich einander zuneigenden, schlanken Steine "Yin und Yang" aus graugrünem Zöblitzer Serpentin.

Bis 24. Januar. Kunstgalerie am Weißen Hirsch, Luboldtstraße 12. Kontakt: 0152/53 46 29 02 geöffnet: Mi-Fr 15-18 Uhr, Sa 10-12 Uhr

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 15.01.2015

Heinz Weißflog

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