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Die 4. Richard-Wagner-Spiele Graupa verbinden Musik mit Bildender Kunst

Unerwartete Begegnungen Die 4. Richard-Wagner-Spiele Graupa verbinden Musik mit Bildender Kunst

Caspar David Friedrich und Richard Wagner sind sich zu Lebzeiten nie begegnet. Höchste Zeit, das einmal nachzuholen. Allerdings geht solch ein Treffen heute nur mehr mit den Mitteln des Theaters. Für die 2013 ins Leben gerufenen Richard-Wagner-Spiele Graupa eine veritable Herausforderung.

Robby Langer als Richard Wagner

Quelle: Matthias Creutziger

Graupa. Caspar David Friedrich und Richard Wagner sind sich zu Lebzeiten nie begegnet. Höchste Zeit, das einmal nachzuholen. Allerdings geht solch ein Treffen heute nur mehr mit den Mitteln des Theaters. Für die 2013 ins Leben gerufenen Richard-Wagner-Spiele Graupa eine veritable Herausforderung, wenn nicht sogar ein gefundenes Fressen.

Johannes Gärtner, der noch immer vom Erfolg seiner Idee der Wagner-Spiele überrascht zu sein scheint, mit der er ursprünglich nur den 200. Geburtstag des Dichter-Komponisten aus Leipzig würdigen wollte, hat sich inzwischen auf ein Dauerprojekt eingelassen: „Dresden wirbt ja damit, dass hier Wagner Wagner wurde. Wir wollen unsere Trilogie ‚Wagners Welt‘, in der wir uns zuerst seine Dresdner Zeit erschlossen haben, 2018 mit einem Stück zu seinem Exil und 2020 als Annäherung an den ‚Ring‘ mit einem zu Bayreuth fortsetzen.“

In den Jahren dazwischen sollen jeweils andere Aspekte des Gesamtkunstwerks sinnlich erfahrbar gemacht werden. 2019 geht es in der Auseinandersetzung mit E.T.A. Hoffmann um Wort und Musik. „Dieses Jahr aber stehen Musik und Malerei auf dem Plan,“ so der Intendant, der wegen seiner Mitwirkung als Akteur diesmal die Regie in die Hände von Matthias Nagatis gegeben hat. Denn Johannes Gärtner wird den Maler Caspar David Friedrich spielen, in dessen Atelier Richard Wagner erscheint, um von ihm gemalt zu werden.“ Dessen Part wird wiederum von Robby Langer verkörpert, der sich seit einer Reihe von Jahren mit dem unsteten Musiker beschäftigt, nachdem er von einem Veranstalter danach gefragt worden ist: „Können Sie auch Wagner?“

Und wie er das kann – aus den Open-Air-Produktionen vor dem Graupaer Jagdschloss ist er gar nicht mehr wegzudenken. Das gilt auch für Ewa Zeuner, die bisher als Minna Wagner zu erleben war und nun als des Malers Gattin Caroline Bommer besetzt ist. „Der Komponist Johannes Wulff-Woesten hat mir dazu sehr schöne Musik geschrieben,“ erläutert die aus Polen stammende Sängerin. „Schwierigeres habe ich nie gesungen.“

Musikalisch wird das neue „Stück vom Himmel oder Wenn ich erst ewig bin …“ von einem Klaviertrio mit Musikern der Philharmonie Teplice gestaltet. Johannes Gärtner weist auf das Bühnenbild von Michael Klose hin, das jeden Abend als Live-Malerei neu entstehen soll. Auch in den Pausen setzt sich das musikalisch-malerische Zusammenspiel fort, indem neben einer performativen Glasmalerei von Michael Donath auch das Publikum zu Stift und Pinsel greifen kann.

Vor allem aber geht es Gärtner und seinen Mitstreitern um die Frage des Gesamtkunstwerks, dessen Wurzeln just im Zusammentreffen des Visionärs Wagner mit dem Romantiker Friedrich gesucht werden sollen. „Das wird ja auch ein Ausflug auf den Dichter-, Musiker- und Malerweg mit seinen Inspirationsorten,“ erklärt Gärtner sein Herangehen.

Die diesjährigen Richard-Wagner-Spiele Graupa starten am 1. Juli im idyllischen Hof des Jagdschlosses, wobei der Blick des Publikums diesmal passenderweise nicht auf die Fassade, sondern ins Grüne gerichtet ist. „Ein Stück vom Himmel oder Wenn ich erst ewig bin …“ stammt aus der Feder Johannes Gärtners, wird an vier Abenden im Schlosshof gezeigt und soll im kommenden Jahr auf im Schloss Decin aufgeführt werden, wo einst Caspar David Friedrichs „Tetschener Altar“ an der Wand hing.

Auch in diesem Jahr werden alle Aufführungen der Wagner-Spiele wieder mit einem Wagner-Salon eingeleitet. Am 1. Juli spricht Eckart Kröplin, der einstige Chefdramaturg der Sächsischen Staatsoper, über Belange von „Musik aus Licht“, an den folgenden Tagen geht es um historische Dresden Ausflüge um 1800 („Wo bitte geht’s zur Landschaft?“) sowie um das Kunstinteresse von Peter Schreier „Jenseits der Klänge, abseits der Töne“ und um Caspar David Friedrich als „Gedankenmaler der Romantik“ in einem Dokumentarfilm von Regisseur Thomas Frick.

Richard-Wagner-Spiele Graupa 1./2. und 8./9. Juli, „Ein Stück vom Himmel oder Wenn ich erst ewig bin …“ jeweils 20 Uhr, Wagner-Salon 18.30 Uhr

www.richard-wagner-spiele.com

Von Michael Ernst

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