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Die 18. Dresdner Cynetart kürte ihre Preisträger

Die 18. Dresdner Cynetart kürte ihre Preisträger

Festakt im passenden Spielhaus in Hellerau: Die 18. Dresdner Cynetart, das internationale Festival für computerbasierte Kunst und transdisziplinäre Medienprojekte, das sich bis kommenden Mittwoch der faktischen und virtuellen Vernetzung von Mensch, Tier und Natur widmet, begann gestern mit Vernissage und Preisverleihung.

Während in einer Hälfte des großen Saales der Fulldome mit seinem Animationsfirnament jeweils bis zu vierzig Menschen begeistert, wurden in der anderen Hälfte mit 260 Sitzplätzen fünf Preise verliehen, die eine vierköpfige Jury, berufen von der Trans-Media-Akademie Hellerau (TMA), meist im Einklang auserwählte. Neben dem Dresdner Medienkünstler Andreas Ullrich, auch Kurator und Verleger, gehören ihr 2014 Deborah Hustiè (Zagreb) und Neja Tomšiè (Ljubljana) sowie Alain Bieber, Chefredakteur von Arte Creative, an. Gemeinsam mit dem neuen TMA-Vorstandsvorsitzenden Arne Nowak und den jeweiligen Preisstiftern hatten sie 32 700 Euro, verteilt auf fünf Schecks, für die besten unter 530 Einreichungen aus 43 Ländern zu verteilen.

Den höchsten Wert hat mit 10 200 Euro das Artist-in-Residence-Stipendium, das sich sächsische Kunstministerin und Landeshauptstadt Dresden teilen. Hier war - aus verständlichen Gründen - Thomas Früh, der Abteilungsleiter Kunst aus dem Ministerium gefordert, um Moritz Simon Geist für die Entwicklung seines Projektes "The future of music robots in electronic music" auszuzeichnen. Das Besondere daran: Geist, Roboteringenieur und Medienkünstler, baute eine riesige Musikmaschine, die von den Besuchern mit ihren Smartphones programmiert und gespielt werden kann.

Außerdem wird dem Dresdner am kommenden Mittwoch, 16 Uhr im Dalcroze-Saal - das stand schon lange vor der Kürung fest - der leibhaftige Festivalabschluss vorbehalten sein. In seiner Mecha-Session namens "Sonic Robots wanna have Fun" wird er gemeinsam mit Freunden zwei Stunden vorm Schluss der Cynetart zeigen, dass dieser Feiertag nicht nur für Buße und Beten taugt.

Auch der Kölner Kuai Shen ist seit heute weltweit bekannt in der Szene. Bekam er doch den Förderpreis der Kunstministerin, auf deren Scheck dazu eine Eins und vier Nullen (vorm Komma) stehen. Seine Arbeit heißt "Playing with ants and other insects" und beruht auf der These, dass von Ameisen lernen Siegen lernen heißt. Er entwickelte eine interaktive Video-Game-Installation, die jene Aspekte im sozialen Zusammenspiel von Ameisen und anderen Insekten zeigen sollen, die auch menschliche Technologien formten.

Hellerau selbst, also das Europäische Zentrum der Künste Dresden, vergab seinen Preis plus fünf Riesen an Marco Donnarumma und Marije Baalman für "Nigredo" - eine achtminütige Privatkammererfahrung, für deren Einzelbehandlung während der Ausstellung eine Anmeldung erforderlich ist. Genauso hoch dotiert ist der Cynetart-Preis, gemeinsam mit der Ostsächsischen Sparkasse Dresden bezahlt, der an Ivor Diosi und Darija Czibulka vom tschechischen Kollektiv Humane after People ging für "Molding the Signifier", ein "interdisziplinäres Projekt am Schnittpunkt von Kunst, Kybernetik, Ökologie, Sprachwissenschaft und Biologie", deren reiner Beschreibung sich noch keinerlei gedankliche Assoziationen anschließen. Ganz im Gegenteil zu jenem Preisträger von Arte Creative: Die Österreicher mit dem schönen Namen Alien Productions schaffen mit sechs leibhaftigen Graupapageien, die seit Dienstagmorgen in einem großen Käfig in Dresden weilen, "Metamusic" und gewannen 2 500 Euro. Dabei haben die Vögel die Chance, mittels diversen elektronischen Instrumenten auf menschliche Umwelteinflüsse zu reagieren. Gäbe es einen Publikumspreis, wäre dieser den analog gefiederten Jazzern für ihre "quadrophonischen Tier-Mensch-Konzerte" ziemlich sicher. Diese sind am Sonnabend und Sonntag für je 16 Uhr angesetzt, während es Führungen zu jeder vollen Stunde von 11 bis 17 Uhr gibt.

Danach durfte Tänzerin Johanna Roggan auf die "Holostage", die Jo Siamon Salich entwickelte und dabei mit dem über ihr schwebenden lebensgroßen Avatar spielte. Keine gewagte Prognose ist, dass auch ab heute allen Besucher Dinge begegnen, die sie so vorher so noch nie gesehen oder anderweitig wahrgenommen haben.

Ausstellung im Festspielhaus Hellerau: Fr, Sa & Di, je 14-23 Uhr; So & Mi je 11-18 Uhr; montags geschlossen; Eintritt: fünf (ermäßigt drei) Euro. www.cynetart.de/

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.11.2014

Andreas Herrmann

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