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Die 18 Musiker des Andromeda Mega Express Orchestras kommen wieder in die Scheune

Die 18 Musiker des Andromeda Mega Express Orchestras kommen wieder in die Scheune

Natürlich, das kostet! So schön Big Bands in Jazz und experimenteller Musik auch sind, so wuchtig ihr Klangbild, so entdeckerfreudig ihre akustischen, interpretatorischen und kollektiven Möglichkeiten, so beschränkt sich ihre Existenz zumeist auf die Anbindung an Musik(hoch)schulen.

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Gruppenbild: Das Andromeda Mega Express Orchestra, kurz AMEO.

Quelle: A. Rumball

Wobei Anbindung durchaus wörtlich gemeint ist. Das Touren durchs Land, ja, durch die Welt ist Luxus, wobei Luxus eben nicht wörtlich gemeint ist. Daniel Glatzel weiß das alles. Und es schert ihn manchmal. Dem Andromeda Mega Express Orchestra (AMEO) steht er trotzdem vor, komponiert und arrangiert Material, das ihm und seinen 17 Kollegen auf der Bühne und im Studio vor allem eines bereitet: Musizierspaß. Denn er komponiert es selten wirklich aus. Das AMEO kommt nun bereits zum dritten Mal in die Scheune. Es geht also doch!

Den ganz Wachen ist das visierlose Orchester in einem Film aufgefallen. Für den politischen Thriller "Sturm" (2009) hatte Hans-Christian Schmid wieder seine Lieblingskomponisten von The Notwist beschäftigt, die holten sich den großen Körper hinzu. Gleichsam taten sie es für ihre eigenen CDs "Music No Music" und "The Devil, You & Me" und für einige gemeinsame Touren. Notwist-Schlagzeuger Andi Haberl ist parallel weiter bei AMEO dabei. Auch für Efterklangs monumentales "Piramida" wurde der Klangkörper aktiv. Ansonsten gäbe es bislang drei eigene CDs des Andromeda Mega Express Orchestras zu besitzen: "Take Off!" (2009), "Bum Bum" (2012) und ganz frisch "Live On Planet Earth" (alle Alien Transistor).

Das AMEO hüpft seit 2006 galant über Genremauern. Jazz ist nicht genug, Klassik nur ein Gefühl, Electronics kein Muster. Was zählt und bleibt, ist die kunstvoll verschränkte Melange. Und vielleicht taugt die aktuelle Live-Platte jetzt wirklich am besten zur Referenz, vor allem in der Art, wie sie sich vom "Gewohnten" zum "Überraschenden" entwickelt, wie sie immer wieder Winzigkeiten in Sound und Struktur freilegt, sich rhythmisch dreht und windet, wie sie sich Höhepunkten entgegenstreckt, ohne sich lange darauf auszuruhen, ist faszinierend. Vollbesetzt mit fünf Streichern, Drums, Sampler, Klavier, Vibraphon, Harfe, Gitarre, sieben Bläsern begreifen sich die Künstler und Künstlerinnen mit Basecamp Berlin als "Work in progress"-Vereinigung, als Arbeits-Raum und Familie, die sich aus den sehr unterschiedlichen Erfahrungen sehr unterschiedlicher stilistischer Hintergründe speisen und inspirieren. Daniel Glatzel: "Es war immer das Ziel, dass wir eine Band sind, also kein Ensemble, wo jeder austauschbar ist. Ich hatte nie die Vision, ein Orchester zu gründen. Es war eher ein Erkennen des Potenzials." Auf "Live On Planet Earth" gibt es ein Stück, das für das AMEO eine Art zentrale Bedeutung in der aktuellen Lebensphase bekommen könnte: In "W.A. Mozart vs Random Generator" stellen sie wirklich Mozart-Musik und -Gestus gegen eine von Bandmitglied Johannes Schleiermacher konzipierte digitale Verfremdungs-Software auf Basis von Zufall. Glatzel: "Wir inszenieren das Ganze wie einen Boxkampf, bei dem ein Konsolenspiel aus den 80er Jahren moderiert."

Andromeda Mega Express Orchestra, morgen 21 Uhr, Scheune; Abendkasse: 15 Euro

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 06.05.2014

Andreas Körner

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