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Deutschland-Premiere eines Projekts der Dresdner Musikfestspiele

„Bill Murray, Jan Vogler & Freunde“ Deutschland-Premiere eines Projekts der Dresdner Musikfestspiele

Die Dresdner Musikfestspiele haben im Berliner Volkswagen-Forum ein Projekt vorgestellt, das im kommenden Frühjahr gewiss großen Zulauf finden wird. Am 4. Juni soll in Dresden die Premiere sein, „Bill Murray, Jan Vogler & Freunde“ heißt das Programm.

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Der US-amerikanische Schauspieler Bill Murray (r.) in Berlin mit dem Cellisten und Festspielintendanten Jan Vogler, der Geigerin Mira Wang (l.) und der Pianistin Vanessa Perez, mit denen er bei den Dresdner Musikfestspielen 2017 auftreten wird.

Quelle: Paul Zinken/dpa

Berlin/Dresden. Großer Bahnhof beim Sponsor: Die Dresdner Musikfestspiele haben am Mittwoch im Berliner Volkswagen-Forum ein Projekt vorgestellt, das im kommenden Frühjahr gewiss großen Zulauf finden wird. Am 4. Juni soll die Premiere sein, „Bill Murray, Jan Vogler & Freunde“ heißt das Programm.

Und wer sind die Freunde? Große Namen von Ernest Hemingway, Mark Twain und Walt Whitman reihen sich da aneinander, verbunden mit Bach, Bernstein, Gershwin und Piazzolla. Der amerikanische Schauspieler und der Cellist aus Dresden, dazu die Geigerin Mira Wang und die Pianistin Vanessa Perez, werden Musik und Literatur miteinander verbinden und unterm Strich mehr als nur eine musikalische Lesung fabrizieren.

Das Projekt ist aus einer Freundschaft entstanden, die sich aus größtmöglichem Zufall ergab. Jan Vogler stand am Flughafen in einer Schlange und musste sein wertvolles Instrument kurz aus der Hand geben. Der nächste vertrauensvoll aussehende Mensch war zufällig Bill Murray („Und täglich grüßt das Murmeltier“, „Lost in Translation“), den Vogler nicht mal erkannte. Erst im Flugzeug kamen sie ins Gespräch.

Wer nun den gern auch mal singenden Akteur als humorigen Plauderer erlebt hat, mag ahnen, wie die Idee entstanden und das Programm gewachsen sein dürfte. Ausgedehnte Spaziergänge in der Herbstlandschaft vor den Toren New Yorks, Poetry Walks auf den Spuren Whitmans in Brooklyn, Lesestunden im heimischen Wohnzimmer. Und wie nebenher auch mal gemeinsames Singen mit den Kindern von Mira Wang und Jan Vogler.

Bill Murray schwärmt von der Kraft der Musik: „Sie kann nicht die Welt verändern, sie hat sie verändert und tut das mit ihrer Energie an jedem einzelnen Tag!“ Nach arbeitsreichen Wochen hat sich dieses Freundschaftsprojekt gerundet, es wird „die Grenzen eines Literatur- und Musikprogramms sprengen“, verspricht Vogler. „Wir werden alles an dieser Kombination ausreizen, das ist sehr inspirierend für uns.“ Murray ergänzt schelmisch, seine Karriere werde jetzt erst richtig losgehen.

Vor wenigen Tagen haben „Bill Murray, Jan Vogler & Freunde“ ihre noch im Wandel begriffene Produktion im New Yorker Yachtclub präsentiert, just am Schicksalsdatum des 9. November gab es eine geschlossene Vorstellung in Berlin. Sowohl Murray als auch Vogler zeigten sich geschockt vom Wahlausgang in den USA.

Aber beide wollten dem Desaster auch etwas Positives abringen, so meinte Bill Murray gelassen: „Dieses ist eines der Dinge, die in einer Demokratie geschehen. Es ist eine Riesen-Überraschung für mich. Aber die Situation in den USA ist keine Frage des Präsidenten, sondern eine Sache des Kongresses.“ Es komme jetzt darauf an, dass sich die Leute in den Parlamenten einigen und „dass Amerika nun nicht plötzlich viel weiter hinter dem zurückfällt, von dem man dachte, dass es einmal stand.“ Auch Jan Vogler, der die doppelte Staatsbürgerschaft besitzt und per Briefwahl gestimmt hatte, hofft auf das demokratische System der USA: „Ich bin noch am Verdauen dieser Nachricht. Wir müssen jetzt darüber nachdenken, woran hat das gelegen. Leider hat der Populismus derzeit in der ganzen Welt unheimlichen Zulauf. Ich glaube nicht, dass es ein isoliertes Problem von Amerika ist, genauso wie AfD kein isoliertes Problem von Deutschland ist.“

„Bill Murray, Jan Vogler & Freunde“, 4.6.2017, Kulturpalast

www.musikfestspiele.com

Von Michael Ernst

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