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Der letzte Vorhang ist gefallen: Umbau des Dresdner Kulturpalastes beginnt

Der letzte Vorhang ist gefallen: Umbau des Dresdner Kulturpalastes beginnt

Schluss. Vorbei. Das seit Jahrzehnten bei Kindern und Erwachse- nen beliebte Dresdner Brückenmännchen stand gestern Nachmittag zum vorerst letzten Mal auf der Bühne des Kulturpalastes - zusammen mit dem kleinen Vampir.

Aus.

Von christoph stephan

Ab heute steht das 1969 eröffnete Gebäude ganz im Zeichen des bis 2015 geplanten Umbaus. Veranstaltungen finden bis dahin keine mehr statt.

Als gegen 17 Uhr der Vorhang zum allerletzten Mal fiel, hatten nicht nur langjährige Mitarbeiter, sondern auch viele Zuschauer Tränen in den Augen. "Ich bin traurig, weil wir im Kulturpalast schöne Veranstaltungen für Groß und Klein erlebt haben und das Flair dieses Hauses etwas Besonderes ist", meint Carina Schumann. Vorerst bleiben der 63-Jährigen nun lediglich Erinnerungen. Etwa an die Konzerte großer Künstler wie Joan Baez, Bruce Springsteen, Montserrat Caballé und Woody Allen, die alle schon im Dresdner Kulturpalast gastiert haben.

Gestern war es an Steffen Meyer, seit vielen Jahren technischer Leiter im "Kulti", als letzter das Licht auszumachen. Bis zum 25. September 2012 muss Ulrich Finger, der Chef der Dresdner Messe und neuerdings verantwortlich für den Kulturpalast, das Haus besenrein an die Stadt übergeben. Dann sind alle Räume leer. "Das Ausräumen hat bereits vor einigen Monaten begonnen. Insbesondere ein Großteil der Unterlagen wurde in das Stadtarchiv gebracht", erklärt Finger auf DNN-Anfrage. Ab heute soll es verstärkt zur Sache gehen. "Wir erhalten unsere 'Arbeitsfähigkeit' bis zum 20. August. Danach werden auch die Telefonanlage, die Computer und der Server abgeschaltet und beräumt."

Zahlreiche Erinnerungsstücke aus dem traditionsreichen Haus wandern an andere Kultureinrichtungen. Zum Beispiel steht die Orgel künftig in der Kirche St. Maria Friedenskönigin in Cottbus. Das aus 1300 Orgelpfeifen bestehende Instrument wurde schon vor einigen Tagen abgebaut.

"Insgesamt interessieren sich rund 90 Vereine, Firmen, Kultureinrichtungen und Privatpersonen für Teile aus dem Kulturpalast", betont Finger. Alles, was bis Ende August nicht raus ist, soll Anfang September bei einem Trödelmarkt feilgeboten werden, bei dem jeder Dresdner "zuschlagen" darf (siehe extra Kasten).

Die Planungen sehen vor, dass der Kulturpalast für reichlich 70 Millionen Euro einen Konzertsaal erhält, der vor allem den Ansprüchen der Philharmonie genügt. Auch die Städtischen Bibliotheken und das Kabarett "Herkuleskeule" werden in das in den 60er Jahren entstandene Gebäude einziehen. Architekt Wolfgang Hänsch klagt weiter gegen den Umbau, der seiner Meinung nach sein Urheberrecht verletzt. Nachdem das Landgericht Leipzig in erster Instanz zu Gunsten der Stadt votierte, hat nun das Oberlandesgericht in Dresden zu entscheiden.

mehr zum "Kulti" auf www.dnn-online.de

7. Oktober 1969: Der Kulturpalast wird nach gut zweieinhalbjähriger Bauzeit eröffnet. Jahrzehntelang finden in dem Gebäude verschiedenste Veranstaltungen und Konzerte statt.

19. März 2007: Wegen Problemen beim Brandschutz muss der Kulturpalast für mehrere Monate gesperrt werden. Nachdem die notwendigen Arbeiten getan sind, erhält das Gebäude eine zeitlich befristete Betriebserlaubnis.

3. Juli 2008: Der Stadtrat beschließt den Umbau des Kulturpalastes. Im Herbst erfolgt die europaweite Ausschreibung.

24. März 2011: Der Stadtrat beschließt nach langer Debatte die Entwurfsplanung für das Umbaukonzept. Der "Kulti" soll einen neuen Saal erhalten, Bibliothek und Herkuleskeule sollen in das Gebäude einziehen.

24. April 2012: Es darf gebaut werden. Das Landgericht Leipzig weist die Urheberrechtsklage des Architekten Wolfgang Hänsch gegen den Umbau ab, dieser geht aber in Revision.

trödelmarkt

Restposten aus dem Inventar des Kulturpalastes sollen Anfang September im Rahmen eines Trödelmarktes verkauft werden. Der technische Leiter des Hauses, Steffen Meyer, bremst allerdings all zu große Erwartungen. Denn das Angebot umfasst wohl nicht viel mehr als ein paar Werkzeuge und alte Nägel. "Sobald wir abschätzen können, was da auf uns zukommt, geben wir detaillierte Informationen", sagt der "Kulti"-Verantwortliche Ulrich Finger, Chef der Messe Dresden.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 24.07.2012

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