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Der in Dresden lebende Schriftsteller Marcel Beyer wird Stadtschreiber von Bergen-Enkheim

Der in Dresden lebende Schriftsteller Marcel Beyer wird Stadtschreiber von Bergen-Enkheim

Der Schriftsteller Marcel Beyer (46) ist zum 39. Stadtschreiber von Bergen-Enkheim gewählt worden. Der Literaturpreis werde dem Autor am 31. August auf dem Berger Marktplatz verliehen, teilte die Kulturgesellschaft des Frankfurter Stadtteils gestern mit.

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Marcel Beyer

Die Festrede werde die Direktorin des Frankfurter Sigmund-Freud-Instituts, Marianne Leuzinger-Bohleber, halten.

Beyer untersuche in seinen Romanen, Lyrikbänden und Essays souverän und sachkundig das Verhältnis von Macht, Wissenschaft und Technologie in der jüngeren deutschen Geschichte und fasse es in gültige Kunstwerke, so die Jury. Sie lobte Beyers "sprachliche Akkuratheit, gedankliche Durchdringung des Themas und hohes dramaturgisches Vermögen". Die Stadtschreiberjury besteht aus Bürger- und Fachjuroren. Fachjuroren sind Peter Weber, Peter Härtling, Wolfram Schütte und der amtierende Stadtschreiber Thomas Lehr.

Marcel Beyer ist im württembergischen Tailfingen geboren, obwohl weder der Vater, ein Anglistik-Professor, noch die Mutter, eine Psychologin, Schwaben sind. In seinem zweiten Lebensjahr zog die Familie nach Kassel, 1968 nach Kiel, 1973 ins Rheinland. An der Universität Siegen studierte Beyer Germanistik, Anglistik und Literaturwissenschaft und schloss mit einer Arbeit über Friederike Mayröcker ab.

1989 erschienen erstmals Gedichte von Beyer unter dem Titel "Kleine Zahnpasta". Damals trat er gemeinsam mit dem Kölner Dichter Norbert Hummelt auf, in dem Projekt "Postmodern Talking". Einen Verlag fanden sie nicht. So erfanden sie ihren eigenen: die "dead language press" in Paris.

Beyer gab gemeinsam mit Karl Riha die Reihe "Vergessene Autoren der Moderne" heraus und arbeitete als Lektor der Literaturzeitschrift "Konzepte". 1991 erschien Beyers erster Roman "Das Menschenfleisch". Zu seinen Werken gehören die Romane "Flughunde" (1995), "Spione" (2000), "Kaltenburg" (2008) und "Putins Briefkasten. Acht Recherchen" (2012).

Der Preis, der seit 1974 vergeben wird, gilt als angesehenster Stadtschreiberpreis im deutschsprachigen Raum. Bergen-Enkheim nimmt für sich in Anspruch, das mittlerweile vielerorts nachgeahmte, symbolische Amt des Stadtschreibers erfunden zu haben.

Marcel Beyer ist seit 1996 in Dresden zu Hause. Er gehört zur Riege vielfach ausgezeichneter Autoren. 1996 erhielt er die Johannes-Bobrowski-Medaille, 2001 den Heinrich-Böll-Preis und 2003 den Tübinger Hölderlin-Preis. 2008 bekam Beyer in Dresden den Arras-Preis für Kunst und Kultur zugesprochen. Im selben Jahr wurde ihm für seine Auseinandersetzung mit der deutschen Vergangenheit der mit 50 000 Euro dotierte Joseph-Breitbach-Preis zugesprochen. Seit 2009 ist Marcel Beyer auch Mitglied der Akademie der Künste.

epd/dpa/DNN

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 14.06.2012

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