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Der Sinfoniechor Dresden feiert sein 100. mit Mendelssohns „Lobgesang“

Jubiläum Der Sinfoniechor Dresden feiert sein 100. mit Mendelssohns „Lobgesang“

Es war Karl Maria Pembaur, seinerzeit Chordirektor der Dresdner Hofoper, der 1915 zum Zwecke der Unterstützung des Opernchores bei großen Chorszenen und bei Konzerten einen Extrachor gründete.

Dresden. Es war Karl Maria Pembaur, seinerzeit Chordirektor der Dresdner Hofoper, der 1915 zum Zwecke der Unterstützung des Opernchores bei großen Chorszenen und bei Konzerten einen Extrachor gründete. Der Sinfoniechor Dresden war seither wertvolle Verstärkung der Profis nicht nur bei Wagners oder Verdis opulenten Musikdramen, sondern über lange Jahre auch dann, wenn in den Palmsonntagskonzerten der Staatskapelle oder später den Gedenkkonzerten an die Zerstörung Dresdens am 13. Februar 1945 große chorsinfonische Werke auf dem Programm standen. Von Fritz Reiner, Richard Strauss und Karl Böhm über Giuseppe Sinopoli bis Daniele Gatti reichen die illustren Dirigentennamen, die der Chor in seiner nun auf einhundert Jahre zurückblickenden Vita benennen kann. Wagners „Meistersinger von Nürnberg“, sein „Tannhäuser“ und „Lohengrin“, Verdis „Don Carlo“ oder Beethovens „Fidelio“ waren in den letzten Jahren die Opern, bei denen die zusätzlichen Stimmen gefragt waren.

Insgesamt wurden die Einsätze auf der großen Opernbühne zuletzt weniger. Die Gründe sind vielfältig: Regisseure setzen seltener auf riesige Chorszenen, das Palmsonntagskonzert erhielt eine andere Ausrichtung, auch verspürte nicht jeder Chordirektor des Staatsopernchores die Ambition, sich intensiv auch um den aus Laien bestehenden Extrachor zu bemühen. Andere reizvolle Aufgaben sorgten für Ausgleich: So war der Sinfoniechor für den Chorpart der 2013 in Kooperation zwischen dem sein 100-jähriges Bestehen feiernden Staatsschauspiel Dresden und der Semperoper inszenierten Semioper „Kind Arthur“ von Henry Purcell zuständig, wirkte auf Semper 2 in Schostakowitschs „Moskau, Tscherjomuschki“ mit, an gleicher Stelle folgt im November Ernst Tochs „Die Prinzessin auf der Erbse“. Nicht zuletzt  wandte sich der Sinfoniechor verstärkt eigenen Projekten zu, sang A-cappella-Konzerte in der Weinbergkirche Dresden-Pillnitz oder musizierte mit dem Bläserkollegium Dresden und dem Benda-Kammerorchester Ustí nad Labem.

Nun ist freilich der Hauptbeweggrund für die 50 Damen und Herren, im Sinfoniechor zu singen, der, „in Kostüm und Maske auf der Bühne in andere Rollen schlüpfen zu können“, formuliert es stellvertretend Verona Löpelt, seit 1988 Sopranistin im Chor und mittlerweile auch Vorsitzende des Vereins Sinfoniechor Dresden e.V. Die 100-Jahr-Feier, selbstverständlich mit einem Festkonzert bedacht, und der neue Chorleiter könnten und sollten frische Impulse hin zu einer wieder stärkeren Bindung an die Semperoper sein, hoffen Löpelt und ihre Sänger-Kollegen.
Jörn Hinnerk Andresen, seit Februar dieses Jahres Chordirektor des Staatsopernchores, wird sich nach der Einarbeitung in die Hauptaufgabe nun auch dem Sinfoniechor zuwenden und als dessen Leiter fungieren. „Ich erlebe unter den Sängern dort viel Motivation, etwas Neues aufzubauen. Ich will den Chor fördern, und ich muss ihn fordern, denn eine hohe sängerische Qualität ist die beste Lobby für unser großes Ziel, wieder mit in Konzerten auf der Bühne der Semperoper zu stehen“, blickt Andresen auf die anstehende Arbeit voraus. Einiges hänge natürlich vom neuen Intendanten ab, die Gespräche mit dem 2018 seine Arbeit aufnehmenden Peter Theiler stehen noch aus.

Jetzt blickt erst einmal alles mit Hochspannung dem Festkonzert zum Jubiläum entgegen. Es wird am 25. Oktober, 17 Uhr in der Lukaskirche stattfinden; gemeinsam mit der Staatskapelle Halle und den Solisten Ute Selbig und Barbara Senator (Sopran) sowie Steve Davislim (Tenor) führt der Sinfoniechor Felix Mendelssohn Bartholdys Sinfonie Nr. 2 „Lobgesang“ auf. Unterstützung kommt – nun einmal im Gegenzug – auch von Mitgliedern des Staatsopernchores. Jörn Hinnerk Andresen wird das Konzert dirigieren und kann dabei auf die intensive Vorarbeit von Christiane Büttig bauen, die vor dem Amtsantritt Andresens und in den ersten Monaten danach für die kontinuierliche Probenarbeit beim Sinfoniechor sorgte.

Neue Gesichter im Chor seien übrigens gern gesehen, betont Andresen. Wer bei einem Vorsingen eine entsprechende Eignung nachweist, kann dann vielleicht bald einmal auf den Bühnen der Semperoper singen. Vorausgesetzt natürlich, er oder sie tut dies vorher jeden Donnerstag in den Proben, in den „heißen“ Einstudierungsphasen auch öfter. „Es ist ein an Leistungssport grenzendes Hobby“, sagt Verona Löpelt, „aber man empfindet eine große Freude an der Musik und an der Gemeinschaft.“

Festkonzert zum 100-jährigen Jubiläum des Sinfoniechores Dresden: 25. Oktober, 17 Uhr, Lukaskirche – Mendelssohn: Sinfonie Nr. 2 „Lobgesang“; Ute Selbig, Barbara Senator (Sopran), Steve Davislim (Tenor), Sinfoniechor Dresden, Mitglieder des Staatsopernchores Dresden, Staatskapelle Halle, Dirigent: Jörn Hinnerk Andresen
Karten an der Tageskasse in der Schinkelwache am Theaterplatz, Tel. 0351/4911705, online unter www.semperoper.de sowie an der Abendkasse

Sybille Graf

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