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Der Provocateur: Passantenbeschimpfung im Dresdner Zentrum

Kunstperformance Der Provocateur: Passantenbeschimpfung im Dresdner Zentrum

Ein großer Käfig, ein laut schimpfender Mann und jede Menge neugieriger Dresdner: Noch bis zum Samstag beschimpft der „Provocateur“ aus einem Käfig heraus Passanten auf dem Dr.-Külz-Ring. Der Eintritt ist frei.

Dresden. Ein großer Käfig, ein laut schimpfender Mann und jede Menge neugieriger Dresdner: Noch bis zum Samstag beschimpft der „Provocateur“ aus einem Käfig heraus Passanten auf dem Dr.-Külz-Ring. Der Eintritt ist frei. Am Freitag läuft die Aktion von 17 Uhr bis 18.30 Uhr, am Samstag von 14 Uhr bis 15.30 Uhr.

"Der Provocateur" ist eine Koproduktion mit Aarhus, Bergen, Kopenhagen und Stockholm, wo dieses Stück bereits gezeigt wurde. "Das Grundkonzept ist überall dasselbe", beschreibt Regisseur Christian  Lollike, "aber die Abläufe wechseln von Stadt zu Stadt und sind abhängig davon, worüber vor Ort gerade gesprochen wird".

Der Provocateur - Eine Passantenbeschimpfung. Ab Donnerstag bis zum Sonnabend auf dem Dr.-Külz-Ring vor der Altmarktgalerie in Dresden.

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Der Däne Lollike, Autor und Regisseur in Personalunion, hat dieser Tage nochmal recherchiert und wird seinen Text nun einem Feinschliff unterziehen. "Wir verwenden auch Material von Bono, Gandhi, Marx und anderen, manches wird improvisiert, in freier Rede wiederholt - ich bin gespannt auf die Reaktionen." Am ersten Nachmittag konfrontierte der Provocateur, der abwechselnd von den Schauspielern Ben Daniel Jöhnk, Benjamin Pauquet und Matthias Luckey gespielt wird, die Passanten unter anderem mit Pegida, mit Rassismus, mit fremdenfeindlichen Ressentiments genauso wie mit der dritten Welt, mit Angst, mit Schuld. Das Ziel dabei: ein Weckruf. Der Provocateur fordert auf: „Bleibt doch mal stehen und spürt den schlechten Geschmack im Mund!“

Dabei redet der jeweilige Schauspieler mit einem Megafon bewaffnet, von einem großen Käfig auf das Publikum ein und lädt dabei zum Dialog. Schon die äußere Situation dürfte irritieren: "Wer da vorbeigeht, weiß ja nicht, was das soll und woher der Käfig kommt." Der Clou aber ist, dass man den Akteur gegen Entrichtung eines von ihm bestimmten Obolus' "abwerfen" kann. Mit Ballwürfen. Er fällt dann in seinem Käfig in eine Schaumstoffmenge. Wenn alles klappt, reist "Der Provocateur" nach seiner Dresden-Visite nach Belgrad und Kopenhagen.

Lollike selbst wird in der eben begonnenen Spielzeit noch ein weiteres Mal am Staatsschauspiel präsent sein, im Frühjahr kommt hier sein Stück "Die lebenden Toten" als Uraufführung heraus. Auch dies ist aktuelle Zeitgeschichte: "Was denken wir wirklich, wenn wir von den Bootsflüchtlingen im Mittelmeer hören? Ich will dieses Thema mit einem Zombie-Film kombinieren. All diese Menschen wollen nach Europa, und wir verschließen die Augen vor ihrer Not."

Dr.-Külz-Ring 9 Dresden 51.04778 13.73515
Dr.-Külz-Ring 9 Dresden
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