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Der Prager Gitarrist David Doruzka spielte beim Feature-Ring

Der Prager Gitarrist David Doruzka spielte beim Feature-Ring

Das 2007 in Dresden gegründete Trio Feature-Ring hat sich am Montag mit der gleichnamigen Veranstaltungsreihe in die Sommerpause verabschiedet. Vorher wurde nochmal kräftig aufgespielt, eine klingende Brücke zwischen Prag und Dresden errichtet, deren musikalische Eckpfeiler aber weder böhmischen, noch sächsischen, sondern nordamerikanischen Ursprungs sind.

Denn als musikalischer Gast des Ensembles kam mit David Doruzka zwar ein in der tschechischen Hauptstadt gebürtiger Musiker, der seine wesentlichen Prägungen als Gitarrist allerdings in den USA erfuhr.

Viel mehr, als dass er schon mit 19 Jahren bei der Gitarrenlegende Pat Metheny sowie bald darauf bei Herbie Hancock, Joshua Redman und Django Bates in die Lehre ging, weiß man hierzulande kaum von dem traditionsbewussten Tschechen. Aber dass er diese Lehrzeit sehr gründlich verinnerlicht hat, ist sofort zu hören. Die unverwechselbare Akkordik mit nach Auflösung drängenden verminderten Intervallen, das geschmeidige Hochschrauben sehnsüchtigen Klangmaterials, die virtuose Fingerfertigkeit sowohl an der elektronischen als auch an der akustischen Gitarre weist ihn als gelehrigen Schüler mit durchaus eigenem Sinn aus.

Für sein Dresdner Ring-Konzert mit dem Pianisten Simon Slowik, dem Bassisten Felix Otto Jacobi und dem Schlagzeuger Demian Kappenstein hatte David Doruzka eine Reihe eigener Titel ausgewählt, die mit geradezu klassischem Aufbau und exorbitanten Ausbrüchen faszinierten. Da gab es keine Berührungsängste mit A-B-A-Formen, auch keine Scheu vor dramatischem Schwulst oder emotionsgeladenem Schönklang. Denn was so artifiziell konzipiert wirkte, kam im Vortrag wunderbar an. Die einst im Studentenklub gestarteten Jungs, inzwischen allesamt Musikhochschulabsolventen, erwiesen sich als reif genug für die große Bühne im Festspielhaus Hellerau. Vorerst spielten sie noch im Dalcroze-Saal, wo auch Kompositionen von Jacobi und Slowik erklangen. Auf deren Musik hat sich Doruzka ebenso eingelassen wie auf die gelungenen Arrangements des Trios zu seinen Stücken und, auch das muss erwähnt werden, auf die musikalisch zunehmend klug eingesetzte Lichtregie.

Nun hat, was den Jazz betrifft, das große Schweigen in Hellerau begonnen. Doch schon für den 5. September ist eine noch größere Überraschung im Feature-Ring versprochen worden. Man darf also gespannt bleiben.

Apropos Pat Metheny: Eine tönende Begegnung mit Doruzkas Lehrmeister gibt es bereits am Sonntag, dem 24. Juni, im Alten Schlachthof. Der großen Nachfrage wegen in zwei Konzerten, die um 17.30 sowie um 20.30 Uhr beginnen. Aldo Lindhorst

www.feature-ring.de

www.alter-schlachthof.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 13.06.2012

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