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Der Komponist und Pianist Heinz Kunert feiert 90. Geburtstag

Der Komponist und Pianist Heinz Kunert feiert 90. Geburtstag

In diesem Jahr wird das Dresdner "Brückenmännchen" wohl endgültig sein Leben aushauchen. Geboren wurde es im Jahre 1973 im Kulturpalast als Eigenproduktion für die Zielgruppe Kinder bzw.

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Der Jubilar in seinem Garten hinterm Haus.

Familien. Mit Blick auf den bevorstehenden Umbau des Veranstaltungshauses glaubt Heinz Kunert, "danach wird wohl definitiv Schluss sein!" Ein wenig Trauer schwingt in seiner Stimme mit. Denn Heinz Kunert war sozusagen von Anfang an bei der Brückenmännchen-Revue dabei, hat ihr über fast vier Jahrzehnte hinweg immer neue musikalische Ideen geliefert.

Am Sonnabend feiert der Komponist, Pianist und Arrangeur seinen 90. Geburtstag. Doch "endlich zur Ruhe setzen" wird er sich nicht. Er lebt und arbeitet nach dem Grundsatz: "Ich habe immer das getan, was mir Spaß und Freude gemacht hat. Und deshalb musste ich mich nie zu etwas zwingen, denn die Musik war ja mein Leben und ist es noch heute."

Heinz Kunert hatte ursprünglich einen technischen Beruf gelernt. Geboren 1922 im Dresdner Stadtteil Trachenberge, ließ er sich nach der Schule - während der er nebenbei das Klavierspiel lernte - zum Maschinenbauer ausbilden. 1941 aber musste er an die Front. Kunert hatte Glück, er war bei Offiziersfeiern als Pianist gefragt und vermied so den Einsatz in vorderster Linie. In der Gefangenschaft in Österreich hört er das erste Mal die Musik von Glenn Miller und anderen amerikanischen Bands. Das gefiel ihm, und als er wieder in Dresden war, gründete er kurze Zeit später seine erste eigene Band: die "Heinz Kunert Swing Band". Auf deren Besetzungszettel fanden sich übrigens solch bekannte Namen wie Theo Schumann oder Charlie Fritzsche. Man spielte im Kurhaus Klotzsche, im Luisenhof und überall dort, wo man den Krieg möglichst schnell vergessen wollte.

Der Rundfunk wurde aufmerksam auf Kunerts Swing-Band, holte ihn zu Aufnahmen ins Studio; gleichberechtigt neben den bekannteren Klangkörpern der Region, wie es die Dresdner Tanzsinfoniker und Heinz Kretzschmars Orchester waren. Heinz Kunert begann, an sich selbst zu arbeiten. Er drückte noch mal die Schulbank, lernte bei Manfred Pieper das Arrangieren und ging erste Schritte als Komponist. Dann startete er richtig durch, stieg ein ins Tourneegeschäft der Unterhaltungskunst und war in den folgenden Jahrzehnten mit seinen Musikern in der DDR und zunehmend auch im Ausland im Einsatz. Ausgenommen Australien, bereiste er mit seiner Band alle Erdteile.

In den 1970ern begann Heinz Kunert auch als Komponist und Arrangeur zu arbeiten. Ob Julia Axen, Peter Wieland, Thomas Lück, Fred Frohberg - es gab nur wenige Schlagersänger in der DDR, für die Kunert nicht arbeitete. Dazu kamen die Schlagerchöre von Gerd Michaelis und Jürgen Erbe, der Bergsteigerchor und zahlreiche Bands und Orchester.

Dresden-Lieder wie "Denn Dresden liebt Gemütlichkeit" und das bekannte "Stollenlied" entstanden. "Da genn Se mach'n, was Se woll'n, nischt gehd ibern Dräsdner Schdoll'n", sang der Brummer Wolfgang Roeder, und die Dresdner sangen mit. 1977 begann Heinz Kunert für Dorit Gäbler zu komponieren. Und daraus wiederum entwickelte sich eine dreizehn Jahre währende Phase der Zusammenarbeit. 1996, kurz vor Kunerts 75., kam der Chef der Herkuleskeule Wolfgang Schaller und überzeugte ihn, die musikalische Leitung des Programms "Heimaterde" zu übernehmen. Und das, als Heinz Kunert längst mit seiner privaten Heimaterde - dem Gärtchen hinterm Haus - eine ganz neue Liebe entdeckt hatte. An seinem Flügel sitzt Heinz Kunert auch heute noch. "Jeden Tag ein wenig Klavierspielen, das ist die beste Medizin", glaubt er. Ab und zu mal kommt mal eine "Mugge" hinzu, eine Hochzeit oder ein Geburtstag. Es gibt (immer noch) viel zu tun für einen Heinz Kunert. Selbst nach einem 90. Geburtstag.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 12.05.2012

W. Zimmermann

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