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Der Dresdner Kammerchor wird 30 - und feiert mit vier Jubiläumskonzerten

Sich immer wieder neu erfinden Der Dresdner Kammerchor wird 30 - und feiert mit vier Jubiläumskonzerten

Es war im Herbst 1985, als Hans-Christoph Rademann bei einem studentischen Kartoffel- und Apfel-Ernteeinsatz in Struppen zu seinen Kommilitonen sagte: "Singen wir mal". Diese Aufforderung wurde gewissermaßen zur Geburtsstunde des Dresdner Kammerchores.

Der Dresdner Kammerchor

Quelle: netzwerk-projektziel

Dresden. Es war im Herbst 1985, als Hans-Christoph Rademann bei einem studentischen Kartoffel- und Apfel-Ernteeinsatz in Struppen zu seinen Kommilitonen sagte: "Singen wir mal". Diese Aufforderung wurde gewissermaßen zur Geburtsstunde des Dresdner Kammerchores, der in dieser Saison nun bereits 30. Geburtstag feiert. Der Chor, seit Jahren fester Bestandteil der Dresdner Kultur, sorgt gegenwärtig insbesondere mit seiner im Entstehen begriffenen Heinrich-Schütz-Gesamteinspielung beim Carus für Aufsehen und zeichnet sich als Ensemble vor allem dadurch aus, dass er sich "immer wieder neu erfindet", wie Hans-Christoph Rademann gern betont.

Damals auf dem Kartoffelfeld freilich habe er die Sänger selbst angesprochen und so das Anfangsensemble aus 16 Männern und Frauen zum gemeinsamen Musizieren motiviert. Heute zählt der renommierte Dresdner Kammerchor etwa 30 Sänger - und auch die Liste ehemaliger Mitglieder verzeichnet viele im Dresdner Musikleben bekannte Namen. So sangen beim allerersten Konzert im Gemeindehaus Radeberg 1985 beispielsweise auch die Kinderchorleiterin Claudia Sebastian-Bertsch und Dirigent und Orchesterpädagoge Milko Kersten mit. "Nach drei Jahren hatten wir uns dann als ein Chor etabliert, der in Dresden wirklich aufgefallen ist", erinnert sich Rademann stolz.

Noch einmal zwei Jahre später flog der Dresdner Kammerchor zu seinem ersten Amerika-Auftritt über den großen Teich, weitere Reisen in alle Welt folgten. Das Repertoire wurde größer, vor allem aber inhaltlich breiter aufgestellt. Die vier wesentlichen Schwerpunkte - oder auch "Säulen", wie Rademann es nennt - des Dresdner Kammerchores sind die Pflege mitteldeutscher Musik der Heinrich-Schütz-Zeit, A-cappella-Gesang auf hohem Niveau, die Interpretation zeitgenössischer, neuer Kompositionen und die Pflege der sächsischen Barockmusik. Diese vier "Säulen" spiegeln sich auch im Programm der vier Jubiläumskonzerte wider, die der Chor in dieser Saison in und um Dresden gibt.

Das erste findet an diesem Freitag, 19.30 Uhr in der Radebeuler Friedenskirche im Rahmen des Heinrich Schütz Musikfestes statt. Auf dem Programm steht die "Geistliche Chor-Music" von Schütz, einem der wichtigsten Komponisten für den Dresdner Kammerchor. "Schütz ist für mich so etwas wie der Vater der Musik. Dresden muss sich da keineswegs hinter der Bach-Stadt Leipzig verstecken, denn Schütz hat große, wertvolle Musik geschrieben", sagt Rademann. Volume 12 der Heinrich-Schütz-Gesamtaufnahme, die der Kammerchor mit dem Carus Verlag in Stuttgart realisiert, kommt dieser Tage in die Läden, die "Symphoniae Sacrae III" sind somit ein weiterer wichtiger Baustein im Jubiläumsprogramm.

In einem Gedenkkonzert für die Opfer der Pogromnacht 1938 wird der Dresdner Kammerchor am 8. November mit den Solisten Johanna Winkel (Sopran) und Philip Mayers (Piano) Werke von Francis Poulenc und Karl Amadeus Hartmann aufführen. Das dritte Jubiläumskonzert am 11. Dezember steht ganz im Zeichen von Johann Sebastian Bach: Mit dem Dresdner Barockorchester bringt der Chor hier Bach-Bearbeitungen von Kompositionen von Francesco Bartolomeo Conti und Pietro Torri zu Gehör. Beim vierten und abschließenden Jubiläumskonzert am 11. Februar kommenden Jahres stehen vier Uraufführungen von Komponisten aus Dresden im Mittelpunkt: Silke Fraikin, Peter Motzkus, Alexander Keuk und Karsten Gundermann waren oder sind alle auch Mitglied des Dresdner Kammerchores und widmen dem Ensemble nun zum 30. eigene Kompositionen.

In wenigen Tagen, am 15. und 16. Oktober, reist der Chor erneut ins Ausland. Erstmals tritt er in Mexiko auf. Bereits 2013 gab es eine erste Begegnung mit dem Orchester Anima Aeterna und seinem Dirigenten Jos van Immerseel, nun wird diese Kooperation in Guanajuato mit Beethovens 9. Sinfonie und Heinrich Schütz' "Geistlicher Chor-Music" fortgesetzt.

Als einen Höhepunkt der Saison benennt Hans-Christoph Rademann darüber hinaus die Kooperation seines Chores mit den Dresdner Musikfestspielen im Mai 2016: Der Kammerchor und das Festspielorchester, begleitet vom Breakdancer Yaman Okur, werden in der Kreuzkirche Haydns "Schöpfung" aufführen. Eine weitere Gelegenheit also, bei der das Dresdner Publikum die aus einem Struppener Kartoffelfeld erwachsenen musikalischen Früchte genießen kann.

www.dresdner-kammerchor.de

Nicole Czerwinka

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