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Der 19. Dresdner Schaubudensommer bietet neues Terrain

Das zirzensische Quartett Der 19. Dresdner Schaubudensommer bietet neues Terrain

Der Schaubudensommer findet statt – und zwar auch 2017. Das heißt nicht nur, dass die XIX. Auflage, die am Donnerstag Abend startet und wie gewohnt zu elf Abenden bis zum 17. Juli in den Scheunegarten lockt, stattfindet, sondern auch die XX. Edition 2017 nicht mehr infrage steht.

Ein Himmel voller Gardinen mit Cesar & Muriel.

Quelle: Dietrich Flechtner

Dresden.  
 

Denn – das ist die beste Nachricht – die Weichen für die Zukunft sind, vorerst natürlich nur „experimentell“, gestellt: Die Lösung ist simpel – benachbarte Kulturoasen machen einfach mit: Die Groovestation, das Thalia und das Projekttheater werden ab nun eingebunden und beherbergen eigene Shows. „Wir sind da offene Türen eingerannt“, erklärt Helmut Raeder voller Vorfreude, denn eigentlich ist dort, während rings um die Scheune der Bär steppt, alljährlich leichte Flaute bis tote Hose.

Der Grund: Es fehlen zwei Spielstätten. Die Dachbühne ist baupolizeilich gesperrt, und die alte Turnhalle wird während des Schaubudensommers abgerissen. „Als Performance“, scherzt Heiki Ikkola rund 31 Stunden vorm Start auf der Baustelle Scheunegarten, die in zwei Tagen als perfekte Jahrmarktsidylle – diesmal mit Gardinenhimmel bedeckt – erscheinen wird. Das große Chill-Gerüst ist mit seiner Showtreppe an den Rand gerückt, damit die beiden „Lounge-Container“ ein wenig vom kalten Beton der neuen, giftgrünen Schulsporthalle verdecken. In der Mitte wird noch ein muskelbetriebenes Nostalgiekarussell aufgebaut.

„Künstlerischste Leitung von allen“ nennen sich Raeder und Ikkola im 58-seitigen Programmheft, welches für zwei Euro viele witzige Zeichnungen („barbarischste Illustrationen“) vom Neustädter Erzgebirgspoeten Max Rademann und en passant das komplette Programm bietet. Samt Preisen: 2,50 Euro Eintritt für jene, die ab 20 Uhr kommen, und fünf Euro pro Vorstellung. Das Dreierticket kostet zwölf, das Kinderticket zwei Euro. Alle Karten gibt es nur an der Scheune, nicht bei den Satelliten.

Rund 450 Shows an elf Abenden

„Wir fremdeln noch ein wenig“, flachsen die beiden Intendanten angesichts der glatten Neubauten im Umfeld. Die Garage mit aufgepflanzter Sporthalle sei zu groß für ihre üblichen Spielformate, der Vorplatz sei gut dafür geeignet, dass sich die Leute endlich ordentlich vor der Scheune anstellen können – am besten im rechten Winkel. Vielleicht aber erfährt diese hygienisch-saubere Betonperle eine neue Bedeutung durch die eingebürgerten Überraschungsshows gegen Mitternacht, die manchmal zur Stadtteilprozession ausarten? Über diese könnten sie noch nicht reden, denn das passiere, wie der Name sage, einfach zu überraschend.

Neben Exoten auch Lokalgrößen

Daran, dass die Leute strömen, gibt es keine Zweifel, der Schaubudensommer ist schlicht Neustadtkult und für jeden frischen Gast eine neue Erfahrung: „Wir wünschen uns jeden Abend eintausend Leute auf dem Platz“, kalkuliert Ikkola. Diese müssten im Schnitt rund zwei Mal in eine Vorstellung, um auf die 23 000 echten Genießer aus dem Vorjahr zu kommen. Doch der benötigte Umsatz liegt bei 160 000 Euro, die Stadt fördert institutionell mit 23 000 Euro – also
mit einem pro Showbesuch. Jede Show gibt es im Schnitt drei Mal pro Abend, rund 450 Gelegenheiten warten insgesamt.

Raeder räumt auch mit einem Vorurteil auf: Gerade am Montag und Dienstag ist, so lehrt die Erfahrung, eher mehr als weniger los. Mehr Raum sei hingegen am ersten Sonntagabend nach dem Familienprogramm (10. Juli, ab 15 Uhr).

Das Programm bietet neben den Exoten auch etliche Lokal- als Kerngrößen – so wie die Juwie Dance Company, The Fuck Hornisschen Orchestra oder Tobias Herzz Hallbauer. Für Fremde wie Freaks wichtig zu wissen: Es gibt neben den sechs Dauergästen – wie das französische Kabaret de Poche mit eigenen Showwagen – im Prinzip drei Etappen der Bespielung: Vom Start bis Sonntag (7. bis 10. Juli) gastiert zum Beispiel Cia. Zero en Conducta aus Spanien und entführt in Brigittes Schallplattenwelt im Scheunesaal oder spielt der US-Multimusikant John Moran im Thalia-Zelt. Vom Montag bis Donnerstagabend (11. bis 14. Juli) wirkt Phase zwei, da gehört der Saal der Echse mit Michael Hatzius im Gepäck dazu, während Mic Conway & Sean Curtis australischen Wahnsinn im „Le Petit Rouge“ zelebrieren. Und in der dritten Phase, dem Abschlusswochenende (15. bis 17. Juli), trifft zum Beispiel Anna Mateur auf Cora Frost, oder der Pakistani Ahsan Nadeem Sheikh wiederholt mit „Gilgamesh“ sowie Kathak, Rezitation und Gesang seinen Vorjahreserfolg.

Traditionell gibt es nach Mitternacht in der Lounge zum Ausklang Konzerte junger Festivalbands, den Start machen das SkaZka Orchestra mit Balkanbeat am frühen Freitag und Kent Coda mit türkischem Pop am Sonnabendmorgen.

Dresdner Schaubudensommer vom 7. bis 17. Juli (täglich ab 19 Uhr, bis 20 Uhr Eintritt frei)

www.schaubudensommer.de

Von Andreas Herrmann

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