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Der 16. Scheune-Schaubudensommer in Dresden steht bevor

Der 16. Scheune-Schaubudensommer in Dresden steht bevor

Zwei Hipster-Mädchen laufen an der Scheune vorbei, schauen auf das große Zelt im Vorgarten und wundern sich. "What is it?" fragt die eine die andere. "Maybe a kind of festival", vermutet diese.

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Wie macht sie das? Wo liegt der Trick? Wiebke Bickhardt von der Kurz&Lang JuWie Dance Company zählt jedenfalls zu den Jüngsten im Dunstkreis der Schaubuden.

Quelle: Dietrich Flechtner

Wahrscheinlich werden sie morgen wiederkommen und nachsehen, was daraus geworden ist. Denn morgen wird das Geheimnis gelüftet, das für die Mehrheit der Dresdner vermutlich keins mehr ist. Der 16. Scheune-Schaubudensommer öffnet sein Gartentor und feiert elf Nächte lang das Internationale Festival für Theater, Vergnügen und Musik. Und Dresden macht Kurzurlaub im sinnlichen Abgrund.

Bei wunderbarem Sommerwetter zeigen die beiden künstlerischen Leiter Helmut Raeder und Heiki Ikkola in ihren Festivalhimmel im Scheune-Garten, wo jede Menge Cumuluswolken schweben. "Letztes Jahr haben wir Schirme übers Gelände gespannt und es hat geregnet", erklärt Raeder die logische Konsequenz, in diesem Jahr das gute Wetter als feste Installation aus Draht und verknoteten Plastiktüten gleich mit einzubauen. Tatsächlich scheint es zu funktionieren. Die sonst so reichlich geflossenen Eröffnungsbäche sind laut Prognose nicht zu erwarten. Dafür kommen viele internationale Künstler. So wie Muriel und César, die zwei Chilenen, die den Platz gestalteten und einen lateinamerikanischen Maskenzauber zwischen Mann und Frau, Leben und Tod aufführen. In St. Petersburg hat sich der Schaubudensommer rumgesprochen, von dort kamen 2011 die burlesken Mädels von Neverporn. Sie schicken nun ihre Kollegen von der Sado Opera, die mit ihrem Electro Punk Cabaret ordentlich "gegen den Strich des guten Geschmacks" (O-Ton Raeder) gebürstet auftreten. DEREVO sind ja schon lange da, tanzen aber diesmal mit dem St. Petersburger Theater AKHE. Aus Großbritannien kommen gleich zwei extravagante Cabaret-Diven, Jewels Good und Empress Stah, die hier freizügig, artistisch und in einem Zelt vereint auftreten sowie Steve Rawlings, der am liebsten mit Kindern und Schränken jongliert. Aus Frankreich reisen rappende Clowns von der Compagnie Tellem Chao (eine Kooperation mit der Veranstaltung Street Culture@Hellerau) und die singenden Tollpatsche von Les Happy Days an. Spaniens Compagnie La Tal schickt menschengroße Figuren einer Turmuhr und die Compagnie Zero En Conducta Hände, die weinen, lachen und schreien können. Das sind nur zehn der über 40 Künstler und Künstlergruppen, die über die Tage verteilt auf dem Gelände und im Haus auftreten werden. Die Publikumslieblinge Annamateur, Die Echse oder The Fuck Hornisschen Orchestra schauen natürlich auch vorbei.

Selbst aus den USA, Iran, Australien, aus Deutschland und Dresden pilgern sie ins Gallische Dorf, das um die Scheune herum den Ausnahmezustand verteidigt. Doch hier ist der Zaubertrunk aus Zuckerwatte oder Wodka und die Menschen, die ihn zu sich nehmen, sehen Elefanten im Abendhimmel und sollten auch sonst ihren Augen nie so ganz trauen. Denn hier wird ihnen einiges vorgegaukelt, wenn auch meistens mit geistreichem Subtext und künstlerischer Extravaganz. Es wird nicht unterhalten, sondern gefeiert - das Poetische, das Andersartige, die philosophische Illusion.

Eigentlich, so sagen es auch die Organisatoren, ist es wie in den Jahren zuvor. Am Ende gibt es eine Mitternachtsshow irgendwo in den Straßen der Stadt und danach Musik im Festivalclub in der Scheune-Lounge. Die Preise werden nicht erhöht, das Kinderprogramm am Sonntag (5.7.) dafür sogar noch ein bisschen vergrößert. Und noch vor der Eröffnung gibt es heute Abend ein szenisches Hörspiel vom Duo Redlifedeadline im Bücherladen Büchers Best, in dem Christiane Guhr und Franziska Hoffmann unter dem Motto "Woher komme ich? Wohin gehe ich? - 10 Minuten deines Lebens" Antworten von 150 Besuchern des 14. Schaubudensommers aufbereitet haben. Heraus gekommen sind "Geschichten, Geheimnisse, Träume und Erfahrungen von Menschen aus dem Dresdner Sommer 2011." Der Schaubudensommer des Jahres 2013 schreibt sicher noch ein paar neue Anekdoten dazu.

SBS-Gelände täglich ab 19 Uhr geöffnet, ab 20 Uhr zwei Euro Eintritt. Einzelshowticket 5 Euro, Dreierticket 12 Euro, ausschließlich an der Abendkasse. Kinder (5-12 Jahre, am Familiensonntagnachmittag - 7.7. - 2-12 Jahre) zahlen 2 Euro.

www.schaubudensommer.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 03.07.2013

Juliane Hanka

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