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Dem Königspavillon am Hauptbahnhof Dresden wird demnächst wieder Leben eingehaucht: als Ausstellungsort

Dem Königspavillon am Hauptbahnhof Dresden wird demnächst wieder Leben eingehaucht: als Ausstellungsort

Er steht nun seit mehr als zwölf Jahren leer: der Hingucker am Dresdner Hauptbahnhof, der neobarocke Anbau hin zur Stadt. Andere sprechen beim Königspavillon eher von einem baulichen Pickel an der Nordseite des Bahnhofs.

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Still ruht der Königspavillon, aber nicht mehr lange: Am 13. April ist Auftakt für ein rundes Jahr wechselnde Kunst am Ort.

Quelle: Dietrich Flechtner

Wie auch immer man das architektonische Kleinod bezeichnet - es fällt seit langem nur noch dadurch auf, dass es nicht mehr auffällt. Doch diesem sich ewig anfühlenden Leerstand (im Juni 2011 war die Einweihung des für rund 1,5 Millionen Euro sanierten Anbaus gefeiert worden, danach sank er zurück in seinen Dornröschenschlaf) wird nun erst einmal ein Ende bereitet. Ab 13. April soll hier Kunst zu sehen sein. Temporär, aber immerhin. Initiatoren des damit verknüpften Projekts "ff. Konzepte zu aktueller Kunst" sind vor allem zwei junge Frauen: Konstanze Schütze und Nelly Pistorius, die beide für die künstlerische Leitung des Projekts verantwortlich zeichnen.

Zusammen mit einem sechsköpfigen Team und maßgeblicher Unterstützung anderer Künstler wollen sie dem Ort wieder Leben einhauchen. Die Deutsche Bahn haben sie dafür auch auf ihre Seite gezogen. Denn auf die Mailanfrage, zu welchen Konditionen das Unternehmen die rund 180 Quadratmeter große Fläche zur Verfügung stelle, lautete die Bahn-Antwort: "Entgeltfrei!" Inklusive Ausrufezeichen.

Bis ungefähr Februar 2014, so stellt der Konzern in Aussicht, sei die Nutzung des Pavillons als Ausstellungsfläche möglich. Obwohl schon vorher, etwa im Dezember, der Ort wieder als Bahnhofseingang genutzt werden soll. Doch "weitere Kunstausstellungen sind sicherlich auch [...] möglich und gewünscht", stellt die Bahn durchaus eine Perspektive über diesen Zeitpunkt hinaus in den Raum. Und findet sich damit gut wieder in den Planungen der ff.-Macher: Sie wollen vorerst bis April 2014 den traditionsreichen Pavillon mit Kunst bestücken und bespielen. ff. steht dabei übrigens wahlweise für fortissimo, fastforward oder fortfolgend.

Die Vorarbeit für das Projekt hat sich schon eine ganze Weile hingezogen. Bereits im März 2012 haben Schütze und Pistorius erste Fördermittel beantragt. Wie hoch die Summe ist, wollen sie aber nicht öffentlich machen. Ein ankündigender Internet-Auftritt galt als virtuelle Vorschau auf das Ganze. Ein Ziel der beiden, sozusagen direkt am Ort von Abreise und Ankunft: den Dresdner Kunstdiskurs stärker überregional und auch international anzubinden. Der Königspavillon spielte dem Duo Schütze und Pistorius dabei in die Hände. "Viele der Künstler, die wir gefragt haben, waren in Dresden noch nicht zu sehen. Der Ort aber hat sie gereizt", erzählt Konstanze Schütze.

Insgesamt sind zwölf unterschiedliche Ausstellungsformate mit je einem Begleitmagazin sowie ein zusammenfassender Katalog geplant. Noch lässt das Innere des Pavillons aber nichts ahnen vom bevorstehenden Ausstellungsparcours. Weiße Wände, das Licht fällt durchs Oberlicht der zentralen Kuppel, drinnen ist es so kalt wie draußen. Das wird sich aber bald ändern.

Zur ersten Ausstellung "Was wir wollen" steht eine kleine Schar von Künstlern bereit. Zu ihnen zählt Michael Sailstorfer, der seine schon 2006 in der Berliner Galerie Johann König gezeigte Licht-Skulptur "Unendliche Säule" für Dresden adaptiert. Das Duo Simona Denicolai und Ivo Provoost dagegen hat eine ungewöhnliche dreigeteilte Aktion geplant: ein Elbe-Tauchgang am 13. April ab 18 Uhr am Johannstädter Fährgarten, samt Ankündigung via Tagespresse und Ausstellung der Funde vom Flussgrund. Eva Meyer und Eran Schaerf wiederum steuern ein knapp einstündiges Hörstück mit dem Titel "Flashforward" bei.

Übers Jahr werden sich voraussichtlich zahlreiche verschiedene Formate ablösen. Bester Beweis dafür ist das Konzept "BYOB" (Bring your own Beamer) des Franzosen Rafaël Rozendaal, das mittlerweile weltweit schon an vielen Orten umgesetzt wurde und im Königspavillon voraussichtlich am 8. Juni über die Bühne geht, wie Nelly Pistorius wissen ließ. Die Idee: Künstler bringen ihre Projektoren mit und zeigen dem Publikum an einem langen Abend, was auch immer sie für zeigenswert halten.

Dresden soll über das ff.-Projekt als zeitgenössischer Kunstort ins Blickfeld gerückt werden, hoffen die Initiatorinnen. Der Ort dazu ist gut gewählt, weil auch er nach langer, lethargisch anmutender Ruhepause wieder zu einem öffentlichen wird.

Eröffnung: 13. April, 19 Uhr, bis 26.5., geöffnet Fr 16-19, Sa & So 14-18 Uhr

www.ffkonzeptezuaktuellerkunst.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 28.03.2013

Torsten Klaus

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