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Das tjg in Dresden stellt seinen neuen Auftritt im Kraftwerk Mitte vor

Vorfreude Das tjg in Dresden stellt seinen neuen Auftritt im Kraftwerk Mitte vor

Energie ist schwarz wie Kohle, zumindest im neuen Logo des Theaters Junge Generation. Mit dem Relaunch des Werbeauftritts und mit einigen Programmpunkten der neuen Spielzeit stellt man sich ganz auf das neue Domizil im Kraftwerk Mitte ein.

Lutz Hofmann, Technischer Direktor des tjg, zeigt einen die gerade fertig gestellte neue Probebühne der Theaterakademie.

Quelle: tjg

Dresden. Energie ist schwarz wie Kohle, zumindest im neuen Logo des Theaters Junge Generation. Mit dem Relaunch des Werbeauftritts und mit einigen Programmpunkten der neuen Spielzeit stellt man sich ganz auf das neue Domizil im Kraftwerk Mitte ein. Die Agentur, mit der das tjg seit acht Jahren zusammenarbeitet und die das satte Grün zum Markenzeichen machte, betont nun die drei beliebig einzufärbenden Buchstaben „tjg“ vor schwarzem Hintergrund. Wo bis 1994 elektrischer Strom für Dresden erzeugt wurde, will man nun sozusagen den genius loci „in Kunst als Energieträger umsetzen“, wie Intendantin Felicitas Loewe sagt. Das ab sofort online und im Vorverkauf erhältliche Spielzeitheft spiegelt etwas von diesen Intentionen wider. Eingestreut sind zahlreiche Fotos, auf denen sich Ensemblemitglieder von der ehemaligen Schaltzentrale des Kraftwerks als Kunstraum inspirieren lassen. Der unter Denkmalschutz stehende Leitstand ist als Probenraum für das Schütz-Konservatorium im Gespräch. Als Kulisse aber lässt er den unsichtbaren Energiefluss geradezu sinnlich erleben. Der Eröffnungsabend der beiden Theaterneubauten am 16.Dezember wird hier auch mit einer Installation von Grit Dora von Zeschau beginnen, die für die Ausstattung zahlreicher Produktionen am tjg verantwortlich zeichnet.

Marketing-Direktorin Sophia Littkopf kündigte auch einen veränderten Internetauftritt an, zu dem ein Web-Shop gehören wird. Bei den neuen Schulanrechtsheften dominiert nach wie vor das Grün. Für die Inszenierungen wirbt künftig jeweils eine Karte im Format A5. Die vertraute Kasse im Rundkino bleibt noch bis zum 16.Dezember geöffnet. Jetzt schon hat aber auch eine Infobox am Wettiner Platz ab 14 Uhr geöffnet. Nervosität ist zu spüren vor der geplanten Hausübergabe am 21.September. „Wenn es mir zuviel wird, stelle ich mich einfach auf die Bühne, und dann wird alles wieder gut“, berichtet die Intendantin über ihren Gefühlshaushalt.

Im Mittelpunkt der Pressekonferenz am Donnerstag standen die Vorhaben der Theaterakademie. Das ist praktisch die Bürgerbühne des Kinder- und Jugendtheaters, in der sich Schüler ausprobieren, das dramatische Handwerk lernen und ihre wichtigen Themen verhandeln können. Sie startet am bevorstehenden Sonnabend ab 11 Uhr zunächst mit einem Kennenlernpicknick für die ganze Familie, zum letzten Mal am alten Standort in Cotta an der Meißner Landstraße. Mit dem Gegenstück zu „Licht aus“ im April an eben diesem Ort wird die Theaterakademie am Wiedereröffnungstag 16.Dezember auch einsteigen, nämlich mit „Licht an“.

Generalthema der ersten Spielzeit im modernen Haus wird der Umgang mit Traditionen und das Miteinander der Generationen sein. Dem folgt gleich der zweite Spieltag am 17.Dezember mit der Uraufführung „On tradition: the young generation“. Die Videokünstlerin und Choreografin Jo Parkes erarbeitet mit jungen Leuten aus der Nachbarschaft des Kraftwerkes sechs Videoporträts über deren Konfrontation mit Gewohnheiten und Prägungen von Eltern und Großeltern. Diesem Zusammenleben wird auch „Generation XY“ im Mai des kommenden Jahres auf der Studiobühne nachgehen. Wie flexibel der Generationenbegriff gehandhabt werden kann, zeigt das Projekt „Wind“. Jugendliche der Theaterakademie spielen hier für Allerkleinsten, die ihre ersten Erfahrungen mit heftig bewegter Luft machen.

Karen Becker, die Leiterin der Theaterakademie, kündigte für den 13.Januar eine „Zukunftskonferenz der Kinder“ mit wahrscheinlich etwa 100 Schülern an. Hier wird es im wörtlichen Sinn um Energie und den verantwortlichen Umgang mit ihr gehen. Auf künstlerische Weise sollen die Jugendlichen eigene Vorstellungen für eine unsere Zukunft entwickeln. Mobiles Theater bieten die Klassenzimmergeschichten. Das Rechercheprojekt verspricht Spannung, denn es befasst sich mit dem politischen und atmosphärischen Wandel in Dresden.

Der Gesamtspielplan der ersten Spielzeit im „Weißen Haus“ gleich neben der ehemaligen Generatorenhalle spielte gestern noch keine Rolle. Ein Blick ins Programmheft aber zeigt, dass nicht nur während der Interimsspielzeit des Staatsschauspiels das große Wettspielen in Dresden angesagt ist. Mit sieben Premieren allein an den ersten beiden Spieltagen verabreicht das tjg gleich zum Start einen dicken Energy-Drink, um bei den jetzt oft bemühten Bildern zu bleiben. Sämtlich Uraufführungen oder deutsche Erstaufführungen. „Der Generator“ nennt sich dieser theatralische Energiestoß. In eigener Sache treten zunächst 19 Akteure des tjg als „Körper“ des Ensembles auf, choreografiert vom Griechen Ioannis Mandafounis. „viel|leicht“ ist dieses Experiment überschrieben.

„I came in like a wrecking ball“ ist die inszenierte Party des Hildesheimer Performerkollektivs Henrike Iglesias überschrieben. Etwas für mindestens Sechzehnjährige, während „Rübe“ des bewährten und beliebten Autors Ulrich Hub sich schon an halb so alte Kinder wendet. Neben dem schon erwähnten Generationentheater der Akademie trägt auch die Puppenbühne zum Stromstoß kurz vor Weihnachten bei. „Besuchszeit vorbei“ klingt harmlos, befasst sich aber mit nichts Geringerem als der Todesstrafe und ihrer Funktion durch Jahrhunderte und in verschiedenen Kulturen. Ein Power-Auftakt, dem ein ebenso energiegeladenes Halbjahr 2017 folgen wird.

Von Michael Bartsch

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