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Das tjg bot eine muntere deutsch-russische Einschlafhilfe für die Jüngsten

Das tjg bot eine muntere deutsch-russische Einschlafhilfe für die Jüngsten

Zum zweiten Mal innerhalb weniger Stunden gab es am Sonnabend in Dresden ein zweisprachiges Theaterereignis. Anders als das Gemetzel bei Titus Andronicus am Vorabend im Kleinen Haus lud das Theater für die Allerkleinsten in der "Jungen Generation" aber in ein harmonisches Idyll ein.

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Ob das Hochlegen der Füße ein probates Einschlafmittel ist? Auch das dürfte "Und über uns leuchten die Sterne" beantworten.

Quelle: Klaus Gigga

Wie könnte es auch anders sein bei einem Publikum Ü2 und der inszenierten letzten halben Stunde vor dem täglichen Einschlafen. Da sollten eigentlich für die Kleinsten wie für die Größten die bösen Geister bereits zur Ruhe gegangen sein! Dieses liebenswürdige Stück trübt auch kein Kummer. "Und über uns leuchten die Sterne" heißt es, und tatsächlich zeigt das tjg am Schluss, dass auch die kleine Studiobühne über einen Sternenhimmel verfügt.

Sowohl der Papa als auch das Kind im Manne können nur neidisch werden, was einer Familie zum Gutenachtprogramm einfallen kann. Kissenschlacht, Märchenerzählen, Lieder, vielleicht noch Schattenspiele, viel weiter hat man es mit seiner Einschlafpädagogik nicht gebracht. Aber die Poesie dieser Vier reicht viel weiter. Schon das Zähneputzen gerät zur Gurgelshow. Das Bett wird zum Schiff, auf dem Rücken fährt ein Zug, auf dem Bettgeländer kann man balancieren oder Flöte spielen und vom Bett aus in den Kosmos starten. Man imitiert Tiere oder Sportler und spielt Reise nach Jerusalem. Und das alles, weil die beiden Rangen nicht einschlafen konnten oder wollten oder weil Papa und Mama draußen in der Küche zu laut und vergnügt miteinander turtelten.

Seit der Wiederentdeckung der Früherziehung ist auch das Theater für die Jüngsten im Kommen, Theater für eine Phase, in der es noch gar nicht so auf das Wort ankommt. Auch dieses anrührende deutsch-russische Gemeinschaftswerk spricht mehr durch Mimik und Komik und Sound, und so werden beide Fassungen gleichermaßen verstanden. Denn das ist die Pikanterie an diesem kleinen Theatertreffen des tjg mit dem Kisseljow-Jugendtheater aus der Wolgastadt Saratow: Die deutsche und die russische Fassung waren nacheinander zu sehen, und am Sonntag gab es dann noch ein "gemischtes Doppel".

Im Ergebnis einer nun schon drei Jahre währenden Zusammenarbeit fuhr Regisseurin Ania Michaelis zunächst an die Wolga und entwickelte mit Schauspielern dort die Erstfassung. Am tjg wurde diese dann nachgeschöpft und, wie sich zeigte, noch ein bisschen ausgeschmückt. Der russische Papa wirkt zunächst ein bisschen strenger als der deutsche, die Mama dafür umso ulkiger. Aber eigentlich verbieten sich Vergleiche, ja sogar eine genaue Rolleneinteilung. Man nimmt zwar die klassische Familie wahr, aber von Hierarchie ist nichts zu spüren oder von einem Generationsunterschied. Hier spielen einfach vier phantasievolle Menschen in schönster Harmonie miteinander. Und am Schluss sagen Sohn und Tochter leise gute Nacht, um die eingeschlafenen Eltern nicht zu wecken. Halt, der Schluss war's noch nicht ganz. Der dankbare Applaus setzte erst ein, nachdem die Zielgruppe in den ersten Kissenreihen ganz interaktiv in eine Kissenschlacht verwickelt worden war. Michael Bartsch

nächste Aufführungen: 3.10. 11 Uhr, 10.10. 19 Uhr, 14.10. 16 Uhr

www.tjg-dresden.de

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 01.10.2012

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