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Das neue Boulevardtheater feiert am Sonntag offizielle Eröffnung

Das neue Boulevardtheater feiert am Sonntag offizielle Eröffnung

Heute feiert das nagelneue Boulevardtheater in den alten Räumlichkeiten des Theaters Wechselbad, Maternistraße 17, sein "Soft Opening". So nennt man das heute, wenn bereits gespielt wird, aber die eigentliche Premiere erst etwas später stattfindet.

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Die Hexe Baba Jaga sowie Olaf Becker (hinten l.) und Marten Ernst (r.) an der Ticketkasse des neuen Boulevard Theaters.

Quelle: Robert Jentzsch

Am Sonntagabend, 20 Uhr, aber geht es dann "hard" zur Sache: mit der Bühnentaufe von "Die Hexe Baba Jaga - Geburt einer Legende".

Olaf Becker und Marten Ernst, die Betreiber der TW.O Eventagentur, die in der Vergangenheit mit ihren Inszenierungen in anderen Häusern zu Gast waren, erfüllen sich mit der Eröffnung der neuen Spielstätte einen lange geheg- ten Traum. "Wir machen seit 2002 Theater und haben immer den innerlichen Drang verspürt, eine eigene Bühne zu gründen und Theater anders - nach unseren Vorstellungen - zu gestalten", sagt Olaf Becker, der den Kreativpart verantwortet.

Welche Vorstellungen das Duo von Theater hat, lässt sich bereits erahnen, wenn man in das Foyer tritt und rein gar nichts mehr an die ursprünglichen Mieter erinnert. Blau, Gold und Braun sind die dominierenden Farben. Die Bühnenfarbe Rot wurde bewusst ausgespart. "Rot kann jeder", grinst Becker und wandelt in Richtung Hausbar, die, auf einem Podest postiert, vor und nach der Vorstellung Snack und Getränke anbietet. Der Pop-Barock-Stil der neuen Einrichtung setzt sich auch im eigentlichen Saal fort. Der Fußboden und die Bühne wurden aufgearbeitet - alle 500 Stühle neu bezogen. Wie schon im Wechselbad gibt es eine kleine zusätzliche Studiobühne - das "Kleine Boulevard" -, die für Gastspiele herhalten soll.

Um die Besucherzahlen machen sich Ernst und Becker keine Sorgen. Auf die sicherlich nicht ganz unberechtigte Frage, wie man mit einem reinen Unterhaltungstheater gegen die große Konkurrenz in Dresden in genau dieser Sparte bestehen will, winken sie ab. "Dresden liegt im deutschlandweiten Vergleich auf Platz zwei im Pro-Kopf-Verbrauch von Theaterkarten. Die Besucher kommen nicht nur aus der Stadt, sondern auch aus dem Umland - rund zwei Millionen potenzielle Gäste. Darüber hinaus steigen die Touristenzahlen", erklärt Marten Ernst, der Produzent des Theaters, und fügt hinzu, "mit dem Wegfall des Wechselbades werden Kapazitäten frei. In der Neugründung des Centrum Theaters sehen wir keine Konkurrenz. Das ist Mundarttheater."

Der Vorverkauf gibt Ernst recht. Über 13 000 Tickets, teilweise für Veranstaltungen im kommenden Mai, sind bereits verschickt. 100 000 Zuschauer im Jahr sollen perspektivisch begrüßt werden, was einer Auslastung von 80 Prozent entspräche.

Das Erfolgsrezept: "Wir wollen möglichst viele Menschen ansprechen, ohne beliebig zu werden", sagt Becker und meint zu 80 Prozent selbst produzierte Stücke, die den Zuschauer auffordern, zwischen den Zeilen zu lesen, aber auch verständlich bleiben, wenn er es nicht tut. Was das konkret heißt, zeigt ein Blick in den Spielplan: In diesen Tagen wird der fünfte Teil der Hexe-Baba-Jaga-Serie "Geburt einer Legende" aufgeführt. Das beliebte Format soll wohl vor allem am Saisonbeginn den Saal füllen.

Im Programm steht auch das Broadwaystück "Caveman - Du sammeln. Ich jagen!" und zahlreiche Gastspiele und Sonderveranstaltungen, wie etwa ein Vortrag von Forensikexperte und Leichenfledderer Dr. Mark Benecke am 4. Dezember. Äußerst vielversprechend: Das Stück "Herr Doktor, die Kanüle klemmt!", das ab Ende Januar aufgeführt wird. Ein Gynäkologe muss auf einen Kongress nach Cambridge fahren und bittet seinen Zwillingsbruder - einen Tierarzt -, die Vertretung zu übernehmen. Soweit so banal. Wäre da nicht dieses Ankündigungsplakat, das eine halbnackte Blondine mit Spritze im Hintern zeigt. Das verkauft sich - ganz sicher.

Aus den Dresdner Neuesten Nachrichten vom 11.09.2014

Hauke Heuer

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